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Lokales Erzieher-Demo in Leipzig – Verdi mit wenig Hoffnung
Leipzig Lokales Erzieher-Demo in Leipzig – Verdi mit wenig Hoffnung
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22:27 27.05.2015
Erzieherdemo in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Erzieherstreik und kein Ende: Am Mittwoch gingen Mitarbeiter von Kindertagesstätten und Schulhorten in Leipzig für mehr Lohn auf die Straße. Unterstützung erhielten sie von Angestellten des Online-Versandhändlers Amazon und der Post, die sich ebenfalls im Ausstand befinden. Gewerkschaftsangaben zufolge beteiligten sich bis zu 1500 Mitglieder am Marsch durchs Stadtzentrum.

Eine Einigung im Arbeitskampf ist nicht in Sicht. „Wenn wir jetzt aufgeben, dann haben die Arbeitgeber gesiegt“, sagte Manuela Schmidt, Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Gemeinden. Die Hoffnung der Gewerkschaftsmitglieder ruht jetzt auf der Mitgliederversammlung der kommunalen Arbeitgeber am Donnerstag in Frankfurt/Main. Schmidt gibt sich allerdings keinen Illusionen hin. „Die Signale gingen zuletzt nicht in Richtung Einigung“, betonte sie.

In Sachsen ist der Ausstand am Mittwoch noch einmal ausgeweitet worden. In zehn Städten hätten sich die Erzieher beteiligt. Seit drei Wochen immer mit dabei ist Leipzig. „Das liegt am hohen Organisationsgrad und der großen Streikbereitschaft“, erklärte Schmidt.

Bei den Eltern droht derweil die Stimmung zu kippen. Zwar äußerten laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov bundesweit noch 61 Prozent Zustimmung für den Arbeitskampf. Es werden aber auch immer mehr Stimmen gegen den Ausstand laut. Am Dienstag demonstrierten betroffene Eltern vor dem Neuen Rathaus in Leipzig und forderten einen sofortigen Stopp des Ausstands.

„Es ist unabdingbar, dass beide Parteien umgehend zu ergebnisoffenen Verhandlungen zusammentreten“, sagte der Leipziger Grünen-Stadtrat Michael Schmidt am Mittwoch. Der familienpolitische Sprecher seiner Fraktion appellierte zugleich an die Stadt, eine „vernünftige und flächendeckende Notfallversorgung zu ermöglichen“. Die Last sei zudem ungleich verteilt. „Manche Einrichtungen haben uneingeschränkt geöffnet, andere, wie beispielsweise in der Leipziger Tarostraße, sind seit drei Wochen komplett geschlossen“, so der Grünen-Stadtrat. Seine Fraktion fordert eine gleichmäßige Entlastung. Eine Möglichkeit sei die Betreuung durch freiwillige Eltern in Kita-Räumen.

Verdi-Funktionärin Schmidt sind die Belastungen der Eltern bewusst. „Das ist eine schwierige Situation für alle Beteiligten“, sagte sie. Die Gewerkschaft will weiter für ihre Forderungen werben und mit den Eltern ins Gespräch kommen. Von Donnerstag an wird deshalb vor dem Gewerkschaftsgebäude in der Karl-Liebknecht-Straße 30-32 ein Streikzelt in der Zeit von 10 bis 16 Uhr besetzt.

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter, die laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würde. Nach Darstellung des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA ist das nicht bezahlbar. Matthias Roth

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