Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Eskaliert der Farb-Streit von Plagwitz? Leipziger Ordnungsamt droht mit Strafzahlungen
Leipzig Lokales Eskaliert der Farb-Streit von Plagwitz? Leipziger Ordnungsamt droht mit Strafzahlungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 01.05.2013
Ute Richnow und Andreas Dorn. Quelle: André Kempner

"Wir haben uns dafür einen Seitenstreifen an der Hausmauer von sympathischen 45 Zentimetern ausgewählt", schildert Richnow blumig. Schulkinder kamen damals vorbei und malten spontan mit. Inzwischen haben Richnow und ihr Kompagnon Dorn das Kunstwerk vollendet. Von den Anwohnern im Viertel gab es seither "ausschließlich positive Resonanz für unsere Aktion", hält die Künstlerin fest. Abgesehen von einem Nachbarn und der Stadtverwaltung.

Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat der "Kunsttanke" jetzt ein Ultimatum gestellt: Bis zum 30. Mai habe "die Verunreinigung der Gehbahn mit Farbe" wieder zu verschwinden, heißt es in einem Schreiben der Behörde an die Künstler. Anderenfalls droht die Kommune mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Euro und reitet dabei auf Paragraf 52 des Sächsischen Straßengesetzes. Demnach stelle die vorsätzliche Verunreinigung eine Ordnungswidrigkeit dar.

Richnow und Dorn hätten - so das Verkehrs- und Tiefbauamt weiter - nach telefonischer Aufforderung Mitte März nichts unternommen, um den Gehweg zu säubern. Vielmehr seien die Pflastersteine erneut eingefärbt worden, würde "somit eine bewusste weitere Verunreinigung" ins Auge des Betrachters stechen. Vorsorglich hat die Stadt das kreative Duo nun auch darüber aufgeklärt, dass etwaige Aufwendungen zur Beseitigung der Farbe - die laut Richnow und Dorn übrigens ungiftig ist - und Schadensersatzforderungen auf das Konto der "Kunsttanke" gehen sollen. Vorausgesetzt, die Atelier-Betreiber weigern sich weiter, ihre Mal-Aktion rückgängig zu machen - was beide in der Tat nicht beabsichtigen.

"Unter Verunreinigung verstehe ich etwas anderes", bekräftigt Ute Richnow. Der Gehweg sei jetzt bemalt und so solle es auch bleiben. "Für uns ist es völlig undenkbar, dass wir die Aktion rückgängig machen", fährt die Künstlerin fort und verweist dabei auf die Unterstützung durch die Stadtteilbewohner. Mehr noch: Die "Kunsttanke" ruft im Gegenzug zur Solidarität mit ihrer Aktion auf und hat eine Unterschriftenliste im Atelier ausgelegt sowie an die Infotafel des Plagwitzer Cafés "Süß und Salzig" gepinnt. Wem die bunten Pflastersteine gefallen, soll die Listen signieren. "Wir sind keine Spinner und denken uns etwas dabei, wenn wir solche Aktionen machen", sagt Richnow.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.05.2013

Kretz, Felix

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die freiberufliche Krisenberaterin Ulrike Philipp und Reittherapeutin Ella Behn wollen ein neues Coaching-Konzept in Leipzig etablieren, das gestressten Menschen zur Selbsterkenntnis verhelfen soll.

01.05.2013

Es ist das größte Umgestaltungsvorhaben in Grünau seit Jahren. Obwohl Leipzig starke Einwohnerzuwächse erzielt, werden nun im WK 5.1 (Schönau) fast 500 Wohnungen abgerissen.

01.05.2013

Niemand hat den runden Tisch beiseite geschafft, der Raum hat seinen wohnlichen lindgrünen Anstrich behalten und auch die amüsanten Poster der Buchkinder sind noch da.

01.05.2013
Anzeige