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Lokales Eulen, Engel, Eiffelturm an der Leipziger Arena: Der Stoff, aus dem die Träume sind
Leipzig Lokales Eulen, Engel, Eiffelturm an der Leipziger Arena: Der Stoff, aus dem die Träume sind
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23:59 24.08.2014

"Es gibt einfach zu viele schöne Sachen hier" - da ist es in Ordnung, mehr Geld als geplant auszugeben. Am Sportforum reihten sich gestern die Stände des deutsch-holländischen Stoffmarkts.

Auf den Tischen stapeln sich tausende Stoffbahnen in allen Farben und Mustern. Wem der Platz ausgeht, der drapiert die Ware wie Gardinen - und lässt sie vom Dach herunterhängen. Während sich an den Ständen vor allem Frauen drängen, halten sich viele Männer mit den Kindern am Rand und beobachten das Szenario lieber mit einer Bratwurst aus sicherer Entfernung. An jeder Ecke versucht jemand, am Telefon zu erklären, wo genau er steht, auf dass sich die Gruppe wiederfinde.

Juliane Weiner hat ihre beiden Töchter und den Mann vorsorglich zu Hause gelassen. Sie wolle nicht gehetzt werden, sagt sie. Die Leipzigerin besucht mit Freundin Claudia Thiele zum zweiten Mal den deutsch-holländischen Stoffmarkt und genießt die große Auswahl. Die 28 Jahre alten Frauen haben sich einen "groben Plan" gemacht, was sie alles brauchen, und tragen beide schon die weißen Tüten mit deutscher und holländischer Fahne in der Hand. Für die Töchter, fünf Jahre und ein Jahr alt, hat Weiner mit Sternen bedruckten Stoff in den Lieblingsfarben gefunden, in türkisfarben, lilafarben und rot. Thiele hat es für den sechs Jahre alten Sohn etwas schwieriger: "Es muss inzwischen etwas Cooles sein."

Unifarben, mit Flamingos, Rosen, französischen Bulldoggen oder dem Eiffelturm, aus Filz, Baumwolle oder Crêpe Satin - ein Wunsch muss besonders ausgefallen sein, wenn er sich auf dem Stoffmarkt nicht erfüllen lässt. Sogar an den Winter ist gedacht, mit beigen Stoffbahnen, die Elche und Schneeflocken zieren. Die Hände der Besucher fahren über die Stoffe, sie berechnen die Menge, überschlagen den Preis, seufzen dann und gehen weiter oder bitten die Verkäufer, den Stoff zurechtzuschneiden. Außerdem gibt es über den ganzen Markt verteilt viele Plätze mit Borten, Knöpfen, Reißverschlüssen, Faden und Wolle.

Ellen Kammer macht sich keine Illusionen. Sie habe eigentlich etwa 30 Euro angesetzt, sagt sie. "Aber es wird garantiert mehr werden." Die 67 Jahre alte Leipzigerin ist überrascht vom Andrang auf dem Stoffmarkt, aber nach einem Blick auf die Auswahl kann sie es verstehen. Im Gegensatz zu vielen der jüngeren Besucher hat Kammer noch in der Grundschule nähen gelernt und es ihr Leben lang beibehalten. "In der DDR haben wir aus Not genäht und inzwischen gibt es so viele schöne Stoffe."

Etwas Passendes zu finden, scheint auf dem deutsch-holländischen Stoffmarkt für niemanden ein Problem zu sein. Viel eher, nicht zu viel zu kaufen. Ein Paar wünscht Freunden einen schönen Sonntag: "Und gebt nicht so viel Geld aus."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.08.2014

Sofia Dreisbach

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