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Lokales Europa-Freunde demonstrieren in Leipzig für eine starke EU
Leipzig Lokales Europa-Freunde demonstrieren in Leipzig für eine starke EU
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18:00 05.03.2017
„Pulse of Europe“ ist eine parteiunabhängige, überkonfessionelle Bürgerbewegung. Zur Leipziger Kundgebung zierten zahlreiche Europa-Symbole den Marktplatz. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Der Brexit gab für mich den Ausschlag, dass die EU tatsächlich in eine existenzielle Krise geraten könnte“, sagt Paul Dirac (30). Der junge Mann mit der übergroßen Europaflagge in der Hand ist einer von rund 200 Teilnehmern, die sich Sonntagnachmittag von 14 bis 15 Uhr zur „Pulse of Europe“-Kundgebung auf dem Marktplatz versammelt haben. „Reisefreiheit, Freizügigkeit, eine gemeinsame Währung. Das sind Dinge, die darf man nicht einfach so zerbröckeln lassen. Das wäre ein großes Drama“, betont Dirac, der in der ersten Reihe steht.

Die Veranstaltung wird zum ersten Mal auch in der Messestadt abgehalten. Mit ihr soll in Zeiten eines wachsenden Nationalismus ein Zeichen für den europäischen Gedanken gesetzt werden. Dementsprechend lässt Barbara Rucha, Initiatorin des hiesigen „Pulse of Europe“-Ablegers, zu Beginn die Europahymne ertönen. Sie wird vom Publikum freimütig mitgesungen. „Wir blicken mit Optimismus und Stolz auf die EU. Wollen aber auch dazu anstoßen, dass ein konstruktiver Dialog erfolgt“, teilt die 44-jährige Musikerin im Vorfeld mit. In ihrer Einleitung verweist sie unter anderem auf Leipzigs Rolle in der Friedlichen Revolution. Eine Revolution, die Europa nachhaltig verändert habe.

"Bitte wählt europäisch"

Im Publikum haben sich Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft eingefunden. Ausgestattet mit blauen Fahnen und Luftballons, blauen Jacken, Pullovern und Schals. Ein Mann hat sich ein blaues Handtuch, einem Umhang gleich, über die Schultern geworfen. Auch zahlreiche Familien nehmen teil. Zwischen den kurzen Redebeiträgen der Veranstalter werden Lieder aus anderen europäischen Ländern eingespielt. Zum Beispiel ein Fado aus Portugal oder ein Stück aus Polen, das einige Zuhörer zum Mittanzen veranlasst. Die Stimmung ist friedlich und hoffnungsvoll. Immer wieder brandet Applaus auf, wenn Sätze fallen wie „Wer untätig ist, stärkt die anti-europäischen Kräfte“ oder „Freie Medien dürfen nicht diffamiert werden“.

Da sich die schweigende Mehrheit offenbaren soll, darf jeder auf die Bühne treten und am offenen Mikrofon darlegen, warum die EU für ihn ein Gewinn sei. Die Wortmeldungen sind zum Teil sehr persönlich. Eine Rednerin ist zu Tränen gerührt, als sie im Hinblick auf den Brexit von ihrer Tochter berichtet, die in London lebt. Ein Mann ruft Niederländern und Franzosen in ihrer Landessprache zu: „Bitte wählt europäisch.“

Fehler der Vergangenheit korrigieren

Im Gespräch mit der LVZ bekräftigt Hans Tschirner aus Leipzig: „Gerade wir Älteren müssen für unsere Kinder und Enkel eintreten.“ Der 73-Jährige glaubt, dass sich mit einem vereinten Europa einige Fehler der Vergangenheit korrigieren lassen. Birgitta Braun (57) sieht sich selbst als Europäerin, möchte ihre Energie lieber für als gegen etwas aufbringen.

Eine Menschenkette beendet die Kundgebung, die zeitgleich in 34 Städten abläuft – so auch in Halle und Erfurt. Sie soll nächsten Sonntag um 14 Uhr wiederholt werden. Laut Rucha sind dann anlässlich der Wahlen in den Niederlanden alle Teilnehmer in Leipzig angehalten, mit Tulpen zu erscheinen.

Von Matthias Klöppel

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