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Lokales Europaweit einmaliges Clown-Museum ist in Leipzig umgezogen
Leipzig Lokales Europaweit einmaliges Clown-Museum ist in Leipzig umgezogen
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00:18 30.10.2016
In einem der vier Räume stellt Hans-Dieter Hormann Clownfiguren aus Porzellan, Glas, Stoff und Blech sowie in Form von Uhren, Spieldosen oder Briefmarken aus.   Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

 Ein Clown ist ein (Zirkus-)Künstler, der die Menschen zum Lachen bringt. Dass derzeit viele Horror-Clowns die Menschen zum Erschrecken bringen, ärgert Hans-Dieter Hormann: „Den ganzen Mist hatten wir schon mal, nachdem Stephen Kings Buch ,Es’ verfilmt wurde. Nur heute ist es schlimmer, weil noch Gewalt dazukommt.“ Erste Clowns aus seinem Bekanntenkreis hätten schon Absagen für Kita-Veranstaltungen erhalten – dafür hat der Gründer und Betreiber des Leipziger Clown-Museums kein Verständnis. „Es wird Zeit, dass Polizei und Justiz da mal richtig dazwischen funken“, sagt der 68-Jährige. Außerdem sollte man dem Ganzen nicht so viel öffentliche Aufmerksamkeit schenken, dann gehe es schneller wieder vorbei.

Die persönliche gute Laune des ehemaligen Bauingenieurs wird jedenfalls durch die Horror-Clowns nicht getrübt. Im Gegenteil, der Wahlleipziger hat allen Grund zur Freude: Am Sonntag eröffnet sein neues Clown-Museum, nach dem Umzug in die Breite Straße 22/Ecke Crottendorfer Straße. Hormann hatte seine Sammlung, die in Europa einmalig ist, seit 2010 in der Reiskestraße gezeigt. Allerdings platzte das öffentliche Privat-Museum schon bald aus allen Nähten. „Mit Tränen in den Augen musste ich ganz viele neue Ausstellungsstücke absagen, die mir angeboten wurden, weil ich einfach keinen Platz hatte.“ Mit Tränen in den Augen deshalb, weil somit viele einmalige Erinnerungen an große Clowns für immer verloren gegangen sind. Was den Sammler dabei besonders ärgert: Mancher Immobilieneigentümer lässt seine günstig in der Innenstadt gelegene Ladenfläche lieber jahrelang leer stehen, anstatt sie zum erschwinglichen Preis zu vermieten.

Jetzt hat Hormann jedenfalls endlich mehr Platz – das heißt, er kann mehr Exponate zeigen, alles besser anordnen und auch mal umdekorieren. „Das Durcheinander haben wir jetzt strukturiert. Aber um wirklich alles zu zeigen, bräuchte ich doppelt so viel Platz. Da sind wir absolut an der finanziellen Grenze angekommen.“ Schließlich betreibt Hormann das Museum ohne öffentliche Unterstützung, da es aus seiner privaten Sammelleidenschaft hervorgegangen ist.

Laut seiner drei Gästebücher konnte er bisher 30 000 Kinder begrüßen. Den weitesten Weg hatte ein Schüler-Bus aus Bernburg. Ansonsten kamen die Besucher aus vielen Ländern Europas – Schweiz, Italien, Belgien, Holland, Frankreich, Russland oder Dänemark. Alle großen Clowns der Gegenwart waren bei ihm, von Oleg Popow und Antoschka über Clown Pic bis Andrej Jigalov und Pidi Oelhafen. Eine kleine Bühne gibt es auch im neuen Museum.

Am Sonntag sind wieder mehrere Clowns aus der Region zu Gast, die ab 11 Uhr mit ihren Darbietungen die Wiedereröffnung bereichern werden.

Clown-Museum Leipzig, Breite Straße 22, Öffnungszeiten. Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr, Sonntag 13 bis 17 Uhr, Sonderöffnungen und Führungen auf Anfrage, Tel. 0170 3110332

www.clown-museum.de

Von Kerstin Decker

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