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Lokales Ex-CDU-Fraktionsvorsitzender Hähle fordert einen Neustart für das Einheitsdenkmal
Leipzig Lokales Ex-CDU-Fraktionsvorsitzender Hähle fordert einen Neustart für das Einheitsdenkmal
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23:59 12.12.2013
Johannes Hähle Quelle: Wolfgang Zeyen

Die jetzt von der Vergabekammer des Freistaates Sachsen festgestellten Rechtsverstöße (die LVZ berichtete) sollten für die Verantwortlichen im Neuen Rathaus der letzte Anstoß sein, die bisherigen Entwürfe zu den Akten zu legen und einen Neustart zu versuchen. "Die aktuellen Wettbewerbsergebnisse werden der Bedeutung des Ereignisses nicht gerecht und sind auch nicht geeignet, die Beteiligten der Friedlichen Revolution zu ehren", so der Nordvorstädter. Sie könnten auch künftige Generationen nicht an die Ereignisse erinnern und mahnen. "Ich kann mich immer weniger des Eindrucks erwehren, dass die Wettbewerbsergebnisse der anstehenden Platzgestaltung dienen sollen und nicht einem würdigen und angemessenen Erinnern an die Ereignisse von 89", so Hähle.

"Keine Gewalt - Herbstgarten" Quelle: PR .

Er plädiert deshalb dafür, eine neue Ausschreibung für einen neuen Wettbewerb zu formulieren und darin diesmal kein Flächendenkmal zu präferieren. "Zeitdruck oder der mögliche Verlust der Bundesmittel für das Denkmal sind in dieser Frage kein guter Ratgeber", schreibt Hähle den Entscheidern der Stadt ins Stammbuch. "Auch der Geldgeber muss in meinen Augen an einer sinnvollen Lösung interessiert sein. Ich glaube, er ist es auch." Damit die Mittel durch die erneute Ausschreibung nicht verfallen, sollten darüber "Gespräche auf höchster Ebene" geführt werden. "Diese sechs Millionen Euro sind Steuerzahlergeld und sollen für ein würdiges Denkmal eingesetzt werden", betont der 76-Jährige. Ihre Verfügbarkeit dürfe die Stadt nicht dazu verführen, den nächstbesten Vorschlag zu nehmen. "Dann sollten wir das Geld lieber zurückgeben." Es stimme nicht, dass sich die Stadt damit der Lächerlichkeit preisgeben würde, wie manche behaupten. "Leipzig würde verantwortungsbewusst handeln", so der Senior. "Auch der Geldgeber hat ein Interesse an einem brauchbaren Ergebnis, das auch von einer deutlichen Mehrheit der Bürger der Stadt mitgetragen wird."

Sollte die Durchführung eines neuen Architekten-Wettbewerbes scheitern, müsse Leipzig "die Kraft des Volkes" für sein Freiheits- und Einheitsdenkmal mobilisieren. Dann sollte ähnlich wie beim Völkerschlachtdenkmal eine Gruppe von Leipzigern den Denkmalsbau in die Hand nehmen. Denkbar sei aus seiner Sicht das Leipziger Stadtforum, eine Initiative von Architekten, Denkmalschützern und bauinteressierten Bürgern. Wenn es gelingt, einen von allen Leipzigern getragenen Denkmalsentwurf zu finden, wäre auch die Finanzierung kein unüberwindliches Problem. "Wie beim Völkerschlachtdenkmal würde sich sicher auch ein solches Denkmal mit Hilfe von Sponsoren und Spenden bauen lassen", so Hähle.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2013

Andreas Tappert

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