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Ex-Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe gegen Leipziger Tafel – Kopfschütteln beim Verein

Ex-Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe gegen Leipziger Tafel – Kopfschütteln beim Verein

Die Leipziger Tafel ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Netzwerks der Messestadt. Hunderte Menschen in prekären Lebenssituationen erhalten in den beiden Ausgabestellen täglich für kleines Geld Lebensmittel von Supermärkten, Bäckereien und Co.

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Lebensmittelausgabe bei der Leipziger Tafel in der Jordanstraße 5a.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. , die nicht mehr verkauft werden konnten. Ein ehemaliger Mitarbeiter kritisiert nun jedoch die Ausgabepraxis der Einrichtung, veröffentlichte

im Internet einen vielbeachteten Brief

mit Vorwürfen. So sollen sich angeblich Tafel-Mitarbeiter an den gespendeten Lebensmitteln bereichern und Fahrzeuge in desolatem Zustand sein. Der Vorstand der Leipziger Tafel weist die Anschuldigung zurück.

Andreas K. arbeitete seit September bis zu seiner Kündigung vor wenigen Tagen für die Leipziger Tafel, bei der auch seine Partnerin aushalf. Er wurde als Fahrer gebraucht, sollte Lebensmittelspenden aus den Supermärkten abholen und in die Ausgabestellen bringen. „Dass etwas nicht ganz rund läuft, fiel mir schon auf, als meine Lebensgefährtin einmal nach der Arbeit mit vollen Tüten nach Hause kam. Da waren nur feinste Sachen drin – im Wert von 70 bis 80 Euro“, sagte der 42-Jährige gegenüber LVZ-Online. Als er später selbst an der Lebensmittelausgabe stand, sei ihm aber aufgefallen, dass die Waren dort eher „nicht so gut waren“.

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Leipzig. Die Leipziger Tafel ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Netzwerks der Messestadt. Hunderte Menschen in prekären Lebenssituationen erhalten hier täglich für kleines Geld Lebensmittel von Supermärkten, Bäckereien und Co., die nicht mehr verkauft werden konnten. Ein ehemaliger Mitarbeiter kritisiert nun jedoch die Ausgabepraxis der Einrichtung, veröffentlichte einen Brief im Internet.

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Andreas K. befragte seinen Chef, erhielt nach eigenen Angaben aber nur eine harsche Zurechtweisung. „Ich denke inzwischen, die sehr guten Lebensmittel behalten die Chefs, die guten nehmen die Mitarbeiter und der Rest geht an die Bedürftigen“, so der Ex-Mitarbeiter, der angeblich auch verschimmelte Ware gesehen haben will. „Ich will auf keinen Fall, dass die Leipziger Tafel geschlossen wird. Aber es kann doch nicht sein, dass die Spenden nicht dorthin kommen, wo sie hinsollen: zu den Bedürftigen“, sagte K.

Tafel-Chef Wehmer: „Es gibt keine Unterschiede“

Die Verantwortlichen des Trägervereins lasen K.’s Brief im Internet und reagieren mit Kopfschütteln: „Die Anschuldigungen haben den Vorstand und viele Kollegen sehr erbost und gleichzeitig in Erstaunen versetzt“, sagte der Tafel-Vorsitzende Werner Wehmer gegenüber LVZ-Online. Die Kunden erhalten nur gute und einwandfreie Waren. „Und es gibt auch keine Unterschiede!“ Zudem verwahrte sich der Tafel-Chef vehement gegen den Schimmelvorwurf. „Wir reißen alle Netze und Verpackungen auf, nehmen verschimmelte Waren raus und sortieren den Rest neu“, so Wehmer. Nicht zuletzt, werde das Projekt regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert, so erst vergangene Woche. „Dabei gab es im Lebensmittelbereich keine Beanstandungen“, betont Wehmer.

Richtig sei aber, dass auch Mitarbeiter an der Lebensmittelausgabe partizipieren können. „Denn viele sind ja selbst Hartz-4-Bezieher oder haben nur eine Mindestrente. Deshalb bekommt jeder Tafel-Mitarbeiter berechtigt einen Tafel-Pass und kann sich einmal pro Woche Waren im Wert von 30 bis 40 Euro mitnehmen. Davon haben Herr K. und seine Lebensgefährtin auch ständig Gebrauch gemacht“, so Wehmer weiter.

Mängel bei den Tafel-Lieferwagen?

Auch über Vorwürfe ihres Ex-Mitarbeiters zum Zustand die Fahrzeugflotte wundert sich die Tafel-Leitung. Andreas K. berichtet von vielen Mängeln am Transporter, den er fahren sollte: „Der Lieferwagen hatte mehr als 300.000 Kilometer runter, die Kupplung musste man regelrecht reintreten, die Reifen waren sehr alt und irgendwann fiel uns auf, dass auch die Bremse nicht mehr funktionierte“, erklärte K. Laut Tafel-Chef Wehmer entspricht das nicht der Wahrheit: „Unsere Autos sind immer topgewartet, die haben bei uns oberste Priorität. Wir verwenden nur beste Qualität, die Reifen sind immer in gutem Zustand.“ Seine Fahrer seien zudem angewiesen, bei auftretenden Mängeln sofort eine bestimmte Fachwerkstatt anzusteuern.

Zumindest in Zukunft wird Andreas K. nicht mehr in einem Tafel-Fahrzeug sitzen. „Wir haben uns mittlerweile von dem Herrn getrennt“, sagte Werner Wehmer am Montag. Der Geschasste kündigte an, gegen die Entlassung und die genannten Gründe juristisch vorgehen zu wollen. Unter anderem sei laut K. eine zu diffuse Krankschreibung angegeben worden sein. "Dabei hatte ich lediglich einen Bänderriss durch einen Unfall mit unserem Hund", so der 42-Jährige.

Matthias Puppe

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