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Fabrik-Ruine von Gurken-Schumann am Bayerischen Bahnhof soll abgerissen werden

Fabrik-Ruine von Gurken-Schumann am Bayerischen Bahnhof soll abgerissen werden

Ein Schandfleck im Leipziger Zentrum-Südost soll demnächst verschwinden: Die ehemalige Gurkenkonservenfabrik Gebrüder Schumann am Bayerischen Bahnhof, im Volksmund Gurken-Schumann genannt, steht bereits seit rund 20 Jahren leer und verfällt.

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Seit rund 20 Jahren steht die Fabrik von Gurken-Schumann am Bayerischen Bahnhof leer. Jetzt soll die alte Industriebrache abgerissen werden.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Immer wieder kommt es dort zu Bränden. Die Linken im Stadtrat wollen nun erreichen, dass die Ruine noch 2013 vor der Inbetriebnahme des benachbarten City-Tunnels im Dezember abgerissen wird.

„Das könnte eine Initialzündung für die Gesamtentwicklung der Achse am Bayerischen Bahnhof sein“, sagt Siegfried Schlegel, Sprecher für Stadtentwicklung der Linken. Rund 100.000 Euro würde ein Abriss seinen Berechnungen zufolge kosten. Geld, das aus Fördermitteln des Programms Stadtumbau Ost oder von der Deutschen Bahn kommen könnte, wie die Fraktion in ihrem Haushaltsantrag vorschlägt.

Großbrand wütete 2011 in Fabrik-Ruine

Stadtrat Schlegel hält die Industriebrache am Dösner Weg für ein erhebliches Sicherheitsrisiko, hatte es in den letzten Jahren doch mehrfach in der alten Fabrik gebrannt. Im Sommer 2011 stand das baufällige Gebäude wegen Brandstiftung lichterloh in Flammen. Die riesige Rauchsäule war über der ganzen Stadt zu sehen.

Auch der Polizei ist die einsturzgefährdete Ruine deshalb ein Dorn im Auge. „Das ist ein Ort, der für Sicherheit und Ordnung eine Gefahr darstellt“, sagt Polizeisprecher Uwe Voigt auf Anfrage von LVZ-Online. Mangels Absperrungen waren in der Vergangenheit immer wieder Kinder und Jugendliche in das Gebäude eingestiegen, das sich in direkter Nachbarschaft zur Pablo-Neruda-Grundschule befindet. Regelmäßig sei dort auch Unrat angezündet worden. „Wir wären froh, wenn diese Gefahrenquelle endlich beseitigt würde“, so Voigt.

Grünfläche statt Gurkenfabrik: Abriss könnte im Sommer starten

 

Der Abriss der Fabrik könnte im Sommer beginnen, sollten die Fachausschüsse der Stadt zustimmen. Dort wird der Antrag in den nächsten Tagen zunächst beraten. „Wenn der Wille da ist, kann die Sache im Frühjahr entschieden sein“, denkt Schlegel. Dann könne die Ausschreibung für den Abriss starten. Zuvor seien allerdings noch offene Grundstücksfragen zu klären, zum Beispiel ob die Deutsche Bahn das Gebäude zunächst an die Stadt übertragen muss.

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Viel Grün, neue Wohnhäuser und Geschäfte: So stellen sich die Architekten die Neugestaltung der Brache am Bayerischen Bahnhof vor.

Quelle: c Wessendorf Loidl

Nach Recherchen des Vereins Pro Leipzig wurde die Fabrik um 1890 erbaut. Die Gurken- und Gemüsekonserven der Gebrüder Schumann waren auch über die Grenzen Leipzigs hinaus bekannt. Kurz nach der Wende wurde die Produktion jedoch eingestellt und das Gebäude dem Verfall überlassen. Anwohner fordern deshalb bereits seit Jahren den Abriss der Ruine. Anstelle der Fabrik soll eine Grünfläche entstehen. Auch ein Spielplatz wäre denkbar, so Schlegel.

Die Stadt will langfristig das gesamte Areal hinter dem Bayerischen Bahnhof zu einem neuen Stadtquartier verwandeln. Sport- und Freizeitflächen, Radwege, Wohnungen und Geschäfte sollen in den nächsten zehn bis 15 Jahren zwischen der Südvorstadt im Westen und Straße des 18. Oktobers im Osten entstehen. „Der Abriss der alten Fabrikruine wäre dafür das richtige Startsignal“, meint Schlegel.

Robert Nößler

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