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Lokales Fahrrad-Chaos am Leipziger Uni-Campus - Problem hat sich noch verschärft
Leipzig Lokales Fahrrad-Chaos am Leipziger Uni-Campus - Problem hat sich noch verschärft
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23:59 05.07.2013
Zugeparkt: Zwischen Mensa und Moritzbastei ist durch abgestellte Räder für Passanten zuweilen kaum ein Durchkommen. Quelle: rad

Vor allem zwischen Mensa und Moritzbastei ist für Passanten zuweilen kaum ein Durchkommen. Der Studentenrat (Stura) gibt der Stadtverwaltung eine Mitschuld an der Situation, weil sie beim Aufstellen weiterer Radbügel auf die Bremse trete.

Friedemann Goerl wollte es genau wissen und schob als Stura-Referent für studentische Mobilität eine Zählaktion an, um das Problem zu quantifizieren. Ergebnis der Erfassung an einem Mittwoch: 1162 Pedalritter hatten ihre Gefährte an einer regulären Abschließvorrichtung deponiert, während 1032 Räder mehr oder weniger gesichert in der Gegend herumstanden. Vor der Mensa offenbarte sich die Lage als besonders krass, rund 250 Räder waren bis an die Mauern der Moritzbastei abgestellt. Das sei ganz klar ein Schwerpunktbereich, "wo etwas passieren muss", meint Goerl - und wirft der Kommune Tatenlosigkeit vor. "Über den Mobilitätsfonds der Studierendenschaft haben wir schon über 1000 Radbügel an Einrichtungen der Uni finanziert und würden auch im Mensa-Bereich zu den bisher nur 24 existierenden weitere installieren, aber die Stadt zeigt sich da nicht kooperativ." Die entsprechende Planung sei nicht in Gang gekommen, geschweige denn eine Aufstell-Genehmigung erteilt.

Für Edeltraut Höfer, die Leiterin des Verkehrs- und Tiefbauamtes, stellt sich allerdings die Frage, was auf dem Areal eigentlich Priorität haben soll, denn schließlich habe es erst jüngst grünes Licht für den Ausbau des Mensa-Freisitzes um rund 100 Plätze gegeben. Kritisch sieht sie auch die Bauausführung der Fahrrad-Garage unter der Mensa, die rund 600 Stellkammern hat. Die Zufahrt gehe nur über eine Schieberampe und das sei in punkto Nutzerfreundlichkeit nicht gerade im Sinne des Erfinders.

Eine Stura-Analyse ergab, dass der Radkeller durchschnittlich zu 60 Prozent belegt ist, zu Stoßzeiten liege die Auslastung aber "trotz der unpraktischen Rampe" deutlich höher. Bei einer LVZ-Visite gestern Mittag war die Garage nahezu ausgebucht - im Gegensatz zum zweiten Raddepot im Paulinum-Keller, das etwa 1100 Drahtesel beherbergen kann. Nur ein Drittel der Stellplätze in der sogenannten Paula, in die sich barrierefrei rollen lässt, war belegt, während wenige Meter entfernt in der Universitätsstraße wieder Notstand herrschte. "Die Leute sind einfach zu bequem, um noch die paar Meter bis zur Paula zu fahren oder wissen schlicht nicht, dass es sie gibt", so Björn Hennecke, der sein Gefährt immer im Paulinum parkt. Es müsse da noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, findet Goerl. Ob die fruchtet, bezweifelt Hennecke und steuert einen Vorschlag bei: "An die Mensa-Fassade gehört ein großes Hinweisschild auf die Paula."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.07.2013

Beck, Mario

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