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Lokales Fahrraddiebstähle – Rathaus stellt sich vor Leipzigs Polizei
Leipzig Lokales Fahrraddiebstähle – Rathaus stellt sich vor Leipzigs Polizei
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18:47 17.10.2017
Fahrraddiebe fühlen sich in Leipzig besonders wohl. Quelle: dpa
Leipzig

 Die Leipziger sollen mehr dafür tun, dass ihre Fahrräder nicht gestohlen werden. Mit diesem Appell reagierten gestern Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) und der leitende Polizeidirektor Jens Galka auf den explosionsartigen Anstieg der Fahrraddiebstähle. Es gebe neue Spezialschlösser und Handy-Apps, die sich die Leipziger dafür zulegen könnten. Stadt und Polizei würden außerdem über eine „neue Projektstruktur“ nachdenken, um die Bürger zu mehr Prävention zu animieren. Es sei angedacht, Fahrradverleiher, -händler, die Wohnungs- und die Versicherungswirtschaft in ein Netzwerk einzubinden, das Fahrradbesitzer dazu bewegen soll, mehr in die Sicherheit ihrer Räder zu investieren. Wie berichtet, ist die Zahl der Fahrraddiebstähle von 6851 (2015) auf 9642 (2016) gestiegen. Gleichzeitig sank Aufklärungsquote der Polizei bei dieser Deliktart von 11,8 (2014) auf (2015) und 6,3 Prozent (2016). „Jedes zweite Fahrrad in Sachsen wurde 2016 in Leipzig gestohlen“, sagte Rosenthal. Würden die Diebstähle auf hunderttausend Einwohner heruntergebrochen, liege Leipzig nach Münster bundesweit auf Platz zwei.

Bei der jüngsten Sicherheitsumfrage der Stadt hätten 91 Prozent der Leipziger angegeben, dass sie es für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich halten, Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden, teilte der Bürgermeister mit. Angesichts der immer niedrigeren Aufklärungsquote der Polizei „könnte man den Eindruck eines Komplettversagens gewinnen, aber den haben wir nicht“, erklärte er.

Rosenthal begründete dies vor allem mit den Anreizen, die es in Leipzig offenbar für Fahrraddiebe gibt. Wenn man unterstelle, dass ein Großteil der Fahrraddiebstähle von organisierten osteuropäischen Banden begangen wird, stelle sich die Frage, warum im deutlich näher an der tschechischen Grenze gelegenen Dresden im vergangenen Jahr rund 6000 Fahrräder weniger gestohlen wurden. Dies zeige, dass es in Leipzig „besonders viele Tatgelegenheiten, eine hohe Anonymität und soziale Dinge“ gebe, die das Stadtgebiet „zu einem idealen Standort für Tätergruppen“ machen würden. Osteuropäische Diebe würden deshalb offenbar lieber den etwas weiteren Weg nach Leipzig in Kauf nehmen als den kürzeren nach Dresden zu wählen.

Polizeidirektor Galka berichtete von mehreren Lkws voller Fahrräder, die im vergangenen Jahr an der tschechischen Grenze entdeckt worden sind. „Bei einem waren 70 codierte Fahrräder aus Leipzig dabei – jedes mehr als tausend Euro teuer“, so der Experte. Die Polizei könne sich den hohen Anstieg der Fahrraddiebstähle trotzdem nicht erklären. „Wir waren einsatztechnisch extrem hoch in anderen Bereichen engagiert, zum Beispiel im Demogeschehen“, erklärte er. „Wir haben jetzt unsere Kontrollen an den Schwerpunkten Schwanenteich und Innenstadt erhöht.“

Rosenthal berichtete, die Leipziger würden inzwischen immer häufiger teure Fahrräder zu Hause lassen und lieber mit preisgünstigen Zweit- und Dritträdern fahren. Für sie werde keine teure Sicherheitstechnik angeschafft und würden sie gestohlen, auch häufig keine Anzeige mehr erstattet.

Von Andreas Tappert

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