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Fairness-Zonen sollen Ansturm im Leipziger Clarapark verträglich machen

Fairness-Zonen sollen Ansturm im Leipziger Clarapark verträglich machen

Das neue Nutzungskonzept für den immer stärker frequentierten Clara-Zetkin-Park ist am Sonnabend konkreter geworden. Während einer mehrstündigen Parkwerkstatt in der Anna-Magdalena-Bach-Grundschule sprachen sich rund 50 Teilnehmer dafür aus, keine neue Parkordnung zu erlassen.

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Der Clara-Zetkin-Park wird immer stärker genutzt. Damit jeder Erholung findet, wird über neue Regeln diskutiert.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Diese war erwogen worden, um im Park zum Beispiel Einweg-Grills zu verbieten, mit denen die Rasenflächen zerstört werden. Auch eine stärkere Abgrenzung von Fußballspielern, Skatern und Radfahrern war erwogen worden. Stattdessen setzen die Akteure jetzt auf "Fairness-Zonen" nach dem Vorbild von Wien. Dort wurden am Donaukanal an zentralen Orten blaue Markierungen angebracht, die erfolgreich für ein faires Miteinander werben.

Auch von einer Image-Kampagne für den Clarapark war am Sonnabend die Rede. Mit ihrer Hilfe könne auf schützenswerte Pflanzen- und Tierarten in der grünen Oase hingewiesen und so der hohe Wert des beliebten Kulturparks betont werden, hieß es. Patenschaften für Pflanzen wurden ebenfalls angeregt - ebenso die Initiative "Mein Park", die die Identifikation der Leipziger mit ihrem Clarapark stärken und den sorgsamen Umgang fördern soll.

Die Parkwerkstatt gehörte zu einer ganzen Reihe von Aktivitäten, die Grünflächenamtsleiterin Inge Kunath angeschoben hat, um den Park für die Zukunft fit zu machen. Denn das 125 Hektar große Areal zwischen Karl-Tauchnitz- und Ferdinand-Lassalle-Straße lockt ständig mehr Besucher an. Wurden in den 1990er-Jahren rund 600 000 Menschen gezählt, die sich jährlich dort erholten, so sind es mittlerweile rund zwei Millionen. "Wir müssen uns darauf einrichten, dass diese Anzahl in nicht ferner Zeit auf drei Millionen Nutzer ansteigen wird", skizziert Kunath den Handlungsbedarf. Im angrenzenden Musik- und Bachviertel würden mittlerweile die letzten Brachflächen bebaut, was die Anzahl der potenziellen Nutzer ebenso ansteigen lasse wie das Wachstum der Leipziger Einwohnerzahl. Damit sich die Menschenmassen im Park verträglich aufhalten können, seien neue Regeln erforderlich.

In der Parkwerkstatt wurde am Sonnabend auch ausgelotet, wie der Zugang zu den Erholungsflächen verbessert werden kann. Dabei wurde Konsens darüber erzielt, dass auf der Käthe-Kollwitz-Straße eine zusätzliche Haltestelle für die Straßenbahn eingerichtet werden sollte. Der Haltestellen-Abstand zwischen der Nonnen- und der Marschnerstraße sei zu lang - Parkbesucher würden einen zusätzlichen Stopp in Höhe der Moschelesstraße benötigen, hieß es. Außerdem wurde gefordert, die Ferdinand-Lassalle-Straße als Fahrradstraße auszuweisen und so in die Parknutzung zu integrieren. In solchen Straßen müssen Autofahrer Tempo 20 fahren und sich nach Radfahrern richten.

Neue Fußgängerüberwege

Konsens wurde auch darüber erzielt, dass zusätzliche Fußgängerüberwege am Park geschaffen werden müssen - am besten nach dem Vorbild des Überganges in der Edvard-Grieg-Allee. Ähnliche müssten in der Karl-Tauchnitz-Straße entstehen, hieß es. Dort könnten viel mehr Fahrradfahrer unterwegs sein, wenn der katastrophale Belag des Geh-/Radweges in der Platanenallee instandgesetzt und Fahrradstreifen markiert würden.

Rückenwind gab es für den Vorstoß der grünen Ratsfraktion, die Anton-Bruckner- und die Max-Reger-Allee als Straßen zu entwidmen. Dadurch könne sichergestellt werden, dass diese Bereiche nicht mehr als große Abstellfläche für Autos oder als Umleitungsstrecke genutzt werden, hieß es.

Diskutiert wurde auch das bestehende Reinigungskonzept. "Es gibt nicht zu wenige Papierkörbe, aber einige stehen an den falschen Stellen und sollten neue Standorte erhalten", erklärte Fritjof Mothes vom Leipziger Planungsbüro Stadtlabor, das die Moderation der Parkwerkstatt übernommen hatte. Auch Amtsleiterin Kunath kündigte an, über das Entleerungssystem neu nachzudenken.

In den nächsten Wochen wird weiter am neuen Parkkonzept gefeilt. Vorgesehen ist, die Ergebnisse im Herbst auf einem öffentlichen Forum zu diskutieren und daraus eine Vorlage für den Stadtrat zu erarbeiten. Diese soll die Überschrift "Masterplan für die zukünftige Nutzung des Clara-Zetkin-Parks" tragen und zur Abstimmung gestellt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.06.2014

Andreas Tappert

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