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Lokales Farbige Bilder erzählen von Leipzigs vergangenen Großevents
Leipzig Lokales Farbige Bilder erzählen von Leipzigs vergangenen Großevents
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19:10 08.07.2016
Präsentation eines Robur-Lkws bei einer Leipziger Messe: Ute Richter (kleines Bild) fand dieses Foto im Nachlass ihres Vaters Quelle: Gerhard Fischer / André Kempner
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Leipzig

Ute Richter staunte, als im Internet beim Leipzig-Album der LVZ Fotos der Abzweigung Prager Straße/Riebeckstraße von 1992 gezeigt wurden. An der Stelle, an der heute der Verkehr am Technischen Rathaus auf vier Spuren vorüberbraust, fuhren Autos damals noch auf einer schmalen Straße. Diese mussten sie sich zudem mit Straßenbahnen teilen. Erst im Sommer 1993 wurden die meisten alten Gebäude abgerissen und die Magistrale zu ihrer heutigen Breite vergrößert. Richter konnte sich nicht mehr genau erinnern, „wo da früher Häuser standen und wo eine Brache war“, sagt sie und freut sich über die Fotos, die diese Veränderungen zeigen.

Erkennt heute fast niemand wieder: Günter Wächtler fotografierte die Kreuzung Prager Straße und Riebeckstraße vor dem Umbau 1992. Heute steht an gleicher Stelle das Technische Rathaus. Quelle: Günter Wächtler

Leipzig hat sich seit der Friedlichen Revolution an vielen Stellen stark verändert – oft zum Guten. Viele alte, verfallene Häuser wurden gerettet, erstrahlen heute in neuem Glanz. Andere Stellen wurden neu bebaut, so dass sie heute völlig anders aussehen, als damals. Die Erzieherin Ute Richter spaziert zwar gelegentlich mit den Kids aus der Kindertagesstätte an der Prager Straße entlang, die alte Gestaltung der Magistrale, die zu DDR-Zeiten Leninstraße hieß, fiel ihr aber erst beim Anblick der Fotos wieder ein. „Es ist ein toller Anstoß, sich über die Bilder zu erinnern“, sagt sie. Natürlich habe sie auch ihre eigenen Kindheitserinnerungen. „Aber durch das Leipzig-Album wird man noch mehr angeregt, sich zu fragen: Da bist du doch auch öfter vorbeigekommen, wie sah das damals aus?“, schildert sie.

Zu Besuch bei Ute Richter in Zweinaundorf: Die nebenberufliche Weberin hat in ihre Werkstatt eingeladen, wo ein großer Webstuhl steht. Heute hat die 59-Jährige Fotos ihres Vaters Gerhard Fischer auf dem Tisch ausgebreitet – sozusagen den Stoff ihrer frühen Kindheit. Damals, in den Fünfzigerjahren bis in die Neunzigerjahre hinein, lebte die Familie in der Kohlgartenstraße in Reudnitz und ging oft in die Markuskirche. Dort wurde Ute Richter getauft und konfirmiert. Die Kirche musste 1978 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Ihr Vater, Kinderarzt im Klinikum St. Georg und später in einer Kinderarzt-Praxis in der Nähe des Felsenkellers tätig, war passionierter Hobby-Fotograf. Zu besonderen Anlässen filmte er seine Familie und die Wohnumgebung mit einer 8-Millimeter-Kamera. „Das war immer ein Highlight in der Familie, wenn die Filme gezeigt wurden. Die Leinwand musste aufgebaut werden und nach dem Anschauen war das Zurückspulen der Filme für uns Kinder sehr spannend“, erinnert sie sich.

Das Leipzig-Album

Worum es beim Leipzig-Album geht und wie sie mitmachen können
Das Leipzig-Album bei Facebook

Vor der Geburt seiner Tochter Ute im Jahr 1956 war Gerhard Fischer viel in der Stadt unterwegs und machte dabei auch farbige Dias von damaligen Großereignissen – von den Messen etwa. Oder vom Evangelischen Kirchentag 1954. Satte 650. 000 Besucher kamen seinerzeit zur Hauptversammlung ins Rosental, ein Rekord. Zwei Jahre später war Fischer dabei, als das aus Kriegstrümmern gebaute Zentralstadion eingeweiht wurde – zunächst mit einem großen Festumzug durch die Stadt und dem 2. Deutschen Turn- und Sportfest. An der aufwendig inszenierten Prozession und den anschließenden Choreografien im Stadion beteiligten sich Tausende von Leipzigern. Fischer fotografierte wie ein Weltmeister.

Für Ute Richter kam das Leipzig-Album zufällig und zum richtigen Zeitpunkt, denn sie hatte kurz zuvor den Nachlass ihrer Eltern sortiert. „Im vorigen Sommer haben wir im Keller Kisten mit Fotos und Dias gefunden.“ Auch alte Postkarten fielen ihr dabei in die Hände. Auf der Facebook-Seite „Leipzig-Album“ stoßen die Bilder auf Begeisterung. Etwa die Dias vom Zentralstadion. Vielen fällt ein, dass sie damals dabei waren.

Clemens Haug

Mitmachen

Senden Sie uns gerne Ihre alten Fotoerinnerungen an Leipzig per E-Mail an lesermarkt@lvz.de (Betreff: „Leipzig Album “) oder per Post an die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG , Vertrieb & Marketing, „Leipzig Album“, Peterssteinweg 19, 04107 Leipzig.

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