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Fast sechs Jahre Haft für Wachmann: Leipziger streitet die Tat ab, seine Frau bricht in Tränen aus

Fast sechs Jahre Haft für Wachmann: Leipziger streitet die Tat ab, seine Frau bricht in Tränen aus

Wachmann Daniel B. beteuerte am Freitag bis zum Schluss: "Ich bin unschuldig. Ich liebe meine Frau und meine Kinder." Doch das Landgericht hielt den 29-jährigen Wachmann aus Leipzig der Brandstiftung für überführt.

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Der Angeklagte am Landgericht Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es verhängte wegen drei Fällen fünf Jahre und zehn Monate Haft. Staatsanwältin Katrin Minkus hatte für sechs Jahre plädiert, Verteidigerin Ute Richter für Freispruch.

Ausgerechnet in dem Mehrfamilienhaus in der Idastraße, in dem auch Daniel B. mit seiner Frau (29) und den beiden Kindern (3 und 6) gelebt hat, brannte es Anfang 2013 binnen Stunden gleich zweimal lichterloh. Am 8. Januar zerstörte das Feuer massiv Leitungen im Keller, so dass die knapp 50 Mieter ihre Wohnungen zunächst verlassen mussten. Und in der Nacht darauf, am 9. Januar, loderten in dem leer stehenden Haus im Obergeschoss die Flammen. Außer den materiellen Schäden (etwa eine Million Euro) waren auch die immateriellen immens. So bekam ein Mann angesichts der Zerstörungen einen Herzanfall.

Zwar gibt es keine objektiven Beweise. Die 6. Strafkammer - wie auch die Staatsanwaltschaft - hielt den Wachmann aufgrund einer Indizienkette für überführt. So habe er sich entgegen seiner Angaben beim ersten Feuer in der Idastraße nicht auf dem Weg zur Arbeit befunden, sondern in unmittelbarer Nähe in Volkmarsdorf. Und beim Ausbruch des Feuers in der Nacht sei er allein im Haus gewesen. "Danach legten Sie eine falsche Fährte", sagte Richter Jens Kaden. Daniel B. habe den Verdacht auf eine Frau gelenkt.

Und das Motiv? "Meine Erklärung: Er sucht Anerkennung", so Staatsanwältin Minkus. Sie griff die Einschätzung von Psychiater Peter Spindler auf. Nach dessen Ansicht verfügt der 29-Jährige über die Neigung, sich in den Vordergrund zu stellen. Richter Kaden sprach von Geltungsdrang. B., der in einem Heim aufwuchs, Zeitsoldat war, habe große Pläne gehabt, zeigen wollen, was er drauf hat. "Er fühlte sich auf Arbeit unter Wert verkauft." So soll B., als er in der Arena eingesetzt war, Ende 2012 auch dort gezündelt, dann Alarm geschlagen haben. "Sie wollten zeigen, dass Sie der fähige Mann sind, der von der Arena Gefahr abwenden kann." Doch die Sicherheitsfirma setzte B. als Wachposten bei einem City-Juwelier ein. "Dort hat es Ihnen nicht gefallen. Sie wollten weg", so Kaden. "Alles Spekulationen", hielt die Verteidigerin dagegen. "Es gibt keinen zweifelsfreien Tatnachweis." Sie prüft, ob sie Revision einlegt. Nur die Verfahren um sechs Brände in einer Gartenanlage an der Merseburger Straße, in der B. als Wachmann tätig war, hatten in ihrem Sinne mit Einstellung oder Freispruch geendet.

Wie erstarrt verfolgte am Freitag die Frau des Angeklagten, die auch nach der Inhaftierung ihres Mannes bereits Mitte Januar an der Ehe festhielt, die Urteilsbegründung. Auch ihr gegenüber beschwor er seine Unschuld. Als er in Handfesseln abgeführt wurde, brach sie in Tränen aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.09.2013

Sabine Kreuz

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