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Lokales Fehlende Anker womöglich Ursache für Gerüst-Einsturz
Leipzig Lokales Fehlende Anker womöglich Ursache für Gerüst-Einsturz
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13:03 23.11.2009
Leipzig

Die Polizei will sich frühestens am Freitag zu möglichen Ursachen äußern. Die verantwortliche Gerüstbaufirma sah sich bereits einen Tag vorher nach der ersten Einschätzung der Gutachter weitgehend entlastet.

„An uns lag es nicht“, so Geschäftsführer Jan Schirmer gegenüber der LVZ. Demnach sollen mindestens zwölf der Anker, mit dem seine Firma das 15 Meter breite und ebenso hohe Gerüst an dem Haus befestigt hatte, gefehlt haben. „Die sind gelöst worden“, war sich Schirmer sicher. „Zu 99 Prozent ist das die Ursache für den Einsturz gewesen.“

Das Entfernen der Anker sei durchaus gängige Praxis auf dem Bau. Denn die Halterungen in der Fassade können beispielsweise beim Verputzen stören. „Deshalb werden sie von vielen Bauleuten einfach rausgemacht“, so Schirmer. „Das ist schätzungsweise auf 98 Prozent unserer Baustellen der Fall, weshalb wir aus Sicherheitsgründen schon mehr Anker anbringen als vorgeschrieben.“ Meistens würden diese später wieder befestigt, zuweilen blieben sie aber dauerhaft draußen. Laut Schirmer ist das kreuzgefährlich: Bereits ein oder zwei fehlende Anker könnten zum Einsturz eines Baugerüsts führen, wenn es sich um tragende Halterungen handelt. Die Kontrolle und Verantwortung obliege aber dem jeweiligen Bauleiter.

Die Polizei hielt sich mit konkreten Schuldzuweisungen noch zurück. „Es wird weiterhin wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt“, sagte Behördensprecherin Birgit Höhn. „Aber wir müssen erst die endgültigen Untersuchungsergebnisse der Sachverständigen abwarten, um sagen zu können, woran es gelegen hat und wer die Verantwortung trägt.“

Unterdessen dauerten die Räumungsarbeiten auf der komplett gesperrten Hermann-Liebmann-Straße auch gestern noch an. Das zehn Tonnen schwere Gerüst war am Mittwoch gegen 11.30 Uhr umgestürzt, über die Oberleitungen der Straßenbahn gegen das gegenüber liegende Gebäude gekippt. Allein der Materialschaden am Gerüst dürfte sich nach Schirmers Schätzung auf etwa 40 000 Euro belaufen. Äußerst günstige Umstände verhinderten eine Katastrophe. „Wir hatten gleich dreimal Glück“, so Polizeisprecherin Höhn. „Es war Feiertag, es war kaum Verkehr und die Straßenbahn war im Moment des Einsturzes nicht in der Nähe.“

Frank Döring

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