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Lokales Feiern im Leipziger Auwald: Der Reiz des Exklusiven
Leipzig Lokales Feiern im Leipziger Auwald: Der Reiz des Exklusiven
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13:44 11.03.2018
Im Raum Leipzig dokumentierte die Polizei im Jahr 2016 insgesamt 50 illegale Partys unterschiedlicher Größe.  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Fahrradlichter tasten zielsicher durch den Auwald. Aus sämtlichen Himmelsrichtungen strömen junge Leute, haben gute Laune, sind ein wenig aufgekratzt. Sie haben das GPS ihrer Smartphones eingeschaltet, orientieren sich an Koordinaten, die ihnen ein Bekannter geschickt hat. Die Exklusivität macht die jungen Menschen zu einem eingeschworenen Kreis. Sie haben Lust, in der Natur zu tanzen, sind unterwegs zu einer „illegalen Party“.

Polizei hilft bei der Auflösung wilder Partys

Rechtswidrig seien die Feten häufig, sagt Polizeisprecher Andreas Loepki. Aus unterschiedlichen Gründen: Die Veranstalter missachten Eigentumsrechte, Naturschutzgebiete, Brandschutzvorschriften. Getränke werden ohne Genehmigung ausgeschenkt, niemand kümmert sich um den Sanitärbereich. Zudem zahlen die Organisatoren selten Versicherungsbeiträge, hinterziehen oft Steuern. In der Regel müssen Veranstaltungen in Sachsen nicht genehmigt werden. Das Ordnungsamt prüft darum im Einzelfall, ob eine Feier illegal ist. Wenn erforderlich, hilft die Polizei den Mitarbeitern des Amts bei der Auflösung. Manchmal geht es um ausufernde Geburtstagsfeiern, größere der illegalen Partys werden über soziale Netzwerke organisiert, erläutert Helga Kästner, stellvertretende Ordnungsamtsleiterin. Zwischen 20 und 300 Menschen treffen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei den Feiern an, so Kästner.

50 illegale Partys im Raum Leipzig

Im gesamten Raum Leipzig, innerhalb des Autobahndreiecks aus A 9, A 14 und A 38, dokumentierte die Polizei im Jahr 2016 insgesamt 50 illegale Partys unterschiedlicher Größe. Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor. Illegale Veranstaltungen haben in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen und verharren nun auf einem „relativ hohen Niveau“, erklärt Polizeisprecher Loepki.

Die meisten wilden Feten gibt es im Sommer

Meistens gehen die unerlaubten Feten in den Sommermonaten im Freien über die Bühne. Der Polizei sind aber auch alte Industriegebäude bekannt, in denen gefeiert wird. Immer wieder treffen sich die Nachtschwärmer beispielsweise im trockenen Flussbett in der Nähe des Ziegeleiweges nordwestlich von Markkleeberg. Auch das „Birkenwäldchen“ am Funkturm im Messegrund und die „Nonne“ im Auwald zwischen Schleußiger Weg und Anton-Bruckner-Allee sind beliebte Treffpunkte für wilde Partys, berichtet Loepki.

Exklusives Publikum

Ein 28-jähriger Leipziger, der nicht namentlich genannt werden will, besucht im Sommer monatlich etwa zwei illegale Feiern. „Oft finden die Partys an coolen Orten statt, die ich sonst nicht entdecken würde“, erzählt er. Das Publikum der exklusiven Veranstaltungen sei weniger „mainstream“, als in offiziellen Clubs. Die Getränke gebe es bei den Rhythmen im Wald zu fairen Preisen.

„Personenzustrom“ ist oft auffällig

Anwohner teilen die Begeisterung selten. Laute Musik raubt ihnen den Schlaf. Sie machen Ordnungsamt und Polizei auf die Partys aufmerksam. Der Begriff Anwohner umfasse hier einen „enormen Umkreis“, betont Loepki, die Musik sei weiträumig zu hören. Oft fällt der „Personenzustrom“ auch einer Polizeistreife auf.

Polizei greift nur in Ausnahmefällen ein

Die Polizei greift nur bei größeren Partys ein, erklärt Loepki. Wegen anderer Einsätze fehle es an Personal, um die Feiern nachhaltig aufzulösen. Ansprachen einzelner Beamter würden von den Feiernden in der Regel ignoriert. Meist fänden die Feiern am Wochenende statt, für die Polizei ohnehin „einsatzstarke Nächte“, erklärt Loepki.

Von Theresa Held

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