Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Feinstaubwerte in Leipzig weiter grenzwertig – Grüne fordern blaue Plakette
Leipzig Lokales Feinstaubwerte in Leipzig weiter grenzwertig – Grüne fordern blaue Plakette
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:24 14.02.2017
Feinstaub-Messstation an der Lützner Straße in Leipzig (Archivfoto) Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Regelmäßig zum Jahresbeginn steigen in Leipzig die Feinstaubwerte auf kritische Höhen an. So auch 2017: Nach Inversionswetterlage im Januar und anschließender Luftströmung aus Richtung Osten zeigen die Messstationen wieder dauerhaft Grenzüberschreitungen an. So wurden im Leipziger Zentrum am Willy-Brandt-Platz seit Jahresbeginn schon 15 Tage mit einem Tagesmittelwert von jeweils 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es insgesamt nur zehn Tage, an denen dieser als maximal zulässige Tagesmittelwert überschritten wurde.

Ähnlich sieht es auch an anderen Messstationen in Leipzig aus: Im Westen der Stadt an der Station in der Grünauer Nikolai-Rumjanzew-Straße waren es 2017 schon acht Grenzübertretungen und damit doppelt so viele wie in den zwölf Monaten zuvor. An der viel befahrenen Lützner Straße wurden in den vergangenen sechs Wochen bereits 16 Mal höhere Feinstaubwerte als zulässig gemessen. (2016: 21)

Grüne wollen Großteil der Dieselfahrzeuge verbannen

Angesichts der anhaltenden Luftverschmutzung fordern Leipzigs Grüne Konsequenzen, pochen unter anderem auf eine Verschärfung der Umweltzone. „Der Freistaat könnte die Kommunen beim Kampf gegen die Feinstaubbelastung besser unterstützen“, sagt beispielsweise die grüne Landtagsabgeordnete Claudia Maicher. Sie sieht Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) in der Pflicht, eine blaue Plakette einzuführen, die ein Großteil der Dieselfahrzeuge ausschließen würde. Nur modernste Autos mit Euro-6-Norm könnten diese erhalten. „Allein mit der Investition in intelligente Leitsysteme, wie es das Verkehrsministerium vorschlägt, werden die Stickoxid-Belastungen nicht zu reduzieren sein“, so Maicher am Dienstag.

Für Stadtrat Daniel von der Heide sind verschärfte Optionen für Umweltzonen ebenso wünschenswert, allerdings nimmt er auch die Kommunen weiter in der Pflicht: „Man darf in diesem Zusammenhang aber auch erwähnen, dass die Fortschreibung des Luftreinhalteplanes der Stadt Leipzig seit Ewigkeiten auf sich warten lässt. Nach Informationen der Stadtverwaltung sollte die Fortschreibung des Luftreinhalteplans im III./IV. Quartal 2016 erfolgen“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion.

Nicht zuletzt fordern die Grünen ein grundsätzliches Umdenken bei der Verkehrspolitik – vor allem auch auf Landesebene. „Anstatt die Stadt Leipzig mit den hohen Kosten, die mit Verkehrsleitsystemen verbunden sind, weiter zu belasteten, sollte das Land Kommunen stärker dabei unterstützen, sichere Radwege und den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Ziel muss es sein, den Umstieg vom Auto auf den ÖPNV und das Fahrrad attraktiver zu machen“, sagte Maicher.

Gründe für zu hohe Feinstaubwerte liefern meist verschiedenste Emissionsquellen. Dazu gehören Verbrennungsmotoren, Heizkraftwerke, Schüttgutumschlag, landwirtschaftliche Tierhaltung und auch komplexe chemische Prozesse in der Atmosphäre. Im Winterhalbjahr sind hohe Werte auch aufgrund der gesteigerten Heiztätigkeit nicht ungewöhnlich. Zudem kommt grenzüberschreitender Luftschadstoff-Transport aus Polen und Tschechien dazu. Die Europäische Union erlaubt pro Jahr an maximal 35 Tagen eine Überschreitung der Feinstaubwerte. Ansonsten drohen Strafen im sechsstelligen Euro-Bereich.

Von Matthias Puppe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für die Weiterentwicklung der „Leipzig mobil“-App stellt das Bundesverkehrsministerium 700.000 Euro zur Verfügung. Damit soll die App, in der bereits Nahverkehrsfahrpläne und Tickets, Bike- und Carsharing vorhanden sind, um weitere Anbieter erweitert werden.

14.02.2017

Das Projekt „Neue Luppe“ in der Nordwestaue wird erweitert. So sollen künftig größere Wassermenge in die Aue geleitet werden. Das hat der Stadtrat beschlossen und höhere Baukosten von 1,34 Millionen Euro als Eigenanteil der Stadt bewilligt.

16.02.2017

Es wird Leipzigs größtes und bislang auch teuerstes Schulprojekt der nächsten Jahre: Der denkmalgeschützte Schulkomplex in der Karl-Heine-Straße 22 b wird für gut 30,5 Millionen Euro als Gymnasium ausgebaut und erweitert. Der Stadtrat soll auf der März-Tagung einen Baubeschluss fassen.

16.02.2017
Anzeige