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Lokales Feintuning im Regenwald - Gondwanaland im Leipziger Zoo wandelt sich
Leipzig Lokales Feintuning im Regenwald - Gondwanaland im Leipziger Zoo wandelt sich
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01:00 29.06.2013
Kurator Fabian Schmidt (links) und Bereichsleiter Michael Ernst beim Wochenrundgang durch Gondwanaland. Quelle: Christian Nitsche
Leipzig

Scheinbar herrscht "Natur pur", aber dahinter steckt viel Arbeit.

Das Vogelgezwitscher kam im ersten Jahr vom Band - mittlerweile ist es echt. Als der Zoo am 1. Juli 2011 seine Riesentropenhalle eröffnete, ging es zunächst darum, dass alle Gehege mit Tieren besetzt waren. Im zweiten Jahr konnte auch zwischen den Gehegen etwas getan werden. Aus den anfangs 40 Tierarten sind um die 100 geworden. Vögel zogen ein, die frei über die drei Kontinente fliegen dürfen. Zahlreiche Fischarten, Geckos, Agamen, Echsen kamen hinzu. Und Hunderte von Fröschen. "Vor zwei Jahren wären die Frösche verhungert. Jetzt gibt es genug Kleininsekten, damit sie sich ernähren können", sagt Seniorkurator Fabian Schmidt.

Auffälligste Veränderung: Bäume und Sträucher sind in die Höhe geschossen, einige schon bis ans Dach. Regelmäßig werden sie gestutzt. Die Vögel haben Samen breitgetragen - so ist aus dem ehemals "Englischen Rasen" bei den Schabrackentapiren eine richtig schöne Wiese mit hohen Wildkräutern geworden.

Einmal in der Woche machen Fabian Schmidt (35) und Bereichsleiter Michael Ernst (42) einen gemeinsamen Rundgang von Gehege zu Gehege. Sie legen fest, wo Scheiben geputzt, Pflanzen verschnitten, weitere Kletterstämme eingesetzt, die Tierhaltung verändert oder sonstige Eingriffe gemacht werden müssen. Ergebnis des Rundgangs am gestrigen Morgen, bevor die Besucher kamen: Das Ozelot-Gehege braucht Verstärkung mit zusätzlichem Kaninchendraht. Sonst könnte das zwei Monate alte Jungtier in den Weiten der Halle verschwinden, wenn es nächste Woche mit seiner Mutter auf die Anlage darf. Das Sundagavial-Männchen ist dem Kurator zu dünn, es soll mehr gemästet werden. Die Fischkatzen machen Sorgen - Sie und Er bekommen keinen Nachwuchs. Schmidt und Ernst einigen sich, das Paar vorübergehend zu trennen, in der Hoffnung, dass dann etwas passiert. Auch bei den Eulenkopf-Meerkatzen tut sich hinsichtlich Nachwuchs wenig. Wie Michael Ernst berichtet, sitzt das Männchen lieb bei den Weibchen, sie gucken sich an und fressen zusammen - aber das ist es auch. Bisher. Fleißig vermehrt haben sich hingegen Dikdiks, Riesenotter, Braune Landschildkröten.

"Veränderung ist unser täglich Brot", sagt Kurator Schmidt. Gar nicht bewährt hatte sich die Serval-Haltung, deshalb wurde die Wildkatze gegen Löffelhunde ausgetauscht. Im dritten Jahr der Tropenhalle soll es mit dem Feintuning weitergehen. Auch wenn die Besucher nur wenig davon merken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.06.2013

Kerstin Decker

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