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Lokales Feist setzt jüdischem Ex-Besitzer der Präsidentenvilla ein Denkmal
Leipzig Lokales Feist setzt jüdischem Ex-Besitzer der Präsidentenvilla ein Denkmal
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06:00 08.09.2017
Die Dienstvilla des Bundespräsidenten Gauck in Berlin-Dahlem. Quelle: ZB
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Leipzig

Der seit Monaten anhaltende Streit um die Dienstvilla des Bundespräsidenten in Berlin-Dahlem hat nach den Worten des Leipziger Bundestagsabgeordneten Thomas Feist nun eine erfreuliche Wendung genommen. Der CDU-Politiker traf gestern Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) zu einem einstündigen Gespräch, um eine Einigung im Umgang mit der jüdischen Vergangenheit der Villa zu erreichen, die Steinmeier von seinem Vorgänger Joachim Gauck übernommen, aber noch nicht bezogen hat.

Feist, Mitglied der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe und Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Leipzig-Herzliya, fordert seit Längerem, dass sich die Bundesrepublik ihrer dunklen Vergangenheit stellt und in Form einer Gedenktafel oder eines Stolpersteins, an den früheren Besitzer der Villa erinnert, den jüdischen Kaufmann Hugo Heymann. Dieser hatte 1933 nur acht Tage nach Hitlers Machtergreifung unter dem Druck bevorstehender Verfolgung das repräsentative Wohnhaus an einen NS-Zeitungsverleger unter Wert verkauft. Er starb noch vor seiner Flucht ins Ausland.

Mehrfach hatte sich Feist damit ans Bundespräsidialamt gewandt. Bislang ohne Erfolg. Nach dem persönlichen Gespräch mit Steinmeier nun die Wendung: „Der Bundespräsident sieht es als Verpflichtung an, an den Menschen zu erinnern, dessen Haus sich die Nazis unter den Nagel gerissen hatten. Er will erst dann einziehen, wenn dies in einer würdigen Form geschehen ist“, sagte Feist zur LVZ. Denkbar sei eine Gedenkplatte. Sollte sich ein Bild oder Gemälde der früheren Besitzerfamilie finden, könnte auch das künftig in der Präsidentenvilla einen Platz finden. Feist ist zufrieden: „Der Bundespräsident hat sich für meine Initiative bedankt.“

Von Klaus Staeubert

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