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Lokales Fernbedienung für Leipziger Kult-Reklame: Löffelfamilie leuchtet künftig per Handy-Anruf
Leipzig Lokales Fernbedienung für Leipziger Kult-Reklame: Löffelfamilie leuchtet künftig per Handy-Anruf
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11:53 16.08.2012
Die Leipziger Löffelfamilie an der Feinkost soll künftig rund um die Uhr per Telefon eingeschaltet werden können. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Per Telefon soll die berühmte DDR-Leuchtreklame von Jedermann rund um die Uhr eingeschaltet werden können. „Wer die Nummer 0900-LOEFFEL wählt, bekommt für drei Euro drei Minuten Löffeln“, kündigt Peter Dorsch vom Betreiberverein Löffelfamilie e.V. gegenüber LVZ-Online an.

Derzeit leuchtet die denkmalgeschützte Neon-Werbung des ehemaligen „VEB Feinkost“ für „doppelt konzentrierte Suppen“ nur eingeschränkt von 21.30 Uhr bis 23 Uhr. Für einen Dauerbetrieb der 2011 sanierten Reklame fehlt dem gemeinnützigen Verein das Geld - etwa 1000 Euro pro Monat, wie LVZ-Online berichtete. Den Mitgliedern kam deshalb die leuchtende Idee einer Fernsteuerung. „So kann jeder bei Tag und Nacht die Löffelfamilie anknipsen. Die Kosten von drei Euro werden beim Anruf einfach mit der Telefonrechnung abgezogen“, erklärt Dorsch.

Löffel-Hotline kostete rund 1000 Euro

Offiziell präsentiert werden soll die Fernbedienung für die 1973 angebrachte Neon-Reklame zum Tag des offenen Denkmals am 9. September. Dann wird bei einem Löffelfamilien-Fest mit zwei Bands auf dem Vorplatz an der Ecke zur Braustraße auch ein neues Hinweis-Schild enthüllt. Aufschrift: „Wir löffeln für Sie drei Minuten lang die Suppe aus.“

Rund 1000 Euro ließ sich der Verein, der sich für den Erhalt der Leuchtreklame einsetzt, die Installation der Fernbedienung durch die Firma Neontechnik Leipzig (NEL) kosten. Allerdings ist die Löffel-Hotline 0900-LOEFFEL (0900-5633335) bisher noch nicht in Betrieb, wie Dorsch betont. „Die Bestätigung der Leitung durch den Telefonanbieter steht noch aus. Von der Netzagentur wurde die Nummer aber schon genehmigt“, berichtet der Vereinschef.  

Das eingenommene Geld wollen die Betreiber nicht nur für die Stromkosten verwenden – auch die im Oktober 2011 abgeschlossene Sanierung der Leuchtreklame soll dadurch finanziert werden. Rund 15.000 Euro hatte die Instandsetzung gekostet, doch erst 10.000 Euro wurden durch Spenden und Mitgliedsbeiträge eingenommen. Ob die Neonreklame auch künftig jeden Abend oder aus Kostengründen nur noch per Anruf leuchten soll, ist noch nicht entschieden – ebenso wie eine zusätzliche Aktivierung per SMS. „Das prüfen wir momentan“, so Dorsch.

"Soko Leipzig" drehte vor der Löffelfamilie

Das Team von „Soko Leipzig“: Tom Kowalski (Steffen Schroeder, rechts) drehte für die Krimi-Serie Anfang Juli eine Szene vor der Löffelfamilie. Quelle: dpa

Bundesweite Aufmerksamkeit bekommt die Löffelfamilie demnächst im ZDF. Anfang August wurde für eine neue Folge der Krimi-Serie "Soko Leipzig" eine Szene vor der Leuchtreklame gedreht - durch Zufall. "Ursprünglich wollten wir in den Innenhof der Feinkost", erzählt der erste Aufnahmeleiter Dragan Micakovic im Gespräch mit LVZ-Online. "Dort wurde an dem Abend aber ein Theaterstück aufgeführt. Deshalb sind wir spontan zur Löffelfamilie umgezogen. Regisseur Oren Schmuckler war sofort begeistert."

Ausstrahlung der Folge mit dem Namen "Das Haus am See" ist laut Produktionsfirma UFA im kommenden Jahr. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Oberkommissar Tom Kowalski (Steffen Schroeder) trifft darin auf seinen Bruder (Jonas Jägermeyr), der als Türsteher im Rolicht-Milieu arbeitet. Auch im Döner-Imbiss "Istanbul" am Südplatz kommen die beiden in der Folge vorbei.

"Immer weniger typische DDR-Kulissen in der Stadt"

Von der Löffelfamilie zeigt sich Micakovic, der seit 13 Jahren in Leipzig arbeitet, begeistert. "Das ist wie ein Sprung in die Vergangenheit, eine Zeitreise. Leider gibt es immer weniger typische DDR-Kulissen in der Stadt, vieles wurde in den letzten Jahren abgerissen. Da finde ich es großartig, dass diese Leuchtwerbung erhalten bleibt."

Vereinsvorsitzender Peter Dorsch hofft, dass im Schnitt rund einhundert Neugierige pro Monat die 0900-LOEFFEL wählen. „Wenn wir zehn Euro am Tag einnehmen, bin ich schon zufrieden“, sagt Dorsch, der vor allem auf die Gäste des im Mai eröffneten Biergartens, aber auch auf Touristen setzt. „Die neueste Auflage des ADAC-Reiseführers für Leipzig weist bereits auf die ferngesteuerte Leuchtreklame als Sehenswürdigkeit hin“, freut sich der Löffelfamilien-Chef.

www.loeffelfamilie.de

Robert Nößler

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