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Festumzug mit Lipsias Löwen feiert Generalprobe in Leipzig

1000-Jahre-Feier Festumzug mit Lipsias Löwen feiert Generalprobe in Leipzig

Spektakuläre Inszenierung in der City: Auf dem Augustusplatz wurde am Donnerstagabend das Finale des Festumzugs zum Stadtjubiläum 1000 Jahre Leipzig geprobt. Am Samstag sind Lipsias Löwen die Hauptakteure beim großen StadtFestSpiel.

Generalprobe auf dem Augustusplatz: Am Donnerstagabend gab es einen Vorgeschmack auf das große Finale des Festumzugs zu 1000 Jahre Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Eine Mischung aus Licht, Musik und spektakulären Choreografien hüllte den Augustusplatz am Donnerstagabend in eine mystische Atmosphäre. Dort ging die Generalprobe für das Abschluss-Spektakel über die Bühne, das am Samstag den großen Festumzug zum Jubiläum "1000 Jahre Leipzig" krönen wird. Monatelang hatten die Tüftler vom Theater Titanick in der Messehalle 16 an den riesigen Löwen-Figuren gebaut. bereits in der Nacht zum Donnerstag machten sich die dieselgetriebenen Figuren auf ihre erste große Reise: Mit Polizeieskorte traten die meterhohen Köpfe ihren Weg durch Leipzigs Straßen an, um zum Augustusplatz zu rollen.

Das Programm am Samstag ist gigantisch: Am 30. Mai werden die fünf riesigen, dieselgetriebenen Löwenfiguren – Leipzigs Wappentiere – auf jeweils unterschiedlichen Routen durch die Messestadt in die City rollen, begleitet von künstlerischen Darbietungen.

Am Donnerstag wurden Lipsias Löwen auf dem Augustusplatz in Stellung gebracht. Zahlreiche Neugierige bestaunten die Generalprobe mit den riesigen Köpfen, die am Samstag beim großen StadtFestSpiel quer durch Leipzig rollen sollen. Fotos: André Kempner

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Die Routen im Überblick:

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StadtFestSpiel - Routen

Quelle: LVZ

Wann sind die Löwen wo zu sehen? Der Zeitplan

Verkehrseinschränkungen am Samstag

So sahen die Vorbereitungen der vergangenen Tage aus:

Es ist ein eng gestrickter Zeitplan, aber Schweißperlen stehen ihm noch keine auf der Stirn. Zumindest, so lange die Behörden mitspielen. „Der künstlerische Prozess ist gut vorangeschritten, nun gibt es Genehmigungsstress“, sagt Uwe Köhler, 61, Schauspieler, Regisseur und Leiter des Theaters Titanick. Die Löwen-Stars, die Leipzigs Festwoche Anfang Juni einläuten, sehen ihrer Vollendung entgegen. Geben die Prüfer von TÜV und Co. grünes Licht, kann das fast eine Million Euro teure Open-Air-Spektakel, eines der Höhepunkte im Jubiläumsjahr, wie geplant starten.


Leipzig lässt zum Stadt-Fest-Spiel „Lipsias Löwen“ von der Leine: Fünf überlebensgroße Köpfe mit Löwentatzen werden sich am 30. Mai von verschiedenen Stadtteilen aus ihren Weg gen Zentrum zur Ur-Löwenmutter „Lipsia“ bahnen. Die bunt gestalteten Metall-Giganten spiegeln stadtprägende Aspekte aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wider. Sie stehen für die Themen, „die Leipzig groß und bekannt gemacht haben“, so Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU). Wirtschaft und Handel, Kunst und Kultur, Buch und Medien, Sport und Umwelt, Wissenschaft und Bildung.

Die Löwen des Theater Titanick machten sich in der Nacht zum 28. Mai 2015 vom Alten Messegelände auf den Weg zum Augustusplatz.

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Abstrakte Löwen

„Leipzig hat in seiner 1000-jährigen Geschichte stets Maßstäbe gesetzt“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Einst ein Marktfleck, an den Schnittpunkten der Fernhandelsstraßen Via Imperii und Via Regia gelegen, avancierte die Universitätsstadt zu einem Zentrum der Buchkunst und bedeutenden Messestandort. „Mit dem Wirken Bachs und Mendelssohns, mit dem Gewandhausorchester und dem Thomanerchor wurde Leipzig zu einer der Musikhauptstädte Europas.“ Und mit der Friedlichen Revolution 1989 habe man Weltgeschichte geschrieben, so Jung.

„Es war nicht ganz einfach, die Vielfalt einer Stadt in den Skulpturen abzubilden“, gibt der künstlerische Leiter Uwe Köhler unumwunden zu. „Als Figuren sollen die Löwen selber auch ein Leben haben, dann sollen sie bespielt werden und thematisch etwas aussagen, das war schon relativ viel gewollt auf einmal“, sagt er, während vor seinen Augen eine junge Tänzerin am Trapez schwingt – die Proben der einzelnen Choreografien für das Riesenevent gehen in die letzte Phase, zum großen Umzug werden die abstrakten Löwenfiguren dann zur Bühne. Auf ihr und neben ihr werden dann Statisten auftreten.

Auf dem Leipziger Augustusplatz sind die ersten Installationen des Theater Titanick für das Jubiläum "1000 Jahre Ersterwähnung" Leipzigs zu sehen.

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Ein stadtverbindendes Fest sei geplant. Zur Jubiläumsfeier werden die fünf Kolosse um 12 Uhr an fünf Orten in der Messestadt, begleitet von großen Bürgerfesten, zum Leben erweckt: In der Stuttgarter Allee in Grünau, im Bretschneiderpark in Eutritzsch/Gohlis, im Mariannenpark in Schönefeld, auf dem Heinrich-Schütz-Platz in der Südvorstadt und im Clara-Zetkin-Park im Zentrum.

Gegen 14 Uhr brechen die Giganten dann in einer Art Sternenlauf zur Löwenparade über die autofreien Hauptverkehrsachsen in Richtung Stadtmitte auf. Als fahrbaren Untersatz dient ein Gabelstapler, der im Innern der Skulpturen versteckt ist. Praktisch: dadurch kann der Kopf der tonnenschweren Skulpturen von sechs auf vier Meter heruntergefahren werden, sodass keine Straßenbahnoberleitung auf dem Weg durch die Messestadt gekappt werden muss. Schauspieler, Tänzer, Musiker, Laiendarsteller, Pyrotechniker und Akrobaten – hunderte Mitwirkende insgesamt – werden das ganztägig angelegte Straßentheater mit kleinen, emotionalen Inszenierungen und Aktionen thematisch entlang der Route begleiten und das Straßenpublikum mit einbeziehen. „Da ist auch viel Improvisation dabei“, so Köhler. „Es wird zum Beispiel eine Visite von Ärzten des Uniklinikums geben“, erzählt er. „Ein Augenarzt, ein Zahnarzt und einer für die Stimme, die den Kopf ‚Wissenschaft und Bildung‘ wie einen Patienten behandeln.“ Anschließend gebe es noch eine Bettlaken-Choreografie von Pflegeschülerinnen, die in einer Kopfkissenschlacht enden werde.

Kulissenbau-Meister am Werk

Beim Zwischenstopp an Gebäuden und Orten unterwegs nehmen die futuristisch anmutenden Gefährte Ballons mit Wünschen und Visionen der Leipziger entgegen. Diese werden Lipsia, der Stadtgöttin und Schutzpatronin, symbolisch übergeben, wenn die beweglichen Löwenfiguren und ihre Begleiter laut Reiseplan um etwa 21.30 Uhr auf dem Augustplatz eintreffen. Zum großen Abschlussfest. Als sechste Figur – elf Meter hoch und vollkommen aus Styropor gefertigt – verkörpert Lipsia das Thema „Bürgerschaft und Werte“.

Auch hier war wieder ein Leipziger Kulissenbau-Meister am Werk: Die farbenfrohen Riesenhäupter tragen die Handschrift des Künstlers André Böhme. Seit im Dezember vorigen Jahres die erste Schweißnaht gesetzt wurde, haben 85 Techniker in Halle 16 der Alten Messe – der Theaterwerkstatt und quasi Höhle des Löwen – seine Entwürfe Wirklichkeit werden lassen. Und das Projekt ist eine logistische Meisterleistung, an deren Organisation die Firma Fairnet mit involviert ist. Die Macher des Theaters Titanick, 1990 an den Standorten Leipzig und Münster gegründet, wissen Jubiläen gekonnt in Szene zu setzen. Die Inszenierung „350 Jahre Westfälischer Frieden“ oder auch zum „200. Jahrestag der Völkerschlacht“ hat Uwe Köhler als Regisseur dirigiert – 14 Open-Air-Shows seit Gründungsbeginn waren es insgesamt.

Das Völkerschlachtdenkmal spielt auch bei der aktuellen Produktion wieder eine Rolle. Hinter der Grundidee zu „Lipsias Löwen“ verbirgt sich nämlich eine Begebenheit aus dem Jahr 1913. Als an jenem Tag zur Einweihung des Monuments ein Zirkus in der Stadt gastierte, denen acht Löwen entwischten, die die Leipziger einen Tag und eine Nacht lang auf Trab hielten. Die Geschichte von der „Leipziger Löwenjagd“ hatte ihm einst sein Vater – der war nämlich gebürtiger Leipziger – als Kind erzählt. „Die hat mir früher schon gefallen und mich nachhaltig beeindruckt“, sagt Köhler.

Benjamin Winkler / lyn

Leipzig Augustusplatz 51.338934 12.380981
Leipzig Augustusplatz
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