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Lokales Feuerwehr und Rettungsdienst rüsten sich mit Schlachtplan gegen Daisy
Leipzig Lokales Feuerwehr und Rettungsdienst rüsten sich mit Schlachtplan gegen Daisy
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23:04 07.01.2010
Fast unsichtbare Gefahr - Eiszapfen an einer Straßenbeleuchtung. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

"Wir sind sehr sensibilisiert", sagte Volker Clauß von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle am Donnerstag. Problematisch sei vor allem das Absichern der Krankentransporte.

Kurz nach 10 Uhr flatterte Clauß die amtliche Unwetterwarnung für die Stadt Leipzig auf den Tisch: Von Freitag, 18 Uhr, bis Sonnabend, 18 Uhr, ist mit 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee und Windspitzen zwischen 50 und 60 Kilometer pro Stunde zu rechnen, starke Schneeverwehungen und Behinderungen auf allen Verkehrswegen inklusive. Da tüftelten der Schichtleiter und seine Kollegen längst an einer Strategie für das Chaos-Wochenende.

Der Plan soll zum einen gewährleisten, dass sich die Rettungswagen auch bei extremen Straßenverhältnissen zu ihren Einsatzorten durchschlagen können. Zum anderen müsse aber auch damit gerechnet werden, dass innerhalb kurzer Zeit überdurchschnittlich viele Notfälle auftreten und zusätzliche Kräfte benötigt werden, so Clauß. Dann etwa, wenn durch Blitzeis etliche Leipziger stürzen und sich verletzen.

Leipzigs Krankenhäuser sehen sich für diese Extremsituationen gut aufgestellt. "Unsere Notaufnahme ist ohnehin rund um die Uhr mit Teams von Chirurgen und Internisten besetzt", versicherte Heiko Leske von der Uniklinik. "Besondere Vorkehrungen sind deshalb nicht nötig." Aus diesem Grund bereitet sich auch das Klinikum St. Georg nicht speziell auf das bevorstehende Winterwochenende vor, wie Sprecher Martin Schmalz bestätigte.

An normalen Wochenenden gibt es durchschnittlich 20 Einsätze des Rettungsdienstes pro Tag. Weniger als in der Woche, an denen es täglich schon mal 150 bis 160 Fahrten sein können. Denn die Leipziger Retter agieren keineswegs nur im Stadtgebiet, sondern auch außerhalb. Gerade dies könnte am bevorstehenden Wochenende zum Problem werden, wenn durch den neuerlichen Wintereinbruch beispielsweise Autobahnen blockiert und Landstraßen verweht sind. "Es kann sein, dass wir solche Transporte ablehnen müssen", erläuterte Clauß. Fahrten innerhalb von Leipzig, etwa für Dialyse-Patienten, müssen hingegen um jeden Preis garantiert werden. Die Einsatzplaner halten für alle Fälle Technik vor, um bei Engpässen schnell reagieren zu können: "X plus 30" - das heißt, innerhalb einer halben Stunde stehen zusätzliche Fahrzeuge bereit. "Wir hoffen natürlich auf ein gutes Zusammenspiel der Ämter", so Clauß. "Der Winterdienst muss mitspielen, damit wir an unseren Einsatzorten auch wirklich ankommen."

Auch die Feuerwehr ist in erhöhter Bereitschaft - und das schon seit Tagen. Seit 3. Januar bestritten die Kameraden 21 Einsätze an der Schnee- und Eisfront. "Wir wurden häufig von Hausverwaltungen angefordert, um auf deren Kosten Gefahrensituationen zu beseitigen", berichtete Clauß. Überwiegend handelte es sich um meterlange und armdicke Eiszapfen, die an Dächern und Straßenlaternen hingen. Die wurden von den Feuerwehrmännern abgeschlagen, bevor sich ein solches Ungetüm löst, Passanten trifft oder parkende Autos demoliert.

Mit der Ankunft von Daisy dürfte sich das Problem auf Leipzigs Dächern weiter verschärfen. Neuschnee könnte unter Umständen dafür sorgen, dass sich gewaltige Schneebretter lösen, massige Dachlawinen herunterrutschen und Fußwege unter sich begraben. Einige dieser Gefahrenherde haben die Kameraden bereits entschärft. Weitere dürften folgen. "Wir rechnen mit allem", so Clauß, "da kann uns nichts überraschen."

Frank Döring

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