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Feuerwerksverkauf startet: Lange Schlangen auf dem Agra-Gelände

Millionen-Geschäft Feuerwerksverkauf startet: Lange Schlangen auf dem Agra-Gelände

Seit Dienstag dürfen in Deutschland wieder Raketen und Böller gekauft werden. Schon am frühen Morgen standen die Kunden in Leipzig Schlange, um sich mit Feuerwerk einzudecken. Etwa 130 Millionen Euro werden die Deutschen zum Jahreswechsel in die Luft jagen.

Batterien gehen in Leipzig Kistenweise über den Ladentisch.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.  An einem der größten Feuerwerksverkäufe in Leipzig standen die Menschen schon am frühen Morgen Schlange. „Halb sieben waren schon 30 bis 40 Menschen hier“, berichtet Felix Münch. „Dabei machen wir erst um 7 Uhr auf.“ Der Pyrotechniker verkauft schon seit zehn Jahren Raketen, Böller und Batterien, seit sechs Jahren auf dem Agra-Gelände. Aus ganz Sachsen und den benachbarten Bundesländern zieht der Feuerwerksverkauf von „Fire and Magic“ die Menschen an.

Welches Feuerwerk der Normalbürger erwerben kann, ist kurz vor Silvester auf dem Agra-Gelände gezeigt worden. Zum sogenannten "Vorschießen" einen Tag vor Verkaufsbeginn präsentierten die Händler Raketen und Batterien der Klasse II. (Bilder: Dirk Knofe)

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Am Abend vor dem offiziellen Verkaufsstart findet auf der Agra das sogenannte Vorschießen statt. Dabei werden die Produkte der Saison vorgestellt. 59 verschiedene Feuerwerke gingen dabei in die Luft. „Die Menschen stehen dann mit Listen da, und notieren sich, was sie wollen“, so Münch. Der Zuspruch ist groß. Bereits nach drei Stunden waren die ersten Produkte ausverkauft. Der 39-Jährige erklärt, Kunden die zu ihm kommen, seien auf der Suche nach Qualität und einer großen Auswahl. An der Agra gebe es Produkte, die man so nicht beim Discounter um die Ecke finde.

Die meisten Deutschen kaufen beim Discounter

Dabei wird der Löwenanteil an Böllern und Raketen durch die großen Supermarktketten vertrieben. 80 Prozent des Umsatzes entfallen auf Aldi, Lidl und Co., heißt es vom Verband der pyrotechnischen Industrie. Nur 15 Prozent entfallen auf den stationären Einzelhandel. Die Branche verbuchte in den vergangenen Jahren kräftige Zuwächse, erklärte Verbandsgeschäftsführer Klaus Gotzen gegenüber LVZ.de. 2005 wurden mit Feuerwerk noch 96 Millionen Euro in Deutschland umgesetzt. Im Vorjahr waren es bereits 129 Millionen Euro. Besonders die Beliebtheit von Batterien macht der Verband für die guten Zahlen verantwortlich. Jeder zweite Euro wird mit den sogenannten Verbundfeuerwerken eingenommen. „Generell geht der Trend hin zu optisch effektvolleren Artikeln“, weiß Gotzen. „Das Geschäft mit Knallern ist rückläufig und bewegt sich bei etwa vier Prozent des Umsatzes.“

Eine Prognose, ob die 130-Millionen-Euro-Marke in diesem Jahr gerissen wird, wollte der Verbandschef noch nicht wagen. „Wir hoffen, dass wir 2015 die Zahlen des Vorjahres erreichen“, so Gotzen. „Ich bin optimistisch. Das Wetter ist schön, das ist ein immer gutes Zeichen.“

500 Euro für Feuerwerk: „Silvester ist nur einmal im Jahr“

Batterien sind auch beim Feuerwerksverkauf auf dem Agra-Gelände der Renner. Kathleen Schimmler ist mit ihrem Mann aus Pödelist bei Freyburg gekommen. Fünf Batterien haben sie im Karton. Mehr als 100 Euro wollten sie nicht ausgegeben. Familie Engler hingegen ist aus Flößberg nach Leipzig angereist. „Zwei Sachen die wir wollten, waren schon ausverkauft.“ Es waren die Batterien, die schon beim Vorschießen zu sehen waren. Schon seit Jahren kommen die Englers aufs Agra-Gelände. „Unser Limit liegt bei etwa 100 Euro – wie schon in den Vorjahren.“ Etwas mehr gibt Alexander Kunert aus: „170 Euro. Aber ich hab noch was vorbestellt, für nochmal 70 Euro. Meine Frau wird im Februar 30.“

Kistenweise Raketen, Böller und Batterien sind am ersten Verkaufstag auf dem Agra-Gelände in Leipzig über den Ladentisch gegangen. Bis zu 500 Euro ließen die Kunden da. (Bilder: Dirk Knofe)

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Bei Familie Mende aus Kühren finden die Kartons im Einkaufswagen schon gar nicht mehr Platz. Sie haben alles bekommen was sie wollten – vor allem natürlich Batterien „Da sieht man mehr am Himmel.“ Die Familie kommt jedes Jahr auf die Agra, und freut sich über die Vielfalt, die es heute bei Feuerwerken gibt: „Vor zehn, 20 Jahren hat es so was noch nicht gegeben.“ Etwa 500 Euro hat die Familie ausgegeben. „Silvester ist halt bloß einmal im Jahr.“

Hintergrund

Feuerwerk der Klasse II unterliegt in Deutschland Handelsbeschränkungen und darf nur vom 29. bis 31. Dezember vertrieben werden. Das Abbrennen ist nur am 31. Dezember und am 1. Januar gestattet. Kleinfeuerwerk der Klasse I darf hingegen das ganze Jahr über gehandelt und angezündet werden.

Von Johannes Angermann

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