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Finaler Hochbetrieb an der Neuen Propsteikirche in Leipzig – Weihe auf Raten

Finaler Hochbetrieb an der Neuen Propsteikirche in Leipzig – Weihe auf Raten

Nur noch zwei Monate bis zur Einweihung: Im Inneren der neuen katholischen Kirche am Leipziger Ring, im Gemeindesaal und in den drei Mitarbeiter-Wohnungen herrscht in diesen Tagen finaler Hochbetrieb.

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Die neue Propsteikirche in Leipzig. Ebenfalls im Bild: Der Turm des Neuen Rathauses. (Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Die Bauleute haben noch jede Menge Arbeit. Vor allem im Herzstück des Gebäude-Ensembles - im künftigen Gotteshaus mit Hauptschiff und Seitenkapelle - ist noch viel zu tun.

Doch am 9. Mai, dem Tag der Weihe der neuen Heimstatt für rund 4700 Propstei-Katholiken, wird nicht gerüttelt. "Wir weihen auf jeden Fall", sagt Propst Gregor Giele, das geistliche Oberhaupt der Pfarrei St. Trinitatis. Um dann schmunzelnd fortzufahren: "Wir wissen nur noch nicht, wie viel."

Fakt ist: Der größte Neubau einer Kirche in Ostdeutschland seit dem Fall der Mauer ist am Tag seiner feierlichen Eröffnung ein unvollendeter. Dass die Vleugels-Orgel nicht vor dem 27. September erklingen würde, war von vornherein klar. Denn die Orgelbauer aus Hardheim in Baden-Württemberg benötigen für Einbau und Intonation reichliche drei Monate, in denen weder Staub noch Lärm anfallen.

Während Propsteikantor Stephan Rommelspacher im Einweihungsgottesdienst am 9. Mai - Beginn 11 Uhr, das MDR-Fernsehen überträgt live - wenigstens ein Leihinstrument bespielt, wird aus dem Kirchturm kein Ton zu hören sein. Auch das entspricht den Planungen. Den Zeitpunkt der Glockenweihe nennt der 48-jährige Propst einen "Verschiebebahnhof". Zwei Klangkörper aus der aktuellen Propstei ziehen vom Rosental mit in die Nonnenmühlgasse, zwei sind kaputt, müssen nachgegossen werden. Eine Glocke aus der 1943 zerbombten Trinitatiskirche ist trotz ihres Absturzes noch voll funktionstüchtig, weshalb sie reaktiviert werden soll. Fehlt für zwei harmonische Dreiklänge noch ein sechstes Exemplar. Und damit alles hängen und schwingen kann, braucht das Geläut einen Glockenstuhl. Dessen Einbau erfolgt in Bälde.

Überrascht worden ist die Gemeinde vom Umstand, dass das 22 Meter lange und etwa drei Meter hohe Bibelfenster des Leipziger Künstlers Falk Haberkorn am Weihetag noch nicht zu sehen sein wird. Auf die mehrschichtigen Fenster-Segmente an der Nordseite der Kirche werden sämtliche Texte des Alten und Neuen Testaments aufgebracht. Die unzähligen Buchstaben entstehen durch Sandstrahlung. Dieses Verfahren verändert die Struktur des Materials, weshalb jedes einzelne Glas einer genauen Prüfung unterzogen wird. "Die Scheiben müssen ja bruchsicher sein. Das Ganze dauert leider", berichtet Giele. Der Propst rechnet mit der Fenster-Freigabe nicht vor Ende Juni. "Wir werden neben der Kirch-, der Orgel- und der Glockenweihe in diesem Jahr also noch einen Grund zum Feiern haben", scherzt der Seelsorger. "So können wir uns bei fast allen 14 000 Einzelspendern, die bis heute zur Finanzierung des Projektes beigetragen haben, persönlich bedanken", rechnet er mit einem Augenzwinkern vor.

Fakt ist: Für die Liturgie am 9. Mai, die der Dresden-Meißener Bischof Heiner Koch leitet, werden längst nicht alle Gönner eine Einladung erhalten. Der Pfarrgemeinderat hat für die Sitzverteilung ein klares Regularium festgelegt: Die eine Hälfte der 700 Plätze steht Propstei-Mitgliedern zu. Die andere wird nach folgendem Schlüssel vergeben: 200 Sitzgelegenheiten gehen an Ehrengäste aus Politik, Gesellschaft und Kirche, 50 an Spender - wobei die Höhe der Zuwendung unerheblich ist -, 100 an Vertreter anderer Gemeinden.

Wer nicht reinkommt, hat draußen vor dem schweren Hauptportal aus Stahl und Bronze die Möglichkeit, den historischen Akt auf einer LED-Wand zu verfolgen. Mit dem Inneren des Baukörpers und der Gestaltung von Altar, Altarkreuz, Ambo, Tabernakel und Taufstein - alles Werke des in Los Angeles lebenden kubanisch-amerikanischen Künstlers Jorge Pardo - werden sich die gläubigen und nichtgläubigen Leipziger später noch ausgiebig vertraut machen können. Nämlich an jedem neuen Tag nach dem 9. Mai. Werktags um 18 Uhr ist immer Abendmesse. Und auch sonst soll das Pfarrzentrum vor den Toren der Innenstadt eines auszeichnen: Es wird offen für alle sein.

Die Errichtung der neuen Propstei- kirche war ursprünglich mit 15 Millionen Euro veranschlagt worden, wird wegen der etwas längeren Bauzeit und der Installation umweltfreundlicher, nachhaltiger Technologien aber um 1,2 Millionen Euro teurer. Die Katholiken um Propst Giele bleiben deshalb für Spenden dankbar. "Wir arbeiten noch an einer knappen Million", sagt der Geistliche.

Spenden an: Bank für Kirche und Caritas, Konto: 10 000 107; Bankleitzahl: 472 603 07; IBAN: DE51 4726 0307 0010 0001 07. Nächste Baustellen-Besichtigung: 8. März ab 15 Uhr (Treff am Bauzaun); da- nach immer samstags und sonntags, jeweils 15 Uhr; letzter Besichtigungstermin: 29. März

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.03.2015

Dominic Welters

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