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Finanzskandal um die KWL: Spende für den FC Sachsen gibt neue Rätsel auf

Finanzskandal um die KWL: Spende für den FC Sachsen gibt neue Rätsel auf

Wie die LVZ schon vergangenen Freitag berichtete, haben die Arrangeure der geheimen KWL-Finanzwetten bei Vernehmungen ausgesagt, auf Bitten Klaus Heiningers hätten sie einem Leipziger Fußballverein eine Spende von 100.000 Euro zukommen lassen.

Leipzig. Das Geld sei von ihrer Firma Value Partners über einen Leipziger Anwalt an den Verein geflossen. Heininger habe ihnen erklärt, die Spende sei ein Wunsch von Burkhard Jung. Gestern bestätigte Oberstaatsanwältin Heike Teitge, dass es solche Aussagen von den Arrangeuren Jürgen Blatz und Berthold Senf tatsächlich gab. Wie viel Geld wirklich gespendet wurde, sei aber noch unklar. „Die Angaben und Anhaltspunkte hierzu sind widersprüchlich. Bei der Aufklärung des Themas stehen wir noch am Anfang. Nach unseren Erkenntnissen sind weder der heutige Oberbürgermeister Jung noch sein Vorgänger Tiefensee in die Sache involviert.“

Dass es sich beim Empfänger um den FC Sachsen handelt, liegt nahe. Schließlich war Heininger ab Oktober 2004 für drei Jahre Aufsichtsratsmitglied bei den Leutzschern. Nach LVZ-Informationen soll die Spende Ende 2004/Anfang 2005 erfolgt sein. Damals steckte der FC Sachsen mal wieder in akuter Finanznot. 800.000 Euro fehlten im Etat. Bei einer Krisensitzung kurz vor Silvester forderte der seinerzeitige Sportbürgermeister Holger Tschense (SPD) vom Sachsen-Aufsichtsrat Heininger, 150.000 Euro Spenden aufzutreiben. Die LVZ berichtete darüber, etliche Leser protestierten, so dass Heininger sich am 6. Januar 2005 zur Klarstellung veranlasst sah, nicht die KWL würden den Zusatzbetrag aufbringen: „Wir sponsern den FC Sachsen schon jährlich mit rund 100.000 Euro“, sagte er.

Gestern schwirrten Gerüchte durch Leipzig, die Spende von Blatz und Senf sei womöglich noch viel höher gewesen. Den Transfer des Geldes habe ein mit Tschense gut bekannter, fußballaffiner Anwalt übernommen. Der Anwalt war für Nachfragen ebenso wenig erreichbar wie der seinerzeit zuständige Schatzmeister des FC Sachsen Georg Flascha. Hingegen ging Tschense, der zurzeit geschäftlich in Rumänien weilt, ans Telefon. „Richtig ist, dass ich mit LVV-Chef Hans-Joachim Klein und auch mit Herrn Heininger öfter über Spenden und Sponsoring für den FC Sachsen geredet habe. Schließlich war ich seit Juli 2004 auch Aufsichtsratsvorsitzender der Wasserwerke. Und es gab einen bestätigten Fußball-Förderplan der Stadt“, so Tschense. „Die Herren Blatz und Senf kenne ich aber nicht mal. Ich weiß nichts von deren Spenden.“

Oberstaatsanwältin Teitge bestätigte weiter, dass die Ermittler nun auch den Vorwurf prüfen, Blatz und Senf hätten an Heininger schon 2005 Bestechungsgeld von 900.000 Euro gezahlt. Dies würde das hohe Guthaben von 3,7 Millionen Euro auf Heiningers Geheimkonto in Liechtenstein erklären. Bekanntlich hatte Heininger 2006 auf dieses Konto drei Millionen US-Dollar Bestechungsgeld für den Abschluss geheimer CDO-Finanzwetten erhalten.

Jens Rometsch

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