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Lokales Finnland als Sehnsuchtsziel – wie Plakate die Gäste anlocken sollen
Leipzig Lokales Finnland als Sehnsuchtsziel – wie Plakate die Gäste anlocken sollen
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20:26 07.03.2018
 Einladend: Mit 80 Plakaten unternimmt das Museum für Druckkunst eine einzigartige Reise. „Auf nach Finnland. Finnische Plakate seit 1853" heißt die Sonderschau in der Nonnenstraße 38. Verschiedene Künstler haben die Plakate gestaltet, die mit Schneelandschaften, einsamen Seen sowie urbanen Städten um potenzielle Reisende werben.  Quelle: Fotos: André Kempner
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Leipzig

 Unberührte Natur mit viel Wasser, urbane Städte wie Helsinki oder verschneite Winterlandschaften – das ist das Bild von Finnland, das noch heute Sehnsüchte weckt. Doch dieses galt es potenziellen Touristen aus ganz Europa erst einmal zu vermitteln. „Plakate eigneten sich dafür am besten, um die Motive in Szene zu setzen“, sagt Susanne Richter, die Leiterin des Museums für Druckkunst in der Nonnenstraße. Dort ist ab Freitag eine hochkarätige Sonderschau „Auf nach Finnland. Finnische Plakate seit 1853“ zu sehen. Diese hat der finnische Schriftsteller und Journalist Magnus Londen zusammengetragen, der seine Liebe zu Plakaten einst durch eine elegante Dame entdeckte, die in Helsinki an einem Champagnerglas nippt. Sie war auf einem Plakat aus den 1930er-Jahren abgebildet, das er zufällig bei einem Blick in das Schaufenster eines Antiquariates entdeckte. „Das hat mich so gepackt, dass ich angefangen habe, Plakate zu sammeln“, bekennt Magnus Londen.

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Der 49-Jährige, der auch Reisereportagen schreibt, wurde zum Jäger, suchte die Geschichten zu den Plakaten und war begierig zu erfahren, wie Finnland ein Reiseziel für Ausländer wurde. Das war lange bevor sich die junge Nation gründete, die am 6. Dezember 1917 unabhängig wurde. Das älteste Plakat der Ausstellung stammt aus dem Jahre 1853. Damals wurde um zahlungskräftige Gäste geworben, die aus St. Petersburg mit den Dampfschiff ins Land kommen sollten. Der Dampfschiffverkehr zwischen Turku in Finnland und Stockholm begann 1836, es gab auch die Route Stockholm-Tallinn-St. Petersburg. Ganz „nebenbei“ wirft die Ausstellung so einen Blick auf die Ausbreitung des Tourismus in Finnland seit über hundert Jahren. „Es ist schon interessant, mit welchen Bildern und Motiven geworben wurde“, so Londen. Die farbenfrohen Plakate stellen Routen, Reiseziele und Verkehrsmittel wie Schiffe, Flugzeuge oder Eisenbahnen verschiedener Epochen vor. Zu sehen sind 80 Plakate aus der Sammlung, die natürlich die verschiedenen Techniken der Farblithographie oder des Offsetdrucks zeigen. Und es werden Geschichten erzählt, die das im Museumsshop erhältliche Begleitbuch vertieft. So sollte Helsinki beispielsweise 1940 die Olympischen Sommerspiele ausrichten, doch der Zweite Weltkrieg kam dazwischen. Deshalb gibt es ein Originalplakat mit einer Skulptur des fliegenden Finnen Paavo Nurmi auf einer Weltkugel für Spiele, die nie stattgefunden haben. Das Besondere: Das Motiv wurde 1952 wiederverwendet, nur ein Teil der inzwischen an die damalige Sowjetunion verlorenen Landesfläche musste diskret wegretuschiert werden.

Alle erklärenden Texte sind auf finnisches Holz gedruckt. Die Schau tourte durch Finnland und Schweden und wird nach Leipzig auch in den USA gezeigt.

Eröffnung ist am Freitag, 18 Uhr, danach bis 15. April montags bis freitags 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Eintritt sechs Euro, ermäßigt drei Euro, bis 16 Jahre 1,50 Euro.

Von Mathias Orbeck

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