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Fischer-Art beschimpft Blitzer-Beamte nach Bußgeldbescheid

Video-Ausraster Fischer-Art beschimpft Blitzer-Beamte nach Bußgeldbescheid

Weil ihm Geschwindigkeitskontrolleure hinter einem Brückenpfeiler auflauerten und anschließend ein einmonatiges Fahrverbot auferlegen wollte, rechnet der Leipziger Künstler in einem Internet-Film mit den Beamten ab. Er spricht von „Willkür“ und „Abzocke“.

Der Künstler porträtiert auch Prominente aus der ganzen Welt.

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art hadert mit den Geschwindigkeitskontrolleuren der Stadt. Denn die haben ihn auf der Fahrt von Markkleeberg nach Leipzig in seinem Mercedes auf der Bundesstraße 2 mit 119 Stundenkilometern geblitzt – zulässig sind dort 80. „Die Radarfalle war eigentlich reine Abzocke“, ärgert sich der Maler über die Kontrolleure, die gegen 9.40 Uhr zwischen den Abfahrten Richard-Lehmann-/Koburger Straße hinter einem Brückenpfeiler gelauert hatten. In einem Film für das Internetportal geblitzt.de spricht er von „behördlicher Willkür“, der ein „Riegel“ vorgeschoben werden müsse. Leipzigs Ordnungsbeamten hätten „teilweise richtig Freude“ daran, „Strafen zu verhängen“ und „Führerscheine wegzunehmen“, meint der Künstler. „Die sehen nur Exceltabellen, die rote Akte, sind böse und denken: Der kriegt jetzt einen reingebrannt.“

Der Vorfall ereignete sich am 15. April 2015 und hatte ein juristisches Nachspiel, das erst vor wenigen Tagen zu Ende ging. Denn mit einer Tempo-Überschreitung von 39 Stundenkilometern drohte dem Prominenten ein einmonatiges Fahrverbot, das der Vielreisende überhaupt nicht gebrauchen konnte. Außerdem forderte die Bußgeldbehörde der Stadt Leipzig von ihm eine Geldbuße in Höhe von 160 Euro, die sich mit Gebühren auf 188,50 Euro addierte. Zusätzlich gaben ihm die Behörden in ihrem amtlichen Bußgeldbescheid auch noch einen Gratis-Hinweis: Nach Rechtskraft des Bescheides würden „zwei Punkte an das Fahreignungsregister gemeldet“, war da zu lesen.

„Blitzer stehen immer dort wo sie keiner braucht“, kommentiert Fischer-Art die Vorgänge in dem Film. „Wenn Blitzer vor Kreuzungen und Schulen stehen, dann sehe ich ja alles ein, aber auf Autobahnen und freien Strecken bauen sie die Blitzer nur auf, um abzukassieren.“ Er sei teilweise auch damit einverstanden, dass die Kontrolleure selbst dann Geld von den Geblitzen abkassieren. „Aber wenn sie Punkte reindrehen und Fahrverbote verhängen, dann wird es teilweise existenzbedrohend.“

Der heute 47-Jährige hatte sich deshalb an die Leipziger Vertragsanwälte von geblitzt.de gewandt, die Bußgeldbescheide kostenlos überprüft und bei Verfahrens- oder Messfehlern für den Betroffenen auch kostenfrei anfechten. Die Anwälte von geblitzt.de machten bei der Verhandlung in diesem Monat die „besondere Situation“ geltend, in der sich Fischer-Art am Blitzer-Tag befand. Die Bundesstraße 2 sei dort vierspurig ausgebaut, wodurch sie „erst einmal nicht so aussah“, wie eine normale innerörtliche Verbindung, argumentierte der Fachanwalt für Verkehrsrecht Detlef Grube. Außerdem sei Fischer-Arts Fahrzeug relativ neu gewesen, weshalb dessen Gefühl für Beschleunigung noch nicht richtig ausgeprägt gewesen sei. „Bei einer ,besonderen Situation’ kann das Gericht ausnahmsweise von einem Fahrverbot absehen“, skizziert Grube die Rechtslage. Im Gegenzug werde dann in der Regel das Bußgeld verdoppelt.

Das Leipziger Gericht erkannte nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft bei Fischer-Art eine „besondere Situation“ und erließ ihm das Fahrverbot. Stattdessen wurde das verhängte Bußgeld von 160 auf 400 Euro erhöht; die Punkte in Flensburg erhielt er auch noch.

Fischer-Art ist mit dem Ergebnis offenbar zufrieden. In dem Werbefilm lobt er die Leipziger Anwälte. „Hin und wieder braucht man einen Anwalt der sagt: Jungs, so nicht“, sagt er im Film. Ihm gehe es nicht darum, „Rasen zu legitimieren“, betont der Künstler. „Es geht nur darum, behördlicher Willkür einen Riegel vorzuschieben und zu sagen: Werdet doch mal vernünftig.“ Eine „Straße, die rechts und links eine Leitplanke hat und auf der kein Fußgänger geht“, dürfte nicht so behandelt werden wie eine „wirkliche Wohngebietsstraße“. Autofahrer sollten in Fällen wie seinem einen Bußgeldbescheid erhalten, aber nicht mit Fahrverboten „gequält“ werden.

Von Andreas Tappert

Leipzig, Brühl 33 51.343179 12.377465
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