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Lokales Fischer-Art unterbreitet „Friedensangebot“
Leipzig Lokales Fischer-Art unterbreitet „Friedensangebot“
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22:00 22.04.2016
Michael Fischer-Art sagt, was er denkt – jetzt rudert er zurück.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Nachdem er Geschwindigkeitskontrolleuren vorgeworfen hat, dass sie „einen Nano- oder Mikro-Penis“ ausgleichen, indem sie Strafen verhängen oder Führerscheine wegnehmen, rudert der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art jetzt zurück: Er hat gestern die Leipziger Rechtsanwältin und Mediatorin Anette Ehlers gebeten, Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) ein „Friedensangebot“ zu unterbreiten. „Ich habe versucht, Herrn Rosenthal telefonisch davon zu unterrichten, aber das ist mir nicht geglückt“, teilte Ehlers am Abend auf Anfrage mit. „Deshalb habe ich ihm eine Mail geschickt.“ Wie berichtet war der Maler auf der Bundesstraße 2 in eine Radarfalle gefahren, die hinter einer Brücke aufgebaut war. Weil er 39 Stundenkilometer zu schnell unterwegs war, sollte er einen Monat Fahrverbot erhalten, was er aber vor Gericht abwenden konnte. Nach Fischer-Arts verbaler Attacke gegen die städtischen Beamten hatte sich Ordnungsbürgermeister Rosenthal vor seine Mitarbeiter gestellt und seinerseits öffentlich vermutet, ob Fischer-Art „körperliche Einschränkungen“ habe, da er offenbar die Geschwindigkeitsregelung auf der B 2 nicht erkannt und auch nicht befolgt hat.

Der Künstler teilt jetzt in seinem „Friedensangebot“ dem Ordnungsbürgermeister mit, dass er seinen Mercedes freiwillig vier Wochen in der Garage stehen lasse und zu Fuß gehen werde. „Er will so zeigen, dass ihm das alles leid tut“, sagte Ehlers. Aus diesem Grund werde der Künstler auch sein „ohnehin schon vorhandenes Engagement für Flüchtlinge“ intensivieren. „Wir wollen nicht, dass die Situation eskaliert“, betonte Ehlers. „Wir sind bestrebt, die Angelegenheit mit mediativem Ansatz zu regeln. Herr Fischer-Art bedauert die durch Teile seiner generellen Äußerungen entstandenen Irritationen.“ Er sei „natürlich“ zu schnell unterwegs gewesen und akzeptiere auch die Strafe dafür. „Herr Fischer-Art würde das Herrn Rosenthal gern auch noch einmal persönlich versichern“, so die Mediatorin. „Wir wollen keinen Streit, sondern Frieden.“

Unter den vielen Leser-Mails, die die LVZ gestern zu diesem Vorfall erreicht haben, war auch die eines Fachmann für Verkehrspsychologie. „Die Ursachen für so ein Verhalten sind individuelle problematische Fahrgewohnheiten, verfestigte Fehleinstellungen gegenüber geltendem Verkehrsrecht und ein ordentliches Maß an Scheinkompetenz (kritikloses Übertragen beruflichen Erfolgs auf die Straße)“, schreibt der Leipziger Psychologe Klaus Rückborn. Eine Geldstrafe allein verbessere die Lernfähigkeit nicht.

Von Andreas Tappert

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