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Lokales Flächendeckendes W-Lan bleibt nur ein schöner Traum
Leipzig Lokales Flächendeckendes W-Lan bleibt nur ein schöner Traum
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06:00 10.06.2018
Chiara Lorenz und Lilli Weber nutzen das Gratis-W-Lan auf dem Leipziger Markt. Quelle: André Kempner
Leipzig

Es klang recht verheißungsvoll, was die Leipziger Gruppe vor genau zwei Jahren angekündigt hatte. „Mit Hilfe von Fördermitteln und hoffentlich vielen Partnern wollen wir ein flächendeckendes W-Lan-Netz in Leipzig aufbauen“, teilte Konzernchef Norbert Menke im Juni 2016 mit. Das neue Netz solle kostenlos für alle Nutzer sein und „in zwei bis drei Jahren“ stehen. Der Zugang ins Internet sei dann nicht nur auf Straßen und Plätzen, sondern auch in vielen Wohnungen möglich.

Teil der Digitalisierungsoffensive

Der kommunale Versorger, zu dem die Leipziger Stadtwerke, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe gehören, betrachte dieses Projekt als Teil einer Digitalisierungsoffensive, fuhr Menke seinerzeit fort. Ziel sei, mit dem drahtlosen Internet neu zugezogene Einwohner und junge Kunden anzusprechen. Auch könnten die Stadt, die Messe, Hotels, Händler, die Touristen-Information oder Kulturstätten so mehr Service für die Besucher Leipzigs bieten.

Basis ist Kabelnetz der HL komm

Auf absehbare Zeit bleibt das alles nun wohl nur ein schöner Traum. Die Leipziger Gruppe hat den weiteren Netz-Ausbau schon im letzten Jahr gestoppt, bestätigte Sprecher Peter Krutsch jetzt der LVZ. Dabei wirbelte sie anfangs kräftig los. Bereits zum Weihnachtsmarkt 2016 gab es erstmals Gratis-W-Lan für die ganze Leipziger City. Dafür wurde extra die Zahl der Hotspots von 37 auf 70 erhöht. Anschließend begannen die LVB, an den Straßenbahn-Haltestellen der wichtigsten Magistralen weitere Zugangspunkte einzurichten. Technische Basis dafür war stets das Kabelnetz des Leipziger Unternehmens HL komm. Insgesamt entstanden so bis heute 118 Hotspots im Stadtgebiet.

Tourismusseite begrüßt die Nutzer

An diesen Punkten können die Besitzer von Handys oder Tablets sich auch künftig ins kostenlose W-Lan-Netz „Leipziger“ klicken, versicherte Krutsch. Zum Start baut sich dann eine Tourismus-Seite mit vielen Infos zu hiesigen Veranstaltungen, Kultur, Geschichte und Architektur auf. Ihr Name lautet Leipzig-Travel. Doch natürlich funktioniert auch der Zugriff auf andere Internet-Seiten – und zwar zeitlich unbegrenzt.

Partnersuche schwieriger als gedacht

Laut Sprecher Krutsch hat der Stopp für den weiteren Netzausbau nichts damit zu tun, dass der frühere Konzernchef Menke jüngst das Unternehmen verließ. Vielmehr hätten genaue Untersuchungen ergeben, dass der finanzielle Aufwand für den Aufbau eines stadtweiten Netzes bei 1,5 Millionen Euro liegt. Die laufenden Betriebskosten seien da noch nicht mitgerechnet. „Vor dem Hintergrund hat sich die Suche nach Partnern deutlich schwieriger gestaltet als wir anfangs angenommen hatten“, so der Sprecher. Der Stadtkonzern allein könnte solche Summen nicht finanzieren.

Maximal 15 000 Euro aus EU-Förderung

Dies bestätigt das Wirtschaftsdezernat im Rathaus. Eine Netzerweiterung sei „ohne eine übergeordnete Strategie, Beteiligung weiterer Partnern sowie Einsatz von Fördermitteln nicht wirtschaftlich“, heißt es dort. Das EU-Programm „WiFi4EU“ beschränke sich auf eine Fördersumme von maximal 15 000 Euro pro Kommune.

Dennoch habe die Leipziger Gruppe noch nicht alle Hoffnungen fahren lassen, betonte Krutsch. „Wir bleiben an dem Thema dran, zumal das W-Lan in der City gut angenommen wird.“ Wenn sich die Förderkulisse ändere, gebe es eine neue Chance.

Von Jens Rometsch

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