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Fliegerbombe an der A14 ist entschärft - Sprengmeister: "Es hatte etwas Besonderes"

Fliegerbombe an der A14 ist entschärft - Sprengmeister: "Es hatte etwas Besonderes"

Die Fliegerbombe, die bei Sanierungsarbeiten an der Autobahn 14 am Montagmorgen gefunden worden war, ist am Abend entschärft worden. Nach Angaben der Polizei sind alle Straßensperrungen wieder aufgehoben.

Leipzig. Auch der Bahn- und Luftverkehr ist wieder freigegeben. Die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

Sprengmeister Holger Klemig vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen brauchte für die eigentliche Entschärfung etwa 35 Minuten, gegen 18.15 Uhr konnte er Entwarnung geben. Zuvor war die Bombe, die über zwei Zünder verfügte, untersucht und dann gesichert worden, damit sich ihre Lage nicht veränderte. "Es hatte etwas Besonderes", sagte Klemig. Der Grund: Der Sprengkörper habe senkrecht im Sand gesteckt. Die Bombe sei außerdem noch funktionstüchtig gewesen.

Wie die Polizeidirektion Leipzig mitteilte, wurde die etwa 250 Kilogramm schwere Bombe amerikanischer Bauart um 8 Uhr zwischen den Anschlussstellen Leipzig-Nordost und Leipziger Messe in der Nähe des Einkaufcenters „Portitz-Treff“ entdeckt.

Nach Eintreffen der Polizei am Fundort gegen 10.45 Uhr wurde die Autobahn in beide Richtungen komplett gesperrt. Auch die nahe Wodanstraße war zwischen Torgauer und Taucher Straße nicht mehr befahrbar. In der Nähe der Fundstelle bildeten sich Staus in alle Richtungen.

Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) waren mehrere Buslinien betroffen. Es gab Verspätungen von gut einer Stunde, mehrere Haltestellen konnten nicht bedient werden. "Die Busse standen ebenfalls im Stau", sagte LVB-Sprecher Reinhard Bohse. Auch Straßenbahnen konnten aufgrund kilometerlanger Rückstaus nicht bis zur Endstelle fahren und mussten bereits in Schönefeld wenden. "Dort ging gar nichts mehr", so Bohse.

Bis zum Nachmittag mussten etwa 600 Personen ihre Häuser und Geschäfte verlassen. Unter anderem brachte die Polizei die Mitarbeiter des Einkaufscenters sowie die Bewohner der nahen Wohnsiedlung Leipzig-Thekla und Pächter der Kleingartensparte „An der Krätzbergstraße“ in der Portitzer Grundschule in Sicherheit. Jeweils etwa 30 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten und Feuerwehren sowie knapp 20 Mitarbeiter des Ordungsamtes waren im Einsatz. Die Leipziger Polizei wurde vom Revier Westsachsen unterstützt.

Zu den Evakuierten gehört auch Ursula Lederer. Die 60-Jährige war am Morgen im Einkaufszentrum, um für ihren Bruder Besorgungen zu tätigen. Als eine Durchsage ertönte, dass das Gelände schnell zu verlassen sei, da man eine Bombe gefunden habe, habe sie einfach ihren Einkaufswagen stehen gelassen und sei geflüchtet. „Ich hatte Angst“, berichtet sie. Schon vor ein paar Monaten sei in der Nähe eine Bombe gefunden worden und sie habe den lauten Explosionsknall beim kontrollierten Entschärfen damals in ihrem Garten gehört. Deshalb wollte sie sich nun auch schnell in Sicherheit bringen.

Erst seit kurzem wohnen Krystyna und Hans-Joachim Czaus in Leipzig-Thekla. Die beiden müssten, wie alle anderen Bewohner der Wohnsiedlung, das Gelände umgehend verlassen. „Mich ärgert es natürlich, dass wir jetzt aus der Wohnung müssen“, sagte Krystyna Czaus und fügte an: „aber ich verstehe natürlich, dass die Sicherheit in diesem Fall vorgeht.“ Die Eheleute wollten umgehend die Portitzer Grundschule aufsuchen, wussten allerdings als Neu-Leipziger nicht, wo sich jene befindet. „Bisher hat uns niemand gesagt, wo wir hin müssen“, bemängelte ihr Mann.

Nicht durch die Polizei, sondern durch ihre Nachbarn erfuhr Irene Börner von der Evakuierung. Die 77-Jährige verließ zusammen mit ihrem sechsjährigen Enkel Gero ihre Wohnung in der Theklaer Siedlung. Sie berichtete, dass sie die Situation an die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erinnere: „Ich habe damals mit angesehen, wie die Häuser zusammengefallen sind. Es furchtbar, dass auch heute noch Bomben gefunden werden. Man traut sich kaum noch irgendwo hinzugehen, wenn so was passiert.“

Nach Informationen der Leipzig Polizei, war die Evakuierung gegen 16.30 Uhr weitgehend abgeschlossen. Danach begannen die Sprengstoffexperten die Fliegerbombe zu sichern. Für die Entschärfung wurde der Zugverkehr für 30 Minuten gestoppt, der Luftraum war schon zuvor gesperrt worden. Für den Fall, dass die Bombe nicht unschädlich zu machen gewesen wäre, hätte sie kontrolliert gesprengt werden müssen.

Der amerikanische Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg ist in diesem Jahr bereits der dritte Bombenfund nahe der Autobahn 14. Bereits im April und Juli mussten hier Brandbomben kontrolliert gesprengt werden.

Michael Dick / mpu / maf

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