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Lokales Fliegerbombe in Leipzig-Gohlis war bereits detoniert – Polizei verteidigt Evakuierung
Leipzig Lokales Fliegerbombe in Leipzig-Gohlis war bereits detoniert – Polizei verteidigt Evakuierung
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11:49 20.06.2011
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Dies bestätigte Randi Friese von der Landespolizeidirektion in Dresden am Montag gegenüber LVZ-Online. Sie verteidigte jedoch gleichzeitig vehement die Evakuierung.

Nach der Entschärfung der Bombe, die am Donnerstag bei Bauarbeiten in Leipzig-Gohlis gefunden worden war, zeigten Bilder den Abtransport des zerfetzten Sprengkörpers. „Es handelte sich bei der Bombe um einen sogenannten Zerscheller, der beim Abwurf im Zweiten Weltkrieg zu einen Teil explodierte“, erklärte Friese. Beim Aufprall auf das Erdreich sei zwar der Bodenzünder der Bombe ausgelöst worden und die eine Hälfte der Sprengladung detoniert. „Der Kopfzünder und ein Teil des Sprengstoffs waren jedoch noch intakt“, so die Polizeisprecherin.

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Der beschädigte Zustand der Bombe sei bereits kurz nach Fund am Vormittag bekannt gewesen. „Die private Kampfmittelräumfirma, die auf der Baustelle tätig war, hat den Sprengkörper aufgespürt und freigelegt, so dass man sehen konnte, dass der Kopfzünder noch vorhanden war“, sagte Friese. Sie betonte, dass trotzdem ein Sperrkreis errichtet werden musste, der eigentlich für intakte 250-Kilo-Sprengkörper üblich ist. „Solche Bomben führen ein Eigenleben. Man weiß nie, was im Falle einer Detonation passieren kann.“

Friese betonte nochmals, dass eine kontrollierte Sprengung der Bombe nie geplant gewesen sei, und wies anders lautende Medienberichte als falsch zurück. „Dies war nie ein Thema“, stellte die Sprecherin klar. Auch das Risiko eines Abtransports hätte das Spezialistenteam der Kampfmittelbeseitigung aus Dresden nicht eingehen können. „Dies ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn man die Bombe unter höchster Vorsicht aus dem Gefahrenfeld herausbringen kann. Dies war in Leipzig nicht der Fall“, so Friese.

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Die Evakuierung, die den Leipziger Norden fast zwölf Stunden lang in Atem hielt, sei aufgrund der Entschärfung „absolut notwendig“ gewesen. „Sollte dabei etwas schief gehen, löst die Detonation in jedem Fall ein kleines Erdbeben aus und bringt Menschen in Lebensgefahr“, erklärte die Mitarbeiterin der Landespolizeidirektion. Einen solchen Fund könne man nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Bevor etwas passiert, werden wir auch in Zukunft lieber einmal zuviel evakuieren.“

Robert Nößler

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