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Lokales Flitzen, Fliegen, Feiern: Hunderte Schaulustige beim 19. Prix de Tacot am Fockeberg
Leipzig Lokales Flitzen, Fliegen, Feiern: Hunderte Schaulustige beim 19. Prix de Tacot am Fockeberg
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19:40 02.05.2010
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Die 25 Rennteams wurden bei dem Spektakel von einem neuen Moderatoren-Quartett unterstützt.

Sechs Männer betreten die Rampe am Fuß des Fockebergs. Ihr Gepäck: eine Schweißer-Ausrüstung, ein Rucksack, eine Schubkarre. Außerdem Pappen, Wolldecken und eine Kettensäge, unstrukturiert verstaut in einer Grünglas-Tonne. Runde vier Stunden haben die Studenten der HTWK Zeit, um aus ihrem Sammelsurium an Utensilien eine Seifenkiste zu bauen. Wie, das bleibt vorerst ihr Geheimnis.

Denn die Konkurrenz schläft nicht. Insgesamt 25 Teams sind zum diesjährigen Internationalen Seifenkistenrennen am Fockeberg angetreten. Auf den Berg, um den Berg und wieder herunter ziehen, schieben, tragen und rollen sie ihre eigenkreierten Kistenkonstruktionen vom flitzenden Sandwich bis zum fliegenden Klassenzimmer.

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Das sportlich-kulturelle Großereignis ist das inzwischen 19. in der Geschichte des Prix de Tacot der Nato. Die Fußstapfen, die der im Sommer gestorbene  Kommentator Paul Fröhlich hinterlassen hat, sind groß. Zu groß noch immer, als dass sie das neu gegründete Moderatoren-Quartett ausfüllen könnte. Spaßig wird es trotzdem, als Andrea Höhn in lila Knallbonbon-Optik und Christoph Graebel als konservativer Gegenpart Marke Versicherungsvertreter die Tüftler in ihren Geräten bergauf schicken.

Das Seifenkistenrennen ist ebenso Sport-Event wie Volksfest. Es riecht nach Kräppelchen und Langos, an zahlreichen Marktständen wechseln Filzkleidchen und Holzschmuck die Besitzer. Auf dem Gipfel ertönt erst Reggae-Musik, dann die Fanfare. Die ersten Kistenpiloten werden vom Moderatoren-Duo Thorsten Giese und Karin Werner in Empfang genommen – als „gemütlicher Jahrgang“, wie sie liebevoll betonen, also als der wohl langsamste aller Zeiten. Das fliegende Klassenzimmer hat unterwegs eine Erdkunde-Stunde abgehalten.

Während sich die schon fertigen Kisten-Schönheiten am Berg-Plateau aneinander reihen, haben sich die HTWKler eingeteilt in Grillmaster, Schrauber, Löter und solche, die den Überblick haben. Es gilt, die Vor-Ort-Tüftler der Teams Rücktritt und Bimbotown zu überrunden. Keine Spur von schnöder Kiste. Die Studenten konstruieren ein Gefährt, in dem sich Größenwahn und Spitzendesign vereinen. Alles ist erlaubt beim Seifenkistenrennen und nichts so entscheidend wie vollkommene Imperfektion. Fällt ein Rad ab, wird die Seifenkiste kurzerhand getragen, droht die Ohnmacht, hilft eine Apfelschorle. Es zählt „die kreative Gesamtpräsenz“, wie es die Veranstalter nennen.

Beim Seifenkisten-Rennen mischt sich Top-Design mit technischer Brillanz, Schönheit mit Bewegung, Kunst mit Sport mit Spaß. Was am Ende des Tages für die (an)mutigen Hangabraser wirklich zählt, bringt Karin Werner auf den Punkt: „Wer runter kommt, hat gewonnen.“

Ines Hofmann

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