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Flixbus: Neue Strecken, aber Kritik von Subunternehmen

Leipzig - Paris Flixbus: Neue Strecken, aber Kritik von Subunternehmen

Mehrere mittelständische Busunternehmen haben ihre Partnerschaft mit dem Fernbus-Unternehmen Flixbus gekündigt. Grund dafür sollen zum Teil hohe Verluste sein. Das Unternehmen beschwichtigt und kündigt stattdessen eine neue Strecke von Leipzig nach Paris an.

Flixbus fährt nun auch von Leipzig nach Paris.

Quelle: Flixbus

Leipzig. Mehrere mittelständische Busunternehmen haben ihre Partnerschaft mit dem Fernbus-Unternehmen Flixbus aufgekündigt. Laut Recherchen des NDR-Fernsehmagazins „Hallo Niedersachsen“ sollen deutschlandweit 20 Busfirmen aus Kostengründen das Handtuch geworfen haben. Zum Teil hätten sie hohe Verluste eingefahren.

Flixbus-Sprecher Gregor Hintz wollte die Größenordnung nicht bestätigen. „Ein paar Firmen“ hätten sich zurückgezogen, sagte er der Leipziger Volkszeitung. Bei insgesamt 200 Unternehmen, mit denen Flixbus kooperiere, sei das aber nicht außergewöhnlich.

Der Markt sei hart umkämpft, sagte eine Sprecherin des Verbandes Mobifair, der für faire Arbeitsbedingungen in der Verkehrsbranche kämpft. Ein mitteldeutsches Unternehmen ist laut ihrer Kenntnis nicht unter den betroffenen Firmen, die bei Flixbus ausgestiegen seien. Betroffen seien vorwiegend Firmen im Norden der Republik, darunter drei in Niedersachsen und eines in Hamburg.

Busunternehmen mit Verlust

Dabei handelt es sich um das Hamburger Busunternehmen Elite Traffic. Dessen Betriebsleiter Sebastian Reimers bezifferte den Verlust aus dem Vertrag mit Flixbus mit rund zwei Millionen Euro. Die Ursache dafür seien die niedrigen Ticketpreise als Folge des harten Preiskampfes in der Branche.

Auch der Verband Mobifair kritisiert die zu niedrigen Preise im Fernbuslinienverkehr. 19 Euro für die Strecke von Hamburg nach Salzburg könnten sich nicht rechnen, nannte die Sprecherin ein Beispiel. Sie wisse von Firmen, die im Ausland Mautgebühren aus eigener Tasche zahlen mussten und so nicht auf ihre Kosten gekommen seien. Leidtragende des Wettbewerbs seien vor allem die Busfahrer.

Flixbus wollte sich zu den einzelnen Vorwürfen nicht äußern. Man bezahle nach einem flexiblen Modell mit einer gewissen Risikoteilung, hieß es. Das Modell habe sich bewährt, so Sprecher Hintz, sonst wäre man nicht so erfolgreich. Es sei für beide Seiten attraktiv. Der Preis für eine Busfahrt richte sich unter anderem danach, wann man bucht. Frühbucher zahlten weniger, Last-Minute-Reisende mehr.

Steigerung auf 30 Millionen Fahrgäste geplant

Der Gründer und Geschäftsführer von Flixbus, André Schwämmlein, geht für dieses Jahr von einer Steigerung auf rund 30 Millionen beförderten Fahrgästen aus. Im Vorjahr seien es 20 Millionen gewesen. Das Unternehmen bietet laut eigenen Angaben Leistungen in 20 Ländern Europas an.

Als gäbe es keine Probleme, kündigte das Unternehmen gestern den Ausbau seines Netzes an. So soll die bestehende Linie mit der Nummer 067 um zahlreiche neue Halte in den Niederlanden und Frankreich erweitert werden. „Fahrgäste aus Dresden, Leipzig, Magdeburg, Bad Oeynhausen und Osnabrück profitieren besonders von der Erweiterung“, heißt es in einer Mitteilung. Ab sofort gehe es täglich zum ersten Mal ohne Umstieg auch nach Enschede, Arnheim, Nimwegen, Eindhoven, Lille und Paris. Aus der sächsischen Hauptstadt nach Enschede reisten Kunden ab 29 Euro. Ab 25 Euro koste die Fahrt von Magdeburg nach Nimwegen. Flixbus biete derzeit in Mitteldeutschland und Mecklenburg-Vorpommern 76 verschiedene Fernbuslinien an.

Die erste Linie des Unternehmens fuhr bereits ein paar Wochen vor der eigentlichen Liberalisierung im November 2012 von Leipzig nach Frankfurt per Sondergenehmigung.

Andreas Dunte

Leipzig, Goethestraße 51.341331 12.380626
Leipzig, Goethestraße
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