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Flüchtlinge ziehen ins Fechner-Gymnasium Leipzig – Grüne gegen Massenunterkünfte

Flüchtlinge ziehen ins Fechner-Gymnasium Leipzig – Grüne gegen Massenunterkünfte

Rund 120 Asylbewerber müssen in Kürze im ehemaligen Fechner-Gymnasium in Schönefeld-Ost Quartier beziehen. „Die Nutzung eines Schulgebäudes für die Unterbringung von Flüchtlingen ist eine Notvariante und zeitlich befristet“, sagte Kulturbürgermeister Thomas Fabian (SPD) am Mittwoch.

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Zwei Asylbewerber schauen aus dem Fenster eines Wohnheims.

Quelle: Patrick Pleul/Archiv

Leipzig. Der Stadtrat wird im November außerdem eine eilbedürftige Vorlage zum Thema Unterbringung auf den Tisch bekommen.  

Ursprünglich war als provisorisches Quartier die 55. Schule in Grünau vorgesehen. Der Umbau des Schulgebäudes in der Ratzelstraße wäre aber teurer geworden und hätte zu lange gedauert, teilte die Stadt mit. Deshalb will die Kommune nun auf das derzeit ungenutzte Gebäude in der Löbauer Straße 46 ausweichen. Noch im November sollen dort Frauen, Männer und Familien einziehen.

Fotostrecke: So leben Asylbewerber in Leipzig

„Wir wünschen uns sehr, dass die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen werden und die Nachbarn helfen, die Not dieser Menschen zu lindern“, sagte Fabian. Im Frühjahr 2014 sollen die Flüchtlinge dann in Wohnhäuser in der Markranstädter Straße 16/18 und in der Pittlerstraße 5/7 umziehen.

Eilige Ratsvorlage: Rund 6,8 Millionen Euro für zwei neue Standorte

Die Häuser werden im Zuge des städtischen Konzepts „Dezentrales Wohnen für Asylsuchende“ hergerichtet. In einer eilbedürftigen Beschlussvorlage sollen die Stadträte im November 235.000 Euro Mehrausgaben für Unterbringung und Betreuung im Jahr 2013 bestätigen. Vor allem steht aber die Fortschreibung des Konzepts zur Abstimmung.

Das vom Sozialdezernat vorgeschlagene Drei-Stufen-Modell sieht die Erstunterbringung für bis zu einem Jahr in Gemeinschaftsunterkünften bis zu 200 Personen vor. Dann sollen die Flüchtlinge in kleinere Unterkünfte mit 50 bis 100 Menschen umziehen können. Erst danach ist „Wohnen im eigenen Wohnraum“ vorgesehen.

Für die marode Gemeinschaftsunterkunft in der Torgauer Straße muss Leipzig dringend Ersatz schaffen. Neben dem Haus Liliensteinstraße 15a, das weitergeführt werden soll, müssten laut Ratsvorlage zwei neue Standorte für die Erstunterbringung der Flüchtlinge gefunden werden. Für den Erwerb der Flächen und zwei Neubauten veranschlagt die Kommune etwa 6,8 Millionen Euro.

Grüne gegen Massenunterkünfte

Die Grünen, die das ursprüngliche Unterbringungskonzept maßgeblich initiiert haben, äußern bereits heftige Kritik an den neu geplanten Massenunterkünften für rund 200 Menschen. „Solche Bauten werden nicht mal einfach so hochgefahren und dann wieder einfach zurückgebaut“, sagte die Fraktionsvorsitzende Katharina Krefft. Die Bauten würden die Asylunterbringung auf Jahrzehnte bestimmen. „Das werden wir nicht unterstützen“, betonte sie.

Rund 1300 Asylbewerber leben derzeit in Leipzig. Bis Ende des Jahres kommen noch rund 300 dazu. Insgesamt wird die Stadt 2013 rund 750 Flüchtlinge aufnehmen, rund 250 mehr als ursprünglich von der Zentralen Ausländerbehörde Chemnitz angenommen, erklärte das Sozialdezernat. Nach einem festgelegten Schlüssel müssen alle Länder und Kommunen Flüchtlinge aufnehmen. Ende Oktober teilte der Freistaat mit, dass im Jahr 2013 voraussichtlich 5800 Asylbegehrende nach Sachsen kommen. Im Jahr 2012 waren es etwas mehr als 3000.

Evelyn ter Vehn

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