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Lokales Fluege.de soll trotz Verkaufsplänen in Leipzig bleiben
Leipzig Lokales Fluege.de soll trotz Verkaufsplänen in Leipzig bleiben
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09:02 23.03.2019
Der Reiseportalbetreiber Invia prüft einen Verkauf seiner Seite fluege.de. Das Onlineportal mit Sitz in Leipzig beschäftigt rund 120 Mitarbeiter. Quelle: Arne Immanuel Bänsch/dpa
Leipzig

Trotz der Verkaufsabsichten für fluege.de soll der Sitz des Reiseportals in Leipzig erhalten bleiben. Das erfuhr die LVZ aus Unternehmenskreisen der Invia-Gruppe, die das Portal 2017 nach der Unister-Insolvenz übernommen hatte. Insgesamt beschäftigt Invia Flights, zu dem fluege.de gehört, rund 120 Mitarbeiter hauptsächlich in Leipzig. Kleinere Teams befinden sich in Berlin, Dresden und Chemnitz.

In der Messestadt hatte Invia erst kürzlich in neue Büros investiert. Der Unternehmenssitz befindet sich am Dittrichring. Auch künftig seien weitere Investitionen in das Team und den Standort Leipzig geplant, heißt es. Die gesamte Invia-Gruppe hat in Deutschland nach eigenen Angaben mehr als 600 Mitarbeiter.

Investoren-Einstieg statt Verkauf?

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass die Firmengruppe das Online-Reiseportal fluege.de verkaufen will. „Es gibt einen Verkaufsprozess“, hatte Invia-CEO Boris Raoul gegenüber dem Branchenportal „fvw“ erklärt. Nach Angaben des Invia-Aufsichtsratsvorsitzenden Jaroslaw Czernek gab es bereits „Interessensbekundungen verschiedener Investoren“. Derzeit würden Sondierungsgespräche geführt, hieß es.

Ein Verkauf ist nach Informationen der LVZ jedoch nur eine von mehreren Optionen. Strategisch liege der Fokus eher auf der Suche nach Partnern, die die Wachstumsstrategie des Unternehmens finanziell unterstützen, verlautbart aus gut informierten Kreisen. Als „führende Marke im größten Reisemarkt Europas“ verfüge Invia Flights über ein „beträchtliches weiteres Wachstumspotenzial“, hatte Czernek in einer offiziellen Mitteilung erklärt.

Kaufpreis lag laut Berichten bei rund 80 Millionen Euro

Die Invia-Gruppe erwarb 2017 die einstigen Unister-Reiseportale – darunter auch ab-in-den-urlaub.de – nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Unister-Gründer Thomas Wagner und der folgenden Pleite des Internet-Unternehmens aus Leipzig. Laut „fvw“ soll der Kaufpreis damals bei 75 bis 80 Millionen Euro gelegen haben. Die Flugsparte mit den Portalen fluege.de, airline-direct.de und billigfluege.de wurde unter dem Dach der Invia Flights Germany GmbH gebündelt. Die Gesellschaft erzielte im Jahr 2017 eigenen Angaben zufolge einen Gewinn von 4,5 Millionen Euro bei einem Umsatz von 31,4 Millionen Euro.

In einem Interview hatte Czernek Anfang 2017 einen baldigen Wiederverkauf der Ex-Unister-Portale noch ausgeschlossen. „Wir sind kein Fonds, der darauf gepolt ist, nach drei bis fünf Jahren einen Exit zu schaffen, sondern sehen uns als strategischer Investor. Wir wollen Werte schaffen, und können Beteiligungen länger halten“, so der Invia-Chef gegenüber „fvw“.

Nach Informationen des Branchenmagazins will Invia seinen Schwerpunkt künftig auf das größere und margenstärkere Geschäft mit der Vermittlung von Reisen unter der Hauptmarke ab-in-den-urlaub.de legen. Offiziell wollte sich dazu im Unternehmen auch auf Nachfrage aktuell niemand äußern.

Von Robert Nößler

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