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Flughäfen sehen sich im Aufwind - Leipzig hofft weiter auf New-York-Direktflüge

Positive Bilanz Flughäfen sehen sich im Aufwind - Leipzig hofft weiter auf New-York-Direktflüge

Passagierzahl legt in den ersten sieben Monaten kräftig zu. Airport Leipzig hofft weiter auf Direktflüge nach New York.

Am Flughafen Leipzig/Halle begrüßt eine historische Iljuschin IL-18 direkt vorm Terminal die Besucher.

Quelle: dpa

Scheuditz. Die Zahlen lesen sich gut. Im ersten Halbjahr 2017 steigerten die deutschen Flughäfen die Passagierzahlen um 6,4 Prozent. An den 22 internationalen bundesrepublikanischen Airports, da¬runter Leipzig/Halle und Dresden, wurden 133,6 Millionen Fluggäste abgefertigt.

„Wir sind derzeit gut unterwegs“, bestätige Stefan Schulte (57), Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), nach einem Gespräch am Schkeuditzer Airport mit Johannes Jähn (40), dem Chef der Mitteldeutschen Flughafen AG, zu der Leipzig/Halle und Dresden gehören. Allerdings sei das Vorjahr auch wegen der Unsicherheiten nach vielen terroristischen Anschlägen sehr schwach gewesen, relativierte Schulte. Ein Teil der daraus resultierenden Verluste sei nun aufgeholt.

Manager zufrieden

Dennoch ist der Manager, im Hauptberuf Chef des größten deutschen Flughafens Frankfurt am Main, mit den Resultaten nicht zufrieden. Schließlich legten die Fluggesellschaften weltweit um 7,9 Prozent zu. „Im internationalen Vergleich sind wir da fast Schlusslicht, da stimmt was nicht.“ Kurzum, die Rahmenbedingungen in Deutschland seien nicht okay. Entscheidend sei, dass die Airlines Geld verdienten, um etwa über Investitionen in leisere Flugzeuge ihre Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten.

Lob findet Schulte daher für das vor Kurzem von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (47, CSU) vorgelegte Luftverkehrskonzept. Das sieht unter anderem eine Überprüfung der Luftverkehrssteuer vor. Sie belastet die deutschen Airlines mit jährlich über 500 Millionen Euro. „Wenn wir eine starke Luftverkehrswirtschaft in Deutschland und die Arbeitsplätze erhalten wollen, brauchen wir den Einstieg in den Ausstieg aus dieser Steuer“, forderte Schulte. „Österreich hat es mit der Halbierung dieser Abgabe bereits vorgemacht“, ergänzte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow (58).

Allein die Schieflage von Air Berlin zeige, wie schwierig die Bedingungen hierzulande seien, so Schulte. Die 150-Millionen-Euro-Hilfe des Bundes sei richtig, denn andernfalls wäre sofort das Aus für Air Berlin gekommen mit allen Nachteilen für die dann gestrandeten Kunden. Er sei zuversichtlich, dass jetzt eine vernünftige Lösung erreicht werde. Wünschenwert wäre der Erhalt des traditionsreichen Namens Air Berlin. Jähn sagte, die Insolvenz sei insgesamt „nicht gut für den Luftverkehrsstandort Deutschland“.

Flughafen mit großer Bedeutung für die Region

Im Konzept hat Dobrindt zwölf Airports benannt, die aus Sicht des Bundes wichtig sind. Darunter ist Leipzig/Halle als zweitgrößter deutscher Frachtflughafen, Dresden fehlt. „Dresden geht trotzdem definitiv nicht den Bach herunter“, beruhigte Jähn. Der Airport habe eine große Bedeutung für die Region. Ohne ihn hätte es so manche Ansiedlung nicht gegeben. „Die Nichtnennung heißt in der Tat nicht, das Dresden unbedeutend ist“, sagte auch Schulte und verwies auf Studien, wonach 57 Prozent der Unternehmen ohne die Nähe zu einem Flughafen nicht in ihren jeweiligen Standort investiert hätten.

Der Verbandspräsident zeigte sich erfreut, dass im Luftverkehrskonzept weitere Einschränkungen der Betriebszeiten, wie vom Bundesumweltamt gefordert, ausgeschlossen seien. „Wir haben schon weltweit die rigidesten Beschränkungen“, kommentierte von Randow. Jede Verschärfung hätte „fatale Folgen“. Die Expressfrachtflüge in Leipzig/Halle seine ohne die Nachflugerlaubnis undenkbar, betonte Schulte. Nur so funktioniere das Modell.

Schulte: Prognosen sagen weiteres Wachstum vorraus

Die Zukunft der Luftfahrt sieht der Manager vom Main optimistisch. „Alle Prognosen sagen weiteres Wachstum voraus.“ Das hänge mit dem „ungebrochenen Trend“ zusammen, dass die Welt auch wirtschaftlich immer enger zusammenrücke, sich stärker vernetze, was wiederum Luftverkehr erfordere. Schulte sagte, langfristig gehe er davon aus, dass das Reisen per Flugzeug wesentlich komfortabler werde, was etwa die Sicherheitskontrollen betreffe. „Fliegen wird zur Normalität“, meinte Jähn. Es müsse ähnlich einfach werden wie das Fahren mit der Bahn.

Ob das Fliegen von Leipzig/Halle nach New York mit einer Direktverbindung rascher vonstatten gehen wird, steht nach wie vor in den Sternen. Pakistan International Airlines hatte für das Frühjahr den ersten Non-Stop-Flug angekündigt, passiert ist nichts. Er habe das nicht zu den Akten gelegt, sagte Jähn. In manchen Ländern dauerten die Dinge einfach etwas länger. Das Angebot des Flughafens stehe, jetzt benötigten die Pakistani das passende Fluggerät. Jähn: „Ich hoffe auf einen positiven Ausgang.“

Ulrich Milde

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