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Flugzeuge, Autos und MP3-Player: Leipziger engagieren sich beim Tag gegen Lärm

Flugzeuge, Autos und MP3-Player: Leipziger engagieren sich beim Tag gegen Lärm

Andauernder Krach schädigt nicht nur die Ohren, sondern belastet als Stressursache die gesamte Gesundheit eines Menschen. Geplagte Leipziger setzen sich deshalb anlässlich des 18. internationalen Tages gegen Lärm am Mittwoch zur Wehr. Fluglärmgegner demonstrieren in Schkeuditz gegen Triebwerksprobeläufe.

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(Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Die Grünen im Stadtrat fordern, Leipzig leiser zu machen. Und Ärzte an der Uniklinik geben Tipps zum Selbstschutz.

Mehrere Bürgerinitiativen gegen Fluglärm kämpfen bereits seit langer Zeit für ein Nachtflugverbot am Flughafen Leipzig/Halle. Bislang ohne Erfolg. Nun hat die mitteldeutsche Airportholding sogar beantragt, dass Probeläufe von Flugzeugtriebwerken bei bestimmten Wetterlagen nachts unter freiem Himmel durchgeführt werden dürfen. Für die Anwohner würde das weiteren Krach während der Nachtruhe bedeuten.

Die staatliche Fluglärmkommission hat dem sächsischen Verkehrsministerium zwar bereits empfohlen, das Ansinnen des Flughafens abzulehnen, weil den Anwohnern kein zusätzlicher Lärm zuzumuten sei. Die Bürgerinitiativen machen dennoch vorsorglich mobil. Am Mittwoch haben sie anlässlich des Tages gegen den Lärm zu einer Demonstration um 17 Uhr auf dem Schkeuditzer Marktplatz aufgerufen.

Grüne fordern mehr Tempo-30-Zonen

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Fluglärm (Archivbild)

Quelle: dpa

Unterstützung erhalten die Lärmgegner von den Umweltschützern des BUND und von der Grünen Stadtratsfraktion. „Der Tag gegen Lärm, sollte Anlass geben, an die Grenzen der Belastungsfähigkeit derjenigen zu denken, die für Leipzig und die anderen Städte und Gemeinden die Folgen des Expressfrachtdrehkreuzes tragen“, teilte der BUND mit. Und Lorenz Bücklein, Vorstandsprecher von Bündnis90/Die Grünen in Leipzig, bemängelte, für die vom Krach betroffenen Anwohner der flughafennahen Gebiete sei in jüngster Zeit zu wenig getan worden. Er forderte ein konsequentes Nachtflugverbot.

Aber auch die Lärmbelastung im Stadtgebiet sei in den vergangenen Jahren durch mehr Autos und mehr Verkehr gestiegen, kritisierte Bücklein. Nach Ansicht seiner Partei sollten Tempo-30-Zonen ausgeweitet, öffentlicher Nahverkehr gestärkt sowie die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden. „Auch die Ausweitung von verkehrsberuhigten Zonen und ein Konzept zur Zurückdrängung des Schwerlastverkehrs muss sich die Stadtverwaltung verstärkt ins Aufgabenheft schreiben“, so der Sprecher der Grünen. Positiv hob er die Bemühungen der Leipziger Verkehrsbetriebe hervor, die lauten Tratra-Bahnen durch leisere Niederflurbahnen zu ersetzen.

Dauerbelastung durch Kopfhörer

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(Archivbild)

Quelle: dpa

Besonders Kinder und Jugendliche würden sich allerdings viele Lärmschäden selbst zufügen, sagt Universitätsmediziner Michael Fuchs. Der Leiter der Hör- und Stimmsektion an der Hals-Nasen-Ohren Klinik warnt vor der Dauerbeschallung mit Kopfhörern. Unerheblich sei dabei die Bauweise, ob In-Ear, On-Ear oder Over-Ear. Mehr als 85 Dezibel Schalldruck machten krank und könnten zu lärmbedingter Schwerhörigkeit führen.

Problematisch sei auch, dass sie sogenannte Einwirkzeit in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen sei. Junge Menschen wachten mit dem Radio auf, hörten auf dem Weg zur Arbeit Musik über Kopfhörer und seien auch im Job oft Lärm ausgesetzt. Am Abend gehe es dann in die Disko. Für die Ohren bedeute das Dauerstress. „Das Rascheln von Blättern, das Zwitschern von Vögeln – unser Gehör braucht auch die leisen Töne“, so Fuchs.

Anlässlich des Tages gegen den Lärm richtet das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Mittwoch ein Bürgertelefon ein. Zwischen 14 und 18 Uhr können sich Anrufer unter der Nummer (0351) 26 12 52 52 von Experten rund um das Thema Lärm beraten lassen.

chg

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