Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Flyer gegen harte Strafen: Leipziger Polizei hilft Drogenkonsumenten - Suchtbericht liegt vor
Leipzig Lokales Flyer gegen harte Strafen: Leipziger Polizei hilft Drogenkonsumenten - Suchtbericht liegt vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:50 13.08.2013
Anzeige
Leipzig

Anschließend müssen die Betroffenen vier Sitzungen in einer von sieben Anlaufstellen in Leipzig besuchen und diese dokumentieren lassen.

Das Papier erhält danach der ermittelnde Staatsanwalt. „Wir wollen sehen, dass die Täter die Sache ernst nehmen“, sagte Polizeipräsident Bernd Merbitz. Die Beratungen zeigten nicht nur einen Weg heraus aus der Sucht, sondern könnten auch eine mögliche Strafe positiv beeinflussen, so Merbitz.

Enger Schulterschluss von Stadt und Polizei

[image:php8COxnD20121018225053.jpg]

Merbitz stellte das neue Angebot am Rande einer Pressekonferenz zum Suchtbericht der Stadt Leipzig für 2013 vor. Nach atmosphärischen Störungen zwischen Polizei und Stadtverwaltung beim Thema Drogenhilfe in den vergangenen Jahren, suchte Merbitz am Dienstag demonstrativ den Schulterschluss mit Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD). „Wir wollen deutlich machen, dass wir eng zusammenarbeiten“, betonte Fabian.

Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so. Horst Wawrzynski, Vorgänger von Merbitz in der Leipziger Polizeidirektion, hatte die Stadtverwaltung vor zwei Jahren massiv kritisiert und ihr eine „Wohlfühlpolitik für Drogenabhängige“ vorgeworfen. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet und Suchtexperten im Neuen Rathaus legten neue Leitlinien vor.

Crystal weiter auf dem Vormarsch

An der Problematik selbst hat sich allerdings nichts geändert. Alkohol bleibt die Droge Nummer eins in Leipzig, das geht aus dem kommunalen Suchtbericht hervor. In den sieben Beratungseinrichtungen haben sich demnach 4160 Menschen gemeldet. Fast die Hälfte davon (1994) hatte den Konsum von Alkohol nicht im Griff. Stark angestiegen seien die Nachfragen von crystalabhängigen Klienten. Die Zahl der Ratsuchenden ist hier von 178 auf 330 gestiegen. Die tatsächliche Zahl von Abhängigen spiegele diese Statistik aber nicht wider.

Laut Sylke Lein, Suchtbeauftragte der Stadt, werde nur registriert, wer tatsächlich in den kommunalen Einrichtungen um Hilfe bittet. Da die Sozialarbeiter ausgelastet seien, lasse sich die absolute Zahl kaum steigern. Die Dunkelziffer von Süchtigen liege weit höher. Ablesen lasse sich allerdings, welche Drogenarten auf dem Vormarsch seien.

Merbitz hat wegen des Crystalproblems bereits reagiert. „Wir haben die Beamten unserer operativen Rauschgiftgruppe von vier auf acht verdoppelt“, sagte er. Wichtig ist dem Polizeipräsidenten vor allem aber die Prävention. In seinem Zuständigkeitsbereich seien dafür 40 Beamte eingesetzt. „Hier dürfen wir keine Abstriche machen“, erklärte er. In Richtung seines Innenministers und Parteifreundes Markus Ulbig (CDU) forderte er mit Blick auf die Strukturreform bei der Polizei: „Wenn wir es mit der Prävention ernst meinen, dürfen wir nicht darüber reden, wo wir noch einsparen können.“

Matthias Roth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der jetzt veröffentlichten Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen, der Ersatzkasse Barmer GEK und der Gesellschaft "Weiße Liste" zur Zufriedenheit der Patienten in Deutschland mit den Krankenhäusern schnitt das Herzzentrum Leipzig erneut überdurchschnittlich gut ab.

13.08.2013

Sechs Jahre lang war Wolfram Knapp (68) Aufsichtsratschef des Leipziger Uni-Klinikums (UKL). Die Anstalt öffentlichen Rechts kommunizierte es zwar nicht so, aber auf der Homepage ist nun plötzlich Knut Löschke (63) kommissarisch auf dem Posten vermerkt.

12.08.2013

Auf zwei Millionen Euro beläuft sich der Schaden, den Graffiti-Schmierereien im vergangenen Jahr in Leipzig verursachten. Besonders die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) leiden unter dem Phänomen.

12.08.2013
Anzeige