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Focke 80: Wagenleute wollen bleiben – Linke kritisiert CDU

Kundgebung auf dem Markt Focke 80: Wagenleute wollen bleiben – Linke kritisiert CDU

Der Wagenplatz an der Fockestraße im Leipziger Süden ist umstritten. Die Bewohner wollen bleiben und haben am Donnerstag auf dem Markt für ihr Anliegen geworben. Sie erhalten dabei Unterstützung von der Linken, die Kritik am jüngsten Vorschlag der CDU übt.

Die Wagenplatzbewohner von "Focke 80" haben am Donnerstag auf dem Leipziger Markt für ihr Anliegen geworben.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Bewohner des Wagenplatzes im Leipziger Süden haben erneut auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Nachdem sie im Mai mit einer außergewöhnlichen Protestaktion vor dem Neuen Rathaus die Öffentlichkeit suchten, stand am Donnerstag das Gespräch im Vordergrund. Mit zwei Lkw hielten die Wagenleute von der Initiative „Focke 80“ auf dem Markt und stellten dort den Passanten das Leben auf dem Gelände in der Südvorstadt vor.

Die Teilnehmer der Kundgebung sehen ihre alternative Wohnform durch die Pläne des Rathauses bedroht. Während die Bewohner der Wagenburg das Grundstück an der Fockestraße kaufen wollen, hatte sich die Stadtverwaltung für den Abriss alter Gebäude auf dem ehemaligen Fabrikgelände ausgesprochen.

Die Bewohner des Wagenplatzes in Connewitz haben erneut auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Mit zwei Lkw hielten die Wagenleute von der Initiative „Focke 80“ auf dem Markt und stellten dort den Passanten das Leben auf dem Gelände im Leipziger Süden vor. Fotos: André Kempner

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Mittlerweile habe das Liegenschaftsamt angekündigt, die Arbeiten öffentlich auszuschreiben, teilte Focke 80 mit. Eine Absprache mit den Bewohnern habe es nicht gegeben. „Wir halten diesen Umgang des Liegenschaftsamts für untragbar und sprechen uns weiterhin gegen den Abriss auf unserem Gelände aus“, schreiben die Wagenleute. Über eine etwaige Instandsetzung des Areals wollen sie mitentscheiden und würden gegebenenfalls notwendige Vorarbeiten selbst ausführen.

Schule statt Focke 80? Linke kritisiert CDU

Am Mittwoch hatte die Leipziger CDU die Debatte um den Wagenplatz wieder angeheizt. Die Christdemokraten schlagen vor, an der Fockestraße eine Schule zu bauen, um den Bedarf an Bildungseinrichtungen der Stadt besser abdecken zu können. Das alternative Wohnprojekt müsste dafür weichen. Focke 80 lehnt dies ab, für die 50 bis 60 Wagen gebe es in Leipzig kaum eine Alternative. Jahrelang habe das Rathaus öffentlichen Grundbesitz veräußert und so die Knappheit an Schulgrundstücken selbst verursacht.

Die Wagenburg erhält nun Rückendeckung von der Linken. In einer Mitteilung vom Donnerstag fordert die Stadtratsfraktion eine „Legalisierung“ des Platzes – durch den Verkauf oder die Verpachtung an die langjährigen Bewohner. „Wagenplätze sind Wohnorte wie auch befestigte Häuser. Und wer würde schon Häuser abreißen, um dort Schulen zu errichten?“, fragt Stadträtin Juliane Nagel. Sie verwies ebenfalls darauf, dass die CDU-Fraktion bisher eher „auf den Ausverkauf städtischen Eigentums“ gesetzt habe.

Der Wagenplatz an der Fockestraße im Leipziger Süden ist umstritten. Die Bewohner wollen bleiben und erhalten Unterstützung von der Linken. Die CDU dagegen hat vorgeschlagen, auf dem Areal eine Schule zu errichten. Fotos: André Kempner

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Stadt bereitet offenbar Verkauf des Areals vor

Wie die Linksfraktion weiter mitteilte, hat das Rathaus mit den Vorbereitungen für den Verkauf des Grundstücks begonnen. Eine entsprechende Information hätten die Stadträte Juliane Nagel, Norman Volger (Grüne) und Christoph Zenker (SPD) kurz vor der Sommerpause vom Liegenschaftsamt erhalten. Unter anderem werde nun der Verkehrswert des Areals ermittelt. Interessenten könnten ihre Konzepte für die Nutzung einreichen, erklärte Nagel. „Focke 80 muss sich dabei auch bewerben“, so die Linken-Politikerin.

Damit haben sich die Chancen, dass die Wagenleute auch künftig im Leipziger Süden wohnen können, zumindest nicht verschlechtert. Unter den eingereichten Konzepten möglicher Eigentümer habe Focke 80 zwar kein tatsächliches, aber ein „moralisches Vorkaufsrecht“, findet Nagel. Auch die Abrisspläne der Stadt könnten nun vorerst aufgeschoben werden. „Wenn das Grundstück verkauft wird, stellt sich für den künftigen Besitzer die Frage, wie damit umgangen wird, sowieso neu“, blickt die Stadträtin voraus.

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