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Förderverein Wildpark Leipzig steht vor dem Aus – freier Eintritt in Gefahr?

Kein neuer Vorsitzender in Sicht Förderverein Wildpark Leipzig steht vor dem Aus – freier Eintritt in Gefahr?

Dem Förderverein des Leipziger Wildparks droht die Auflösung. Sollte bis zum Jahresende kein neuer Vorsitzender gefunden werden, müsse der Verein innerhalb der nächsten Monate abgewickelt werden. Damit könnte der freie Eintritt im Park bald zur Diskussion stehen.

Der Leipziger Wildpark beherbergt rund 250 Tiere aus 30 einheimischen Tierarten wie Wildschweinen, Luchsen und Rotwild.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Der Verein der Freunde und Förderer des Wildparks Leipzig könnte wegen personeller Probleme bald der Vergangenheit angehören. Nach eigener Aussage findet sich kein Nachfolger für das Amt des Vorsitzenden. Marlies Wetzig, die dieses seit über 13 Jahren innehat, stehe ab 2017 aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Sollte der Posten bis zum Jahresende nicht neu besetzt sein, bleibe nur noch die Möglichkeit, den Verein innerhalb der nächsten Monate abzuwickeln, womöglich mit erheblichen Konsequenzen für Besucher.

Der Leipziger Wildpark im Süden der Messestadt.

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Bislang habe sich die Suche nach einem passenden Nachfolger erfolglos gestaltet – trotz vieler Versuche. Wie LVZ.de auf Anfrage erfuhr, habe der Verein zunächst versucht, unter den aktuell 32 Mitgliedern einen Nachfolger zu finden. Das misslang jedoch. „Aber auch alle Personen, welche wir außerhalb des Vereins angesprochen haben, scheuen die Verantwortung oder sind beruflich stark gefordert“, erläutert Wetzig, sodass weitere Absagen folgten. Inzwischen verweise sogar ein eigenes Informationsblatt auf das Problem. Dieses hänge unter anderem im Wildpark öffentlich aus.

Freier Eintritt könnte zur Diskussion stehen

Brisant für Besucher: Der Eintritt im Wildpark ist bislang immer kostenlos gewesen. Das könnte sich allerdings ändern, wenn der Förderverein tatsächlich aufgelöst wird. Jedenfalls hält es Ralf Herrmann, Förster und stellvertretender Vorsitzender, für denkbar, dass die Stadt dann den freien Eintritt wieder auf den Prüfstand stellt. In einem solchen Falle sei zwar immer sofort heftiger Bürgerprotest laut geworden. Im Endeffekt habe sich das bürgerliche Engagement für den Park, vor allem personell, aber in Grenzen gehalten, so Herrmann. Die „relativ übersichtliche Zahl der Mitglieder“ nennt er denn auch enttäuschend.

Auch Wetzig sieht eine solche Gefahr. Zwar werde das Thema „Eintritt im Wildpark“ immer dann diskutiert, wenn im Rathaus die Haushaltsdebatte anstehe. Ihr zufolge sei der Förderverein aber „ein wesentlicher Gegner im Kampf gegen Eintrittsgelder im Wildpark“.

Die Stadt wiederum betont, dass das Thema „Eintritt im Wildpark“ überhaupt nicht an den Förderverein gebunden sei. Vielmehr basiere die entgeltfreie Nutzung auf einem Stadtratsbeschluss vom 30. Oktober 1996, erläutert Sprecher David Quosdorf. Auch seien der Bestand und Betrieb des Parks im Falle einer Auflösung des Vereins nicht gefährdet. Einige Führungen, die dieser in Eigenregie organisiert, müssten jedoch wegfallen. „Ebenfalls problematisch wäre die Nutzung des ,Meilers‘, der bisher über den Verein für Veranstaltungen angemietet werden konnte“, so Quosdorf.

Verein und Stadt sind in Gesprächen

Über die aktuelle Lage habe es zwischen Verein und Stadt bereits Gespräche gegeben. Das hat Wetzig gegenüber LVZ.de bestätigt. So sei der Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, Rüdiger Dittmar, zur letzten Vorstandssitzung im Oktober zu Gast gewesen. Schon länger über das Problem in Kenntnis gesetzt sei zudem Andreas Sickert, Abteilungsleiter Stadtforsten. „Er beteiligt sich aktiv an der Suche nach einer Lösung“, weiß Wetzig. Die Stadt selbst spricht von vielen und intensiven Gesprächen.

Personalprobleme trotz erfolgreicher Arbeit

Der Wildpark im Leipziger Süden wird von der Stadt betrieben und finanziert. Der Förderverein wirkt dabei seit Juli 2002 unterstützend mit, sucht Sponsoren, beschafft Gelder. Dadurch sei es nach eigener Aussage unter anderem möglich gewesen, das zweite Wisentgehege zu bauen und die Waschbärenanlage zu renovieren. Hinzu kommen Vorhaben, die der Verein in jedem Jahr teilweise oder gänzlich selbst finanziere, etwa die Beschilderung auf dem Gelände und die Sicherung des Wildkatzengeheges.

Geschichte des Leipziger Wildparks

  • 1904 schenkte der Connewitzer Mühlenbesitzer Jacob der Stadt vier Stück Damwild. Für die Tiere wurde ein Wildgatter im Revierort „Stempel“ angelegt, vermutlich auf der Füllenwiese.
  • 1906 war der Tierbestand auf 16 Tiere angewachsen. Aufgrund häufiger Überschwemmungen wurden die Tiere in ein Gebiet um die Heidaer Wiesen verlegt.
  • Am 1. Mai 1912 wurde eine Schutzhütte mit Schankraum eröffnet.
  • 1922 wurde im Bereich des heutigen Wirtschaftshofes eine Wildparkgaststätte gebaut.
  • Im Zweiten Weltkrieg wurde der Park völlig zerstört.
  • 1972 beschloss die Stadt, einen neuen Wildpark zu errichten. Offizieller Baubeginn war der 1. Januar 1974. Im Oktober 1979 wurde die gesamte Anlage mit ihren aktuellen Ausmaßen übergeben.
  • Heute ist der Wildpark über 45 Hektar groß und beherbergt rund 250 Tiere aus 30 einheimischen Tierarten wie Wildschweinen, Luchsen und Rotwild. ( Quelle: Stadt Leipzig)

Neben alldem engagiert sich der Förderverein in der Öffentlichkeitsarbeit und sorgt für eine praxisnahe Bildung im Park. Diese werde zum Beispiel durch Führungen und Exkursionen auf den Weg gebracht. Laut Wetzig sind es pro Jahr rund hundert Veranstaltungen, die vom Verein geleitet werden: „Damit erreichen wir bis zu 2500 Besucher“. Insgesamt sei in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche Arbeit geleistet worden, bekräftigt Herrmann. Die Finanzlage sei stabil. Dass der Verein vor diesem Hintergrund keinen neuen Vorsitzenden zu finden scheint, ist für ihn „besonders schade“.

Von Matthias Klöppel

Leipzig Wildpark 51.300142 12.372411
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