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Förderverein der Stadtbibliotheken stellt die 20 beliebtesten Bücher nach der Wende vor

Förderverein der Stadtbibliotheken stellt die 20 beliebtesten Bücher nach der Wende vor

Die Leipziger haben gewählt! Zumindest einige von ihnen. Um genau zu sein 350 und bei diesem Votum ging es keinesfalls um politische Entscheidungen. Unter dem Motto „20 Jahre - 20 Bücher" hatte der Verein zur Förderung der Leipziger Stadtbibliothek im Juni zur Abstimmung aufgerufen.

Leipzig. Leser sollten aus einer Liste von 100 nominierten Büchern der vergangenen zwei Jahrzehnte bei ihren Favoriten Kreuze setzen. Am Mittwoch wurden die meistbegehrten Werke nun vorgestellt.

Nach einer Wahl gibt es in aller Regel immer Gewinner. Doch eine exakte Rangordnung von Autoren und ihren Bücher zu erstellen, lag nicht im Sinn der Projektgruppe rund um Initiator Ralph Grüneberger. „Wir wollten mit dieser Aktion schließlich keine Hitliste ermitteln." Es gehe dabei ausschließlich um die spannende Frage, welche Werke, die den Prozess der Wiedervereinigung bis heute begleitet haben, den Leipzigern im Gedächtnis geblieben sind.

Und zu dieser Literatur zählen laut Beliebtheitsliste zum einen bekannte Titel wie „Zonenkinder" von Jana Hensel oder Bernhard Schlinks „Der Vorleser". Aber auch in den Bestsellerlisten eher selten auftretende Exemplare wie Sigrid Damms „Christiane und Goethe" und „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten" von Victor Klemperer. Insgesamt zeigt die Liste eine im Zuge der gefeierten Wiedervereinigung interessante Tendenz: „Die Anzahl von ost- und westdeutschen Autoren ist relativ ausgeglichen", kommentierte Wilhelm Brauckmann, Vorsitzender des Fördervereins.

Wäre die Befragung nach den beliebtesten Büchern Anfang der 90er Jahre gemacht worden, wären sicherlich mehr Bücher von Schriftstellern der alten Bundesländer dabei gewesen, vermuteten die ehemalige Bibliotheksleiterin Heidemarie Brendel und die aktuelle Leiterin Birgit Spazier. Denn neben dem besonders hohen Interesse an Sachliteratur wie Steuerberater oder Versicherungsratgeber, stand vor 20 Jahren eben vor allem der Nachholbedarf im Raum. „Die Leute wollten natürlich die Bücher ausleihen und lesen, die es vorher nur im Westen gab."

Die bei der Aktion herausgekommene Favoritenliste bestätige nun den heutigen Trend. „Es ist den Menschen egal, aus welchem Teil Deutschlands ein Autor stammt. Sie lesen einfach das, was sie anspricht", sagte Spazier. Ansprechend finden die etwa 350 Wähler, unter denen Zwei Drittel Frauen waren, demnach auch Leipziger Literaten. Mit Bernd-Lutz Lange, Erich Loest und Clemens Meyer sind gleich drei lokale Schriftsteller vertreten.

Doch in den von sechs Literaturvereinen und vier Literaturredakteuren zur Wahl gestellten 100 Büchern musste nicht zwangsläufig die Thematik der Wiedervereinigung beschrieben werden. Mit Hape Kerkelings Bestseller „Ich bin dann mal weg" hat auch ein Reisebericht den Weg unter die 20 beliebtesten Schmöker gefunden. „Ich finde die Leipziger haben insgesamt eine gute Wahl getroffen. Es ist wirklich durchweg gute Literatur unterschiedlicher Art - vom Roman über Tagebücher bis hin zu einem Gedichtband - alles vertreten", so Projektinitiator Grüneberger.

Mithilfe von 2000 Euro vom Förderverein wurden die ausgewählten Titel allesamt noch einmal nachgekauft, um genügend Ausleihexemplare in der zentralen Stadtbibliothek und den 15 Stadtteilbibliotheken parat zu haben. Denn das war das eigentliche Ziel der Aktion: „Wir wollten die Leipziger ermuntern, noch einmal jene Bücher zu lesen, die ihnen in Erinnerung geblieben sind oder sie dazu bringen, Werke zu lesen, welche sie sich schon immer vorgenommen hatten." Dieser Plan ging laut Angaben von Bibliotheksmitarbeiterin Heike Scholl voll auf: „Wir haben von den entsprechenden Bänden auch Hörbücher und DVDs und im Moment ist tatsächlich alles schon ausgeliehen."

Da der Förderverein in diesem Jahr ebenfalls seit 20 Jahren besteht, wird es am 30. September eine Festveranstaltung in der „Alten Börse" geben. Auch Erich Loest, der mit „Nikolaikirche" in der Liste vertreten ist, wird an diesem Abend zu Gast sein und aus jenem Werk vorlesen.

Julia Wick

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