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Lokales Food.de beliefert von Leipzig aus 32 Regionen in Deutschland
Leipzig Lokales Food.de beliefert von Leipzig aus 32 Regionen in Deutschland
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20:32 07.10.2015
Der Gründer des Online-Supermarktes Food.de, Karsten Schaal (39). Quelle: Kempner
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Leipzig

Die Idee eines Online-Supermarktes ist nicht neu. Andere sind daran gescheitert, Karsten Schaal will erfolgreich werden: „Weil ich mir zehn Jahre lang den Markt angesehen habe und die Fehler der anderen vermeide.“ Die Fehler der anderen waren zum Beispiel, sich eigene Lager zu bauen, eigene Ware zu kaufen und zu warten, dass der Kunde sie bestellt. Schaal nutzt außerdem eine selbst entwickelte Software, die die Auslieferung steuert und optimiert.

„Essen muss jeder, Lebensmittel braucht jeder, also warum macht es keiner?“, fragte sich der Leipziger. Seine Kunden sind vorwiegend Leute im Alter von 30 plus, vor allem Familien mit kleinen Kindern, für die das Einkaufen eine Belastung ist. Food.de garantiert eine Auswahl unter 16 000 Produkten, Auslieferung am gleichen Tag zum Wunschtermin, bei Supermarktpreisen und mit einer festen Liefergebühr von fünf Euro. Die Lebensmittel werden von eigenen Fahrern mit eigenen Fahrzeugen bei einem Großhändler abgeholt.

„Die Leute sollen es ausprobieren und sich selbst ein Bild machen“, wünscht er sich. Durchschnittlich gibt der Kunde bei ihm pro Einkauf 87 Euro aus. Die besten Umsätze macht das Unternehmen in Berlin, wo typische Metropolenprobleme wie Parkplatznot herrschen.

Vor vier Jahren hat Karsten Schaal food.de gegründet. Auf seiner Couch, 300 Meter entfernt vom jetzigen Firmensitz in der ehemaligen Bauer-Brauerei. Vorher hat er andere E-Commerce-Produkte enwickelt: eine Finanzplattform, einen Online-Sporthandel oder eine Sponsoringplattform für Vereine. Heute ist sein Online-Supermarkt bundesweit in 32 Regionen vertreten. „Wir haben viele überlebt, die es auch versucht haben. Noch machen wir Minus, aber es ist abzusehen, dass wir profitabel werden“, so der Gründer. Mittelfristig ist es sein Ziel, unter die ersten drei Online-Supermärkte in Deutschland zu kommen und vielleicht auch mal in Frankreich oder Dänemark auszuliefern. „Jeder hat mir gesagt, dass es nicht funktionieren wird. Aber ich bin bockig und will beweisen, dass es doch funktioniert“, beschreibt er seinen Antrieb.

2,5 Millionen Euro sind bisher in die Firma geflossen. Das Geld kam von der Landesbank Berlin und einem Privatinvestor aus Leipzig. Zur Zeit finanziert sich food.de aus dem Kreis der vier Gesellschafter, die fast alle Leipziger sind. Das Unternehmen hat 32 Mitarbeiter, davon zwölf in der Zentrale in Leipzig. „In den nächsten ein bis zwei Jahren wollen wir weitere 20 bis 30 interessante Städte in Deutschland dazunehmen. Das hängt vom Geld ab, Wachstum kostet richtig Geld“, so der Enddreißiger. In Leipzig 50 000 Euro zu beschaffen sei genauso schwer wie in Berlin eine Million.

Als Mitglied im Bundesverband Deutsche Startups versucht Karsten Schaal auch, Einfluss auf die Politik zu nehmen, denn Startups seien „der Mittelstand der Zukunft.“

Am 21./22. Oktober findet die erste Startup-Safary in Leipzig statt. Rund 130 Gründerfirmen öffnen ihre Türen zum Kennenlernen.

Von Kerstin Decker

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