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Lokales Forstbezirk Leipzig: Ein ganzer Jahrgang Weihnachtsbäume ist vertrocknet
Leipzig Lokales Forstbezirk Leipzig: Ein ganzer Jahrgang Weihnachtsbäume ist vertrocknet
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06:01 25.08.2018
Vertrocknet: Forstbezirksleiter Andreas Padberg zeigt einen verdorrten Weihnachtsbaum. Rund 3000 Stück vertrockneten dort. Quelle: Jörg ter Vehn
Leipzig/Zwenkau

Weihnachten 2021/22 ist in Gefahr. Zumindest im Südraum Leipzig. Grund: Im Wald bei Zwenkau sind alle in diesem Frühjahr vom Forstbezirk Leipzig gepflanzten Weihnachtsbäume wegen der Dürre eingegangen. Es sind nicht die einzigen Schäden im Forstbezirk.

Künftig werde ein Jahrgang in der Weihnachtsbaumkultur auf der so genannten Kippe Böhlen fehlen, erklärt Forstbezirksleiter Andreas Padberg. Die im Frühjahr gepflanzten rund 2500 Blaufichten und 500 Nordmanntannen seien vollständig ausgetrocknet. Nicht viel besser sehe es in der Weihnachtsbaumpflanzung im Oberholz bei Großpösna aus. Dort seien 500 Nordmann- und Coloradotannen verdorrt. Die früher gepflanzten Jungbäume hätten die Trockenheit bislang überstanden, so dass auch künftig Christbäume zu haben sein werden. Auch beim Preis – Blaufichten zum Selberschlagen im Wald gibt es ab 15 Euro – werde sich nichts ändern, beruhigte Padberg. Nur ein Größe werde eben künftig fehlen auf der Kippe Böhlen.

Realistische Bilanz erst im Frühjahr möglich

Bislang seien die gemeldeten Schäden aus den Revieren bei ihm insgesamt aber noch auffällig gering, erklärt der Forstbezirkschef. Ausfälle würden zwar von überall gemeldet, aber das Spektrum reiche von sehr gering bis total. Die Situation sei durch die anhaltende Trockenheit sehr gespannt, aber eine wirkliche Aussage zur Schadenshöhe könne erst im Frühjahr getroffen werden, wenn klar ist, ob die Bäume wieder austreiben.

Gemeldet seien im Bezirk bislang 38000 vertrocknete Pflanzen. „Das hält sich mit gut zehn Prozent aller im Frühjahr gepflanzten Bäume noch fast in der Schwankungsbreite normaler Ausfälle pro Jahr“, meint Padberg. „Aber das Jahr ist noch lange nicht um. Und aktuell ist die Situation durch die lang anhaltende Trockenheit gerade am Kippen.“

Starke Trockenschäden auch bei Jungbäumen

So beobachte er mit Sorge das vielfach vertrocknete Laub und den Mehltaubefall, der junge Pflanzen aktuell zusätzlich schwäche. Sehr ungewöhnlich sei auch, dass sogar junge Bäume, die sich von selbst am Waldboden angesiedelt hätten, starke Trockenschäden zeigen. „Das haben wir so noch nie beobachtet“, sagt der Fachmann.

Schadensschwerpunkt sei im Forstbezirk vor allem der Südraum Leipzig mit seinen Kippenflächen früherer Tagebaue. So hätten die Förster versucht, in der Neuen Harth bei Markkleeberg frühere dort vernässte Flächen mit rund 6000 Stecklingen mit unempfindlichen Bruch- und Stilweiden wieder anzureichern. „Davon sind zirka 80 Prozent jetzt vertrocknet“, seufzt Padberg. Die Harth bleibe eben ein ewiges Kampfgebiet zwischen Trockenheit und Nässe.

Borkenkäfer sorgt für zusätzliche Probleme

Im Forstbezirk selber würden in diesem Herbst wie schon im Frühjahr wieder knapp 50 Hektar aufgeforstet. Dabei handele es sich zum Großteil um Flächen, die der Orkan Friederike umgelegt hatte. Dort mache sich – trotz oft schneller Beräumung des Bruchholzes – der Borkenkäfer breit, verschlimmere insgesamt noch das Schadensbild im Wald.

Gepflanzt würden wieder überwiegend Eichensorten. Ein Teil werde auch nur als Eicheln ausgesät. Problem daran: „Im Vorjahr gab es so gut wie keine Eichenmast in unserer Region“, erklärt Padberg. Daher habe es kaum Eicheln gegeben. Das sei in diesem Jahr genau andersherum. Es gebe sehr viele Eicheln. „Wir hoffen jetzt nur, dass die nicht alle wegen der langen Trockenheit hohl sind und gar nicht keimen können“, erklärt Padberg.

Von Jörg ter Vehn

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