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Lokales Fotobanner am Rathaus Leipzig thematisiert Flucht und Vertreibung
Leipzig Lokales Fotobanner am Rathaus Leipzig thematisiert Flucht und Vertreibung
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13:51 08.10.2015
Ein großformatiges Fotobanner am Neuen Rathaus Leipzig thematisiert Flucht und Vertreibung 1945 und 2015. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Menschen, die durch einen Ruinenwüste laufen. Mit nichts mehr unterwegs als das, was sie tragen können. Bilder, die sich gleichen – das eine aus dem zerstörten Danzig 1945, das andere aus der syrischen Stadt Kobane im Jahr 2015. Seit Donnerstag thematisiert ein großformatiges Banner an der Fassade des Neuen Rathauses das Thema Flucht und Vertreibung.

„Das Menschenrecht auf Asyl, wie es in der UN-Menschrechtserklärung festgeschrieben ist, ist nicht teilbar. Es gilt unabhängig von der Nationalität“, so Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). So gut wie jede Familie in Deutschland habe Fluchterfahrung, so Jung weiter. Viele Eltern und Großeltern hätten am eigenen Leib erfahren, was es heiße, die Heimat zu verlieren. Andere haben Menschen nach dem zweiten Weltkrieg aufgenommen oder mit ihnen gearbeitet.

„Wir haben diese Situation damals in deutlich schlechteren Zeiten gemeistert“, so das Stadtoberhaupt. Es müsse gelingen, die Zuwanderung zu steuern und zu realisieren. Weder Flüchtlinge noch Einheimische dürften dabei überfordert werden.

Offene Debatte

Das Banner soll bis Anfang 2016 an der Fassade zu sehen sein. Bewusst gebe es dort keine weitere Kommentierung, so Stadtsprecher Matthias Hasberg am Donnerstag. Damit könne das Thema in die Stadt getragen und auch kontrovers diskutiert werden. „Wenn Menschen meinen, dass die Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 nicht mit der Situation heute vergleichbar ist, kann das auch diskutiert werden“, sage er weiter. Die Bilder seien deshalb so gut für eine öffentliche Debatte geeignet, weil sie quasi jeder kenne: „Das eine aus dem Schulbuch, das andere aus den Nachrichten“.

Eine aktuelle Studie für die Berliner „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, getragen vom Deutschen Historischen Museum, belegt: Jeder vierte Deutsche sieht einen persönlichen oder familiären Bezug zu Flüchtlingen und Vertriebenen. „Angesichts von heute mehr als 50 Millionen Flüchtlingen weltweit hat das Thema gerade aktuell wieder einen hohen Stellenwert“, so die Stiftungsratsvorsitzende Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Von lyn

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