Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Fraktion der Linken will parteiübergreifend für Kleingarten-Patrouille kämpfen
Leipzig Lokales Fraktion der Linken will parteiübergreifend für Kleingarten-Patrouille kämpfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 29.03.2011
Anzeige
Leipzig

„Wir wollen die Entscheidungsträger umfassend auffordern, tätig zu werden“, erklärte Sören Pellmann, Fraktionssprecher für Ordnung und Sicherheit bei den Linken.

Leipzigs Laubenpieper hatten zuvor Alarm geschlagen. Wegen drastischer Kürzungen droht der Wegfall der so genannten Begehdienste zum Schutz vor Einbruch und Vandalismus. Die Kleingärtner-Verbände fürchten daher einen dramatischen Anstieg der Straftaten in den mehr als 40.000 Parzellen der Stadt.

Ein offener Brief ging an die Rathausspitze, an die sechs Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen, an Arbeitsagentur sowie Industrie- und Handelskammer. Es ist ein umfassender Hilferuf der Vorsitzenden von Stadt- beziehungsweise Kreisverband der Kleingärtner, Robby Müller und Frank Müller sowie von Konrad Riedel und Claus Müller vom Kleingartenbeirat der Stadt.

"Wir bitten um Unterstützung für die Weiterführung wirksamer präventiver Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in den Kleingartenanlagen", heißt es in dem Schreiben. Die Fraktion der Linken erklärte, dass sie den Appell der Kleingärtner nur politisch unterstützen könne.

Hintergrund: Innerhalb der seit 1994 bestehenden Sicherheitspartnerschaft von Polizei, Ordnungsamt und Kleingärtnern konnte durch die Begehdienste die Zahl der Straftaten von 1518 im Jahr 2004 auf zuletzt 968 - 814 schwere Diebstähle, 132 Sachbeschädigungen, 22 Brandstiftungen - gesenkt werden, so wenig Delikte wie noch nie. „Was zwischen Stadt, Polizei und Kleingärtnern in den vergangenen Jahren erreicht worden ist, muss weiter fortgesetzt werden“, sagte Pellmann.

Im Auftrag diverser Trägervereine waren zeitweise bis zu 150 Kontrolleure je nach polizeilicher Lageentwicklung unterwegs. Allein von Oktober bis März durchstreiften die Patrouillen in den Nachtstunden 127 zu dieser Zeit verwaiste Gartenanlagen. Finanziert wurden sie über ABM, später über AGH-Maßnahmen des Jobcenters.

Doch dessen Haushaltsmittel sind erheblich gekürzt worden. "Wir haben seit Jahresbeginn 50 Prozent weniger Geld für das Jobcenter zur Verfügung", bestätigte gestern Arbeitsagentur-Sprecher Hermann Leistner auf LVZ-Anfrage.

"Das ist ein radikaler Einschnitt, aber es ist Fakt." Die Zuteilung der Haushaltmittel erfolge vom Bund, sei mithin kein Leipziger Problem. Als Alternative käme die so genannte Bürgerarbeit in Betracht, für die allein in Leipzig schrittweise 500 Stellen geschaffen würden. An die bisherige Größenordnung könne dies jedoch nicht heranreichen. Zudem sei die Bürgerarbeit nicht für jeden Bedarf geeignet.

Im April laufen die letzten geförderten Maßnahmen für Begehdienste in den Kleingärten aus. "Danach ist definitiv Ruhe", so Robby Müller. Eine Fortführung sei "für 2011/2012 nicht gesichert". Nicht nur er fürchtet, dass mit dem Wegfall der nächtlichen Streifendienste die Zahl der Straftaten in den 271 Gartensparten im Stadtgebiet deutlich zunimmt. Schlimmstenfalls drohen Zustände wie noch Mitte der 90er-Jahre, als es über 3000 Fälle von Einbruch und Vandalismus gab.

F.D./mro

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die FDP im Leipziger Stadtrat hat sich gegen Anschuldigungen der Stadtverwaltung gewehrt, die Ratsversammlung trage eine Mitschuld am Schlagloch-Dilemma auf Leipzigs Straßen.

29.03.2011

Die gute Nachricht: Die Sanierungsarbeiten an der Tribüne der Rennbahn im Leipziger Scheibenholz kommen gut voran. Die schlechte Nachricht: Erstmals bleibt das historische Gebäude für Besucher beim Aufgalopp am 1. Mai komplett dicht.

29.03.2011

Die malaysische Tigerin Girl aus dem Zoo in Halle ist nach ihrer spektakulären Hüftoperation wieder auf den Beinen: Acht Wochen nach dem Eingriff an der Tierklinik der Universität Leipzig sei von der Lahmheit auf dem rechten Hinterbein nichts mehr zu sehen.

29.03.2011
Anzeige