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Lokales Freibeuter plädieren für Fahrradstraße im Leipziger Waldstraßenviertel
Leipzig Lokales Freibeuter plädieren für Fahrradstraße im Leipziger Waldstraßenviertel
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14:38 04.06.2018
Blick in die Gustav-Adolf-Straße in Leipzig. Hier sollte zeitnah eine Fahrradstraße entstehen, fordern die Freibeuter. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Nicht nur angesichts der sich häufenden schweren Unfälle mit Radfahrern in Leipzig ist die Sicherheit von Velonutzern ein Hauptaugenmerk der hiesigen Verkehrsplanungen. Neben einem Mehr an Radwegen überall in der Messestadt spielen dabei auch sogenannte Fahrradstraßen in der Diskussion eine Rolle. Auf diesen haben Radfahrer Priorität – können Autofahrer, wenn überhaupt, nur gesondert und nachrangig einfahren. Vier solcher Fahrradstraßen gibt es bereits in der Messestadt, vier weitere sollen nach Vorschlag des Jugendparlaments im Musikviertel entstehen. Die Fraktion der Freibeuter bringt nun eine fünfte neue Fahrradstraße im Waldstraßenviertel ins Spiel. Parallel zur Jahnallee möge die Gustav-Adolf-Straße umgestaltet werden, so die Idee von FDP und Piraten.

„In den derzeit im Stadtrat diskutierten Mobilitätszenarien sind verschiedene Varianten zur Umgestaltung der inneren Jahnallee enthalten. Die Maßnahmen versprechen jedoch nur eine mittelfristige bis langfristige Lösung des Problems“, heißt es im Antrag. Um den Fahrradfahrern am Unfallschwerpunkt kurzfristig zu helfen, könnte die Umwidmung der Gustav-Adolf-Straße ein gangbarer Weg sein. Gleichzeitig plädieren die Freibeuter gegen eine Tempo-30-Zone auf der Jahnallee – wie sie Verkehrs- und Tiefbauamt und Umweltverband Ökolöwe umsetzen wollen.

Morlok: Kein Placebo sondern angemessene Investitionen

„In den Hauptverkehrszeiten wenn es richtig voll und für Radfahrer besonders gefährlich ist, fährt dort eh kaum einer schneller als 30 km/h“ erklärte FDP-Stadtrat Sven Morlok (FDP), der bei den Freibeutern für Verkehrspolitik zuständig und deshalb auch Mitglied im Ausschuss für Mobiliät und Verkehr ist. Der frühere sächsische Verkehrsminister empfiehlt stattdessen, den Blick zu weiten und nicht nur die problembehaftete Jahnallee in den Fokus zu nehmen. „Ein Tempo-30-Schild gaukelt eine Verkehrssicherheit vor, die es aber nicht gibt“, so Morlok weiter. Statt in Placebo durch Verkehrsschilder zu investieren, sollte die Kommune lieber angemessene Veränderungen angehen. „Das sollte uns die Sicherheit der Radfahrer wert sein“, sagte Morlok.

Seit 1997 ist die Einrichtung von Fahrradstraßen in Deutschland zulässig und vor allem in Großstädten werden sie immer häufiger verwendet. In München gibt es beispielsweise mehr als 60 solcher Velo-Schutzzonen, in Berlin sind es zwei Dutzend, ebenso in Hannover. Fahrradstraßen werden mit einem speziellen Schild gekennzeichnet, sind laut Straßenverkehrsordnung grundsätzlich nur für Radverkehr zugelassen – es sei denn, durch weitere Zusatzzeichen werden weitere Fahrzeuge, zum Beispiel von Anwohnern, erlaubt.

Die Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen ist auf 30 km/h begrenzt, Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Nicht zuletzt können Radfahrer – im Gegensatz zu sonstigen Straßen – dort auch nebeneinander fahren. In Leipzig existieren am oberen Dittrichring an der Straße des 18. Oktober vor der Deutschen Nationalbibliothek, vor einem Möbelhaus auf der Alten Messe sowie in der Erich-Thiele-Straße im Lindenthal solche Fahrradstraßen.

Von Matthias Puppe

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