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Freistaat will jetzt 700 Asylbewerber in Gohlis-Nord einquartieren

Freistaat will jetzt 700 Asylbewerber in Gohlis-Nord einquartieren

Der Freistaat Sachsen hat seine Prognosen für das künftige Flüchtlingsaufkommen angehoben. In der Folge soll die in der Max-Liebermann-Straße geplante Erstaufnahme-Einrichtung nun nicht mehr für 500 Personen, sondern für 700 ausgelegt werden.

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(Symbolbild)

Quelle: Oliver Berg

Leipzig. Dies bestätigte das Innenministerium auf LVZ-Anfrage.

Laut Ministeriumssprecher Martin Strunden wird auch die Kapazität der künftigen Erstaufnahme-Einrichtungen in Chemnitz und Dresden auf jeweils 700 erhöht. "Wir müssen dafür umplanen." In Leipzig führt das zu einer Verzögerung des Termins für die Inbetriebnahme der Unterkunft in einer ehemaligen Kaserne in Gohlis-Nord. Wie die hierfür zuständige Landesdirektion mitteilte, soll die Eröffnung nun erst in der zweiten Jahreshälfte 2017 stattfinden.

Ursprünglich war vorgesehen, dass schon Ende 2015 die ersten 100 Plätze in Leipzig zur Verfügung stehen, die übrigen bis Ende 2016. Vor Ort hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) bereits mit den Arbeiten begonnen. Zurzeit werden elf funktionslos gewordene Gebäude abgerissen - meist sind es eingeschossige Lagerhallen oder alte Garagen. Nicht entfernt werden hingegen ein großer Speicher samt Anbau sowie die denkmalgeschützten Klinkerbauten. Auch die Garagen an der östlichen Grundstücksgrenze bleiben stehen, sagte Jana Klein von der Pressestelle der Landesdirektion. "Die Klinkerbauten werden in die Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung einbezogen und im Rahmen der späteren Baumaßnahme umgebaut."

Ob es bis zum Abschluss der Arbeiten in drei Jahren eine Übergangslösung an einem anderen Standort in Leipzig geben wird, erscheint im Moment eher unwahrscheinlich. Wie berichtet, hatte der Freistaat etliche Objekte in Sachsen auf ihre Tauglichkeit für solch ein Interim untersucht. Im hiesigen Stadtgebiet gehörte dazu aber nur ein einziges Areal: das Ex-Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch, so die Landesdirektion jetzt.

Zwar hält das Innenministerium das Gelände des 2007 geschlossenen Klinikums weiterhin für "eine sehr gute Lösung", erklärte Sprecher Strunden. Durch die Insolvenz des Grundstückseigentümers Anfang Oktober haben sich jedoch die Voraussetzungen geändert.

Die Münchner Firma Golden Gate berief soeben für den 28. November eine Anleihegläubigerversammlung ein. Wichtigster Punkt dabei: Die Gläubiger von 32 Millionen Euro Schulden sollen beschließen, dass Golden Gate noch mal bis zu drei Jahre Zeit erhält, um das Leipziger Areal zunächst weiterzuentwickeln. Anschließend lasse sich "im Rahmen einer Verwertung dieser Immobilie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein deutlich besserer Erlös erzielen, als das nach derzeitiger Einschätzung der Gesellschaft und des vorläufigen Insolvenzverwalters bei einer kurzfristigen Verwertung möglich wäre", teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit.

Der neue Golden-Gate-Chef Hans Volkert Volckens sagte der LVZ, er sehe mehrere Nutzungsmöglichkeiten für das frühere Krankenhaus. Aussagen, es gäbe fast unterschriftsreife Vertragsentwürfe für eine Flüchtlingsunterkunft, seien jedenfalls Unfug. "Natürlich reden wir auch mit der öffentlichen Hand, wenn sie anfragt. Diese Gespräche stehen aber ganz am Anfang und es ist wirklich nur eine unter verschiedenen Optionen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2014

Rometsch, Jens

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