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Lokales Freiwilliger ADAC-Test für Senioren in Leipzig
Leipzig Lokales Freiwilliger ADAC-Test für Senioren in Leipzig
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00:17 11.07.2016
Moderator Carsten Döhler gibt Hans Anders wichtige Tipps zur Fahrsicherheit. Quelle: André Kempner
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Leipzig.

Hans Anders fliegt nicht. „Ich habe Flugangst.“ Er ist seit Jahrzehnten per Auto mobil. Nach Trabant, Opel, Renault, Peugeot fährt der Leipziger mit seinem neunten Auto jetzt Citroën. „Automatik, mein Traumauto“, wie er betont. Dennoch rücken seine Ziele nicht automatisch in die weite Ferne. „Im Gegenteil. 600 Kilometer nach Bayern muss ich auch nicht mehr in einem Ritt schaffen. Da hab ich kürzlich mit meiner Frau auf der Hälfte doch lieber in einer Pension übernachtet“, sagt er. Anders ist 76 und hat seine Fahrtüchtigkeit jetzt zum zweiten Mal auf den Prüfstand gestellt. Freiwillig, ohne Risiko für den Führerschein ging er mit Carsten Döhler auf Tour – Innenstadt, Leipziger Süden, unbekannte Trassen und Einparken in der engen Tiefgarage. Fazit: Der Moderator vom ADAC-Fahr-Fitness-Check gab Anders in allen Kategorien Bestnoten.

Seit 2011 lädt der Automobilclub Verkehrsteilnehmer ein, in vertrauter Umgebung ohne gut gemeinte innerfamiliäre Ratschläge das eigene Verhalten im Straßenverkehr von einem neutralen Begutachter überprüfen zu lassen. Döhler ist einer von fünf sogenannten Moderatoren sachsenweit. „Wer daran interessiert ist, macht mit mir einen Termin aus. Ich komme hin. Wir steigen ein. Und dann geht’s los“, erklärt der 49-Jährige. Im eigenen Wagen sollten die Kraftfahrer etwa 45 Minuten lang Alltagssituationen auf ihrem gewohnten Weg zum Einkaufen, Arzt oder Sport sowie beim Parken meistern. „Es gibt keinerlei Altersbeschränkungen für Teilnehmer“, sagt Döhler und betont: „Alte fahren keineswegs schlechter.“ Doch mit den Jahren veränderten sich eben beispielsweise Beweglichkeit und Sehschärfe. Allein das seien Risiken im Straßenverkehr. „Aber keine, auf die man nicht einwirken könnte“, sagt Döhler, dessen Dienste schon von rund 90 Kraftfahrern („Zumeist Herren, doch das wird sich ändern, denn die Frau von heute besitzt nicht nur einen Führerschein, sie fährt auch.“) in Anspruch genommen wurden. „Darunter war nicht einer, der fahruntauglich gewesen wäre“, sagt der Moderator.

„Mir ging es einfach darum, wieder mal ein objektives Urteil zu hören, wie ich im Straßenverkehr unterwegs bin“, erklärt Anders, selbst ADAC-Mitglied, seine Motivation, zum wiederholten Mal am Programm teilzunehmen. „Ich merke schon nach relativ kurzen Fahrpausen von drei oder vier Wochen, dass mein Verkehrsblick schwächelt“, räumt er ein. „Das ist doch wie mit allem, was wir uns aneignen und dann nicht ständig in Gebrauch haben. Wenn ich nicht im Übungsprozess bleibe, leidet auch die Verkehrssicherheit. Denken wir nur an die ersten Ausflüge der Motorradfahrer nach der langen Winterpause...“, ergänzt Döhler. Viele Senioren würden sich eh bereits zurücknehmen. „Wie Herr Anders schon sagte, werden die Strecken kürzer. Ein großes Problem ist aber wirklich die Beweglichkeit. Fällt der Schulterblick zunehmend schwerer, könnte vielleicht eine Kamera beim Einparken helfen. Manchem empfehle ich auch, auf Automatik umzusteigen. Wer nicht merkt, dass die Sehschärfe nachlässt, kann leicht Entfernungen falsch einschätzen oder eine Ausfahrt zu spät erkennen.“

Mobilität bis ins hohe Alter sei heutzutage selbst in der Großstadt erforderlich, wirbt Anders um etwas mehr Ausgewogenheit bei verkehrspolitischen Entscheidungen der Kommune. „Pro Rad“ sei gut, dürfe aber doch nicht zwangsläufig „Kontra Auto“ bedeuten. Wer wolle schon seine Schwiegermutter im Lastenfahrrad zum Arzt bringen? Andererseits müssen natürlich auch jene Senioren, die nur noch ihr Auto bewegen, um die Kontoauszüge von der Bank abzuholen, verkehrssicher unterwegs sein. „Da ist dieses Programm wirklich hilfreich und gibt mir doch etwas mehr Selbstvertrauen“, sagt Anders, der seit einem Crash am Stauende sowie nach einem schweißtreibenden Überholmanöver auf schmaler Baustellenspur die dicken Brummis lieber vor sich sieht. „Na, und für den Fall, dass ich selbst mal einen Unfall baue, könnte ich dem Richter zumindest meine Urkunde vorlegen und dokumentieren, dass ich mich auch im fortgeschrittenen Alter bemühte, mobil zu bleiben.“

Kontakt: Carsten Döhler, Tel. 0172 9377490; ADAC-Mitglieder zahlen 49 Euro, Nichtmitglieder 69 Euro

Von Cornelia Lachmann

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