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Friedensvertrag gegen Zoff – Preis für Gewaltprävention an Leipziger Schulen vergeben

Friedensvertrag gegen Zoff – Preis für Gewaltprävention an Leipziger Schulen vergeben

Sechs Leipziger Schulen wurden am Donnerstagvormittag mit dem Titel „Schule der Toleranz“ in der Kuppelhalle der LVZ ausgezeichnet. Stadt und Polizeidirektion Leipzig ehrten damit Lernanstalten, die innovative Projekte gegen Gewalt unter Schülern durchführen, vier weitere Schulen erhielten eine Anerkennung.

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Schüler der August-Bebel-Grundschule erhielten Anerkennung für Streitschlichter-Projekt.

Quelle: Clemens Haug

Leipzig. Hätte es den Preis früher schon gegeben, hätte vielleicht auch Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) davon profitiert.

Vor 24 Jahren gab es noch keine Streitschlichtungsprojekte an deutschen Schulen. Damals in der sechsten Klasse, erinnert sich Rosenthal, hätte er sich mit einem Mitschüler um ein „Utensil“ gestritten. Welches das war, wollte er bei der Verleihung des Preises „Schule der Toleranz“ nicht verraten. Nur so viel: Nach der Auseinandersetzung hätte er sich mit dem Kontrahenten wieder vertragen.

Wäre Rosenthal heutiger Schüler der August-Bebel-Grundschule, der Konflikt um das Utensil wäre vielleicht ein Fall für die Streitschlichter. An der Schule kann jeder Schüler, der in einen Konflikt verwickelt ist, die Schlichter hinzuziehen. Die setzen sich dann mit beiden Kontrahenten in Verbindung. Ziel sei, dass alle Seiten gewinnen, erklärten die Schüler bei der Vorstellung des Projekts.

Giraffenarmband als Friedensgeschenk

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Schüler der August-Bebel-Grundschule wurden für ihr Streitschlichtungsprojekt anerkannt.

Quelle: Clemens Haug

„Wir machen dann Vorschläge, was die Streithähne tun können, um sich wieder zu vertragen“, sagte Schülerin Ulrike aus der Klasse 3a. Sie selbst hat einmal geschlichtet, als sich zwei Mädchen in den Haaren hatten, weil eine die andere beleidigt hatte. Am Ende haben sie sich wieder vertragen.

Nach jeder Schlichtung wird ein Friedensvertrag geschlossen. Wird er eine Woche lang eingehalten, bekommen die Streitparteien ein Giraffenarmband geschenkt. Die Jury ehrte das Projekt mit einem Anerkennungspreis in Form eines Besuchs im Zoo, inklusive dem neuen Godwanaland.

Auch die Ernst-Pinker-Grundschule und die Schule am Adler wurden für Streitschlichtungsprojekte mit Anerkennungspreisen ausgezeichnet. Die 94. Mittelschule aus Grünau-Nord erhielt sogar den Titel „Schule der Toleranz“. Ihr Streitschlichter-Projekt ist mit einem Ausbildungscamp und Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts kombiniert.

Schüler-AG bearbeitet viele Problemfelder

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Die Arbeitsgemeinschaft vom Gustav-Hertz-Gymnasium erhielt für ihre Projekte den Preis "Schule der Toleranz".

Quelle: Clemens Haug

Zum zweiten Mal wurde das Gustav-Hertz-Gymnasium mit dem Preis geehrt. An der Schule gibt es eine Arbeitsgemeinschaft, die zu einem ganzen Set an Problemthemen wie Rauchen, Gruppenzwang, Integration von Schülern mit körperlichen Behinderung und Rassismusprävention arbeitet.

„Beim Projekt zu Gleichstellung haben wir unseren Mitschülern Brillen aufgesetzt, die ihre Sehfähigkeit so einschränken, dass sie einmal Nachempfinden können, wie es Blinden geht“, erklärte Schülerin Sandra. Eine andere Gruppe sei in Rollstühle gesetzt worden. Zusammen habe man eine Tour ins Paunsdorfcenter gemacht, um zu demonstrieren, wie schwierig der Alltag für Menschen mit Behinderungen sei.

Weitere Preisträger waren die Franz-Mehring-Grundschule, die Schule zur Lernförderung, die 20. Mittelschule und der Hort des Maria-Montessori-Schulzentrums. Das Projekt Schule mit Zukunft Leipzig-Ost wurde von den Stadtwerken mit einem Sonderpreis bedacht. Insgesamt hatten sich 15 Schulen um den Titel „Schule der Toleranz“,  beworben. Der Preis, der mit 500 Euro Prämie verbunden ist, wurde zum sechsten Mal vergeben. Neben Rosenthal nahmen auch Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD), der Präsident des Landeskriminalamtes Sachsen Jörg Michaelis, Oberstaatsanwalt Hans Strobl und Ralf Berger von der sächsischen Bildungsagentur an der Verleihung der Auszeichnung teil.

Clemens Haug

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