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Lokales Frisch saniert: Leipzig-Möckern hat sein altes Schloss zurück
Leipzig Lokales Frisch saniert: Leipzig-Möckern hat sein altes Schloss zurück
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23:59 20.04.2015
Didier Chevalier (links) und Michael Tetzner bei letzten Handgriffen im Treppenhaus. Quelle: Wolfgang Zeyen

1317 wurde das Gut erstmals erwähnt, seinerzeit gehörte es einem gewissen Hence Phlug.

Wer heute das 2,6 Hektar große Areal betritt, das direkt neben der Weißen Elster am Ende der Bucksdorffstraße liegt, der mag kaum glauben, dass es so etwas in Leipzig gibt. Das frisch sanierte Herrenhaus erinnert in seiner Pracht durchaus an das bekannteste Leipziger Schloß in Gohlis. "Einst gab es eine Zinsbrücke über den Fluss. Sogar der sächsische König stieg hier ab, wenn er Leipzig besuchte - denn Möckern war damals noch selbstständig und mit dem Bürgertum der Messestadt war sich der Monarch ja nie so ganz grün", erzählt Peter Niemann.

Seit vergangenem Herbst hatte der umtriebige Gourmetkoch ("Niemanns Tresor") bereits geladene Gruppen als Gäste buchstäblich auf der Baustelle bewirtet. Nun ist das Herrenhaus als Herzstück des Gutes nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt. Der fehlende Westflügel wurde nach historischen Stichen denkmalgerecht rekonstruiert. Im Spiegelsaal im zweiten Stock, der künftig für Veranstaltungen und Hochzeiten dient, fehlen nur noch einige Pinselstriche. Im ehedem brüchigen Treppenhaus wurde soeben der Kronleuchter angebracht. Im ersten Stock hat Niemann zwei Restaurants eröffnet: "Die Brennerei" mit gutbürgerlicher Küche zu durchaus erschwinglichen Preisen sowie "Die Residenz", in der ein bretonisches Sieben-Gänge-Menü schon mal 128 Euro kostet.

"Leipzig hat das Falco als Leuchtturm, aber dahinter ist in Sachsen Spitzengastronomie noch viel Platz", sagt der 39-Jährige, dessen Familie seit 1744 in Lützschena lebt.

Das Möckerer Gut wurde 2005 nach Jahren des Verfalls von einer Erbengemeinschaft an Holger Födisch, Inhaber einer Firma für Umwelttechnik aus Markranstädt, verkauft. Seine Familie hat es mit einem weiteren Investor herausgeputzt, auch den Park wiederhergestellt, eine Umweltfirma in einem Neubau angesiedelt und alles so gestaltet, dass sich das Gut komplett aus regenerativen Energie selbst versorgt.

www.herrenhaus-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.04.2015

Jens Rometsch

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