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Lokales Frische Zutaten statt Fast-Food: Leipziger Schulen setzen auf gesundes Mittagessen
Leipzig Lokales Frische Zutaten statt Fast-Food: Leipziger Schulen setzen auf gesundes Mittagessen
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17:25 23.01.2012
Thomas Fabian und Christine Clauß kochen zum Auftakt "Gesunde Woche der Schulspeisung" in Leipzig mit Kindern der Adolph-Diesterweg-Schule Quelle: André Kempner
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Leipzig

Auch an der Adolph-Diesterweg-Schule können die Kinder ihr Wissen zum Thema gesunde Ernährung erweitern und sich bei verschiedenen Aktionen selbst ausprobieren.

Für drei Schüler der Schule hieß das am Montag unter dem Motto „gesund KIDS" gemeinsam mit Leipzigs Bürgermeister Thomas Fabian und Verbraucherschutzministerin Christine Clauß selbst den Kochlöffel zu schwingen. Fachmännisch schichtet Fabian Scheffler Möhren, Chinakohl und Sojasprossen im Wok um. Der Zwölfjährige kennt das bereits aus dem Hauswirtschaftsunterricht an der Schule. In der ersten großen Pause verkauft er zudem mit einigen Mitschülern täglich ein gesundes Schulfrühstück. „Wir haben vor einigen Jahren eine Schülerfirma gegründet, die vom Elternrat und vom Netzwerk 'Schule mit Zukunft Leipzig Ost' unterstützt wird", erklärt Schulleiterin Birgit Bachmann.

Seitdem bieten die Schüler ein breites Sortiment an: „Es gibt Äpfel, Pfirsiche, Mandarinen, Vollkornbrötchen und Milchprodukte", zählt Fabian auf. Der Schüler ist selbst ein Fan der gesunden Produkte: „Wir verkaufen das, weil es lecker schmeckt", sagt er. Und noch dazu sei es gesund. Er esse zwar auch gern Weißbrot und Nutella, „aber nicht so oft, weil zu viel Zucker in der Schokolade ist und das ist nicht gut für die Zähne."

Frühstück aus Weißbrot und preiswerter Wurst

Und das ist ganz im Sinne der Aktion: „Wie wir uns ernähren, erlernen wir schon sehr früh, daher ist es wichtig, dass wir wissen, was gesund ist und wie wir es zubereiten können", sagt Thomas Fabian zum Auftakt der „Gesunden Woche der Schulspeisung" in der Adolph-Diesterweg-Schule. Dass es bei den Schülern nach wie vor einen Informationsbedarf gibt, hat auch die Schulleiterin beobachtet: „Da besteht das Frühstück zum Beispiel aus Weißbrot mit Margarine und preiswerter Wurst. Deshalb wollen wir im Hauswirtschaftsunterricht zeigen, dass frisches Essen gut schmecken kann und nicht teuer sein muss."

Im aktuellen Schuljahr hat die Schule ihren Anbieter für das Mittagessen gewechselt und wird nun vom Bürgerhaus Lützschena beliefert. „Vorher war das Schulessen nicht so schmackhaft", verrät die Schulleiterin. Tiefkühlkost statt frischer Zutaten - dies hätte die Schule unter anderem zum Wechsel animiert. „Die Speisepläne und die Anrichtung des Essens sind nun viel ansprechender, es gibt viel Obst, Gemüse und frische Zutaten", sagt Bachmann zufrieden.

An der Adolph-Diesterweg-Schule werden nun täglich drei Menüs angeboten, darunter eines für Vegetarier. „Wir kochen ohne Zusatzstoffe und Soßenpulver und kontrollieren auch unsere Zulieferer, die meist aus der Region kommen", erklärt Andreas Göhlitz, Geschäftsinhaber des Bürgerhauses Lützschena. Die Zusammenstellung der Menüs erfolge nach den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), so Göhlitz, der insgesamt 24 Leipziger Schulen beliefert. Das Essen, das an den Schulen übrig bleibe, werde gepresst und lande in der Biogasanlage. „Der Rücklauf ist jedoch sehr gering", so Göhlitz.

„Noch mehr Schüler vom gesunden Mittagessen überzeugen"

Mit zwei Euro pro Mahlzeit liege der Preis nicht höher, als bei dem vorherigen Anbieter, sagt Bachmann. Für sozial schwache werde das Essen zudem mit einem Euro aus dem Bildungspaket gefördert. 80 der insgesamt 240 Schüler der Diesterweg-Schule nehmen täglich am Schulessen teil. Im vergangenen Schuljahr seien es noch lediglich rund 20 gewesen. Für die Schulleiterin ein erster Erfolg, trotzdem hofft sie auf weiteren Zuspruch: „Unser Ziel ist es, noch mehr Schüler vom gesunden Mittagessen zu überzeugen."

Laut einer Studie zur Schulessensversorgung des sächsischen Ministeriums für Verbraucherschutz werden sachsenweit in Kitas und Schulen zwar flächendeckend warme Mahlzeiten angeboten. Die Studie habe jedoch ergeben, dass zu häufig Fleisch und zu selten Seefisch, Obst und Gemüse angeboten werde und dass es zu wenig Trinkangebote und, falls vorhanden, oft mit zuckerhaltigen Soft-Drinks gebe, so Verbraucherministerin Christine Clauß (CDU). Projekte wie die „Gesunde Woche der Schulspeisung" seien daher umso wichtiger, sagte sie zum Projektauftakt. In Leipzig beteiligen sich alle 106 Schulen in städtischer Trägerschaft mit rund 14.000 Schülern, die täglich am Schulessen teilnehmen.   

Stefanie Büssing

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